Windows-gewohntes Kollegium befrieden

Hallo allerseits,
wir haben an der Schule einen harten Bruch gewagt: Microsoft raus. Die Leidensgeschichte mit diesem elendigen Betriebssystem, das als Einzelplatzrechner zuhause durchaus tauglich sein mag, hat nun ein Ende. Den Kollegen habe ich diesen Schritt lange vorher angekündigt und die Schulleitung steht hinter der Entscheidung. Schüler werden im Informatikunterricht ab Klasse 5 an Libreoffice gewöhnt, wer zuhause etwas anderes einsetzen will, kann das gerne tun, wer mit einer Powerpoint ankommt ist selber schuld, wenn es dann unter Libreoffice hakt.

Mir gegenüber wagt keiner den offenen Protest ich weiß aber, dass etliche Lehrer heftig am Schimpfen sind, weil ihre Formatierungen verrutscht sind, weil die Laptops in der Schule, die mit in die Klassenzimmer genommen werden, etwas anders funktionieren (Kubuntu 16.04) als das von zuhause gewohnte.

Welche Erfahrungen habt ihr gemacht mit einem solchen Umstieg? Wie lange dauert die Übergangsphase bis die meisten ihren Frieden damit gemacht haben, dass Computer nicht automatisch mehr Microsoft bedeutet und Office nicht automatisch Word?

Gruß, Uwe.

Hi. Das ist ein endloses Thema. In diversen Kollegien wird das sicher sehr unterschiedlich aufgenommen. Bei uns gab es auch das übliche Gemotze und zum Teil meiden Kollegen auch jetzt den Computeraum, weil sie meinen, dass dort “nichts” funktioniert. Das Gegenteil ist aber richtig: Es laufen dank LINBO >99% aller Rechner dauerhaft zuverlässig. Wenn man eine Tastatur oder Maus hakt oder eine Mainboard-Batterie getauscht werden muss, ist das etwas anderes – aber das sehen die Kollegen natürlich nicht bzw packen das in eine Schublade. Man kann dieses Thema hier endlos diskutieren (wurde auch schon gemacht, wenn du mal danach suchst). Am Ende läuft es darauf hinaus, dass etwas Support für die Kollegen notwendig sein wird, wenn sie’s akzeptieren sollen.
Für die versierteren KuK ist es sicher sinnvoll zu erklären, dass es keine Laufwerksbuchstaben mehr gibt sondern jetzt Mountpoints verwendet werden. So ist für viele am Anfang wichtig, dass sie ihren USB-Stick nicht mehr unter d: oder was auch immer finden sondern jetzt unter /media/ schauen müssen, wenn’s nicht automatisch eingeblendet wird. … an solchen (lächerlichen!?) Details hängt das am Ende. …

Schönen Gruß und viel Glück mit der Umstellung.
Michael

Hallo Uwe!

Erstmal Glückwunsch!
Ich habe das auch “hinter mir”, bei uns habe ich aber parallel auch noch Windows gefahren im Dual-Boot, Ubuntu bootete automatisch. Keiner hat Windows angemacht. Ich hatte das beworben mit allen für OpenSource gängigen Argumenten. Die muss man immer wieder anbringen.

Wichtig sind viele Fortbildungen.
Gut ist, dass es bald die Bildungs-Cloud gibt, die ja Libre Office mitbringt.
Es gibt die Möglichkeit, die Windows-Schriften zu installieren, dann sehen viele Dokumente besser aus.
Trotzdem kommen die Kollegen über kurz oder lang nicht an LO vorbei, außer sie wollen PDFs in die Schule tragen.

Renitente gibt es immer, aber auch in anderen Bereichen. Wenn ich mir anhöre, wie manche Französisch-Kollegen auf NwT schimpfen, weil sie nur noch wenige Schüler bekommen, frage ich mich, wie es da mit Selbstreflektion aussieht…

Freundlich bleiben, lächeln, helfen und wissen, dass man das richtige gut.

Alles Gute und viel Durchhaltevermögen

Max

Hallo Uwe,

… ja: Microsoft ist schon wie eine Droge. Die Leute kommen nie so
richtig weg.
Denen kann man 20 Beispiele geben, weswegen der Desktop von Windows viel
schwieriger zu bedienen ist als der von Ubuntu… egal

Meine Schule ist nicht „weg“ von Windows: aber weg von MS Office seit
2007. UNd ja: es ist eine endlose Geschichte. Inzwischen kommen immer
mal wieder neue Kollegen, die meinen, dass die Welt unter geht, wenn es
kein MS Office gibt.
Damals hab ich die Schule noch davon überzeugt bekommen, dass wir Open
Office nehmen, weil MS Office gerade die Ribbons einfhrte. Jetzt wollen
sie MS Office, weil es die Ribbons hat: und das sind dann gerade frisch
aus dem Ref Kommende Lehrer: die kommen dann aber nicht von „meinem“
Seminar, wo es ebenfalls kein MS Office gibt, und wo fast jeder Rechner
erstmal mit Ubuntu startet.

Bei mir an der Schule hat es ein halbes Jahr gebraucht, bis die ersten
kamen und gesagt haben, dass sie jetzt verstehen, weswegen wir von MS
Office weg sind. WENN man Zuhause auch Libre Office verwendet, und nicht
OpenDocument Formate von Schülern konsequent ablehnt, dann ist das
nämlich viel Besser als vorher: als wir noch Office 2003 hatte: wo fast
jedes Dokument zerschossen war: weil es „schnellgespeichert“ wurde, oder
weil der andere Rechner einen anderen Druckertreiber hatte oder weil es
eine andere MS Office Version oder auch nur ein anderer Patchlevel war.
Außerdem lieben sie den PDF Export Knopf (ist ja auch super).

Men wichtigstes Argument war damals das „verschobene Dokument“: dass das
aufhören würde, wenn man sich an ein freies, von der ISO Zertifiziertes
Dateifomat hänge: so machen wir das doch bei M4 Schrauben auch und auch
DIN A4 gibt es als ISO Standard.

Es ist wichtig, dass du unter Linux die beiden Schriftarten, die den
selben „Raum“ einnehmen wie die standard Microsoft Schriftarten (ich
meine google hat die gemacht) installierst: dann ist das mit dem
Verschieben von Word Dokumenten bei weitem nicht mehr so schlimm.
Wie heißen die? Callibre und ?? Wer kann helfen?

Ich hab damals auch eine Fortbildungsoffensive gestartet und den
Kollegen anhand von Open Office (inzwischen Libre Office) mal überhaupt
erst Textverarbeitung beigebracht: wie formatiere ich einen Text? Warum
nehme ich Formatvorlagen und rücke nicht mit der Leertaste oder mit Tab ein?
Die magische F11 Taste :slight_smile:

Das zweite Argument damals war übrigens das Geld. Wir hatten damals 100
Rechner. MS Office hätte 10 000 EUR gekostet: ohne dass man mitrechnet,
welchen Aufwand es macht, den Mist zu aktivieren.
Dass man alle 5 bis 6 Jahre ein neues MS Office braucht, haben alle
verstanden. Also jedesmal wieder 10 000 EUR.
Die Kohle die wir gespart haben, hat unsere Schule aufblühen lassen: das
haben die auch eingesehen.
Inzwischen haben wir in jedem Unterrichtsraum einen Beamer und ein
Laptop (im Schrank).
Auf dem Laptops läuft Ubuntu. Dass wir bei weitem nicht diese
Vollausstattung hätten, wenn wir in den 10 Jahren 20 000 EUR weniger
gehabt hätten, verstehen die Kollegen auch.

Was inzwischen auch hilft ist, dass in unserer Nextcloud Colabora Office
integriert ist: also ein Libre Office.

Und und zu Windows.
Wenn die Probleme mit der Bedienung von Ubuntu haben, dann frag doch
mal, wer alles ein Windows Phone hat oder ein Windows Tablet: und wie
sie es nur geschafft haben, sich dieses komplett andere Bedienkonzept an
zu eignen… Da sind sie plötzlich flexibel.

Zum Erden der KOllegen hilft auch eine Untersuchung von Microsoft zur
Verbreitung von Windows auf „Computing Devices“ in der Welt.
14 %, rapide fallend.
Das war 2014.

ZU Windows sage ich den Kollegen, dass ein Windows Rechner mindestens
den 5 fachen Aufwand für mich bedeutet, weil eben nicht auf allen
Rechnern das selbe Image läuft und weil es aktiviert werden muss.
Generell ist es viel Fetter und Fehleranfälliger.
Ich muss keinen Aufwand treiben mit Ubuntu, damit an jedem Rechner die
selbe Software und der selbe Desktop zur Verfügung steht: in der Schule
habe ich überall das selbe Ubuntu Image.
Drucker werden vom Server aus gepushed: bei Windows muss ich den Drucker
ins Image nehmen…
Wirklich mit Windows laufen bei uns nur noch zwei der drei Computerräume
und zwei Rechner im Lehrercomputerraum (zwei von 8 Rechnern dort).

Und dass die Unity Oberfläche extrem intuitiv ist und sehr einfach zu
bedienen ist, sehen die Kollegen, die die idiologische Brille mal
abgesetzt haben, inzwischen auch ein. Da höre ich fast gar kein
Gegrummel mehr.
Das schnelle Syncen, einloggen und so Sachen wie der Auswurfknopf für
USB Sticks im Dateibrowser wird sehr positiv aufgenommen. Am meisten
schätzen die Kollegen aber das Einheitliche Image an allen Rechnern
(außerhalb der beiden Computerräume).

Vor zwei Jahren hab ich mir mal einen Spass gemacht und hab eine Farbe
mit den Schullogos gewählt, als jpg abgespeichert und sowohl den
Loginbildschirm als auch den Desktophintergrund damit hinterlegt.
Danach meinten ein paar Kollegen, dass es jetzt ja nur noch Ubuntu gäbe:
die konnten gar kein Unterschied mehr feststellen zwischen Windwos und
Linux …

Als Fazit würde ich sagen: man muss immer freundlich und extrem Geduldig
sein mit den Kollegen. Ich denke, viele haben dem ganzen nur eine Chance
gegeben, weil sie mich als Person schätzen und mein Fachwissen voll
anerkennen.
Biete viele Fobis an: und wenn es nur um „wie stelle ich die Ansicht vom
Laptop/Beamer unter Linux um“ ist: das hilft denen viel.
Fn F7 sag ich nur, oder "Windwostaste drücken und a n z eintippen: dann
auf „Anzeige“ klicken.

Viel Erfolg :slight_smile:

LG

Holger

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carlito (entspricht MS calibri)
caladea (entspricht MS cambria)

https://wiki.debian.org/SubstitutingCalibriAndCambriaFonts

Hallo,

Wie heißen die? Callibre und ?? Wer kann helfen?

carlito (entspricht MS calibri)
caladea (entspricht MS cambria)

https://wiki.debian.org/SubstitutingCalibriAndCambriaFonts

Super, Danke :slight_smile:

LG

Holger

Hallo Holger,

mit dem Ersetzen von Windows-Schriftarten habe ich nur eingeschränkten
Erfolg gehabt, insbesondere Tahoma mit DejaVu Sans passte nicht 100%.
Erst Tahoma aus Windows (95 reicht!) zu importieren hat’s gebracht.
Viele Windows-Vista-Schriftarten, die nicht im ttf-mscorefonts-installer
enthalten sind, kann man aus dem PowerPointViewer extrahieren, der
übrigens hervorragend in wine läuft.
https://www.linuxmuster.net/wiki/anwenderwiki:linuxclient:kubuntu#rechtlich_besonders_eingeschraenkte_software
Ob die EULA das abdeckt, sei dahingestellt … ein Schaden entsteht
Microsoft daraus ja nicht, wenn man eine Windows-Lizenz bzw. den
(kostenlosen) PowerPoint Viewer hat.

Gruß Jürgen

Hallo zusammen,

auch ich habe diesen Schritt zu Beginn des Schuljahres gewagt: Wir hatten seit einiger Zeit auf den meisten Rechnern schon Dual-Boot mit Windows 7 und XUbuntu 14.04 (das eigentlich aber nur ich benutzt habe) mit automatischem Windows-Start.
Anfangs habe ich nur die Computerräume auf automatischen Ubuntu-Start (jetzt mit 16.04) umgestellt, in den Herbstferien dann auch alle Rechner in den Klassenzimmern, darunter auch Laptops, die bisher noch unter XP liefen. Von Anfang an gab es eine mehrseitige bebilderte Anleitung, in der u.a. auch die ganzen Übersetzungen (H: = Home_auf_Server usw.) zusammengestellt sind.

Auf den meisten Rechner lässt sich auch noch Windows booten, das wird aber nicht mehr so häufig gemacht.

Den größten Unmut verursachte bei uns sicherlich das fehlende PowerPoint: Viele Kolleginnen und Kollegen (vor allem die aus der Bio) verwenden häufig PowerPoint-Präsentationen mit Animationen, die mit LibreOffice nicht vernünftig formatiert werden. Für die habe ich dann auf den noch verbliebenen sechs Windows-Rechnern im Lehrerzimmer (die anderen bieten nur noch Ubuntu) PPspliT und iSpring free eingerichtet und ihnen eine Installationsanleitung für zuhause erstellt. Mit dem PowerPoint-Viewer unter wine hatte ich merkwürdige Probleme (siehe https://ask.linuxmuster.net/t/page-fault-mit-powerpoint-viewer-unter-wine/1596), weswegen ich das vorerst nicht weiter verfolgt habe.

Kurz vor Weihnachten, da war das Gemotze (vor allem hinter meinem Rücken) am größten, habe ich die Gründe für die Umstellung auf einer GLK nochmal erläutert, wobei vor allem die wirtschaftlichen (vgl. Holgers Beitrag) m.E. die fürs Kollegium überzeugendsten waren.

Seitdem hat sich die Lage etwas beruhigt und es gab auch zahlreiche positive Rückmeldungen.

Für mich sehr nervig ist halt immer wieder, dass einige die Anleitungen einfach nicht lesen (oder zu den angebotenen Einführungsworkshops kommen) und dann aber schimpfen, wenn es nicht mehr so geht wie bisher (Stichworte Laptop am Beamer oder Ton über HDMI…), aber das ist wohl unser Schicksal :wink:

Viele Grüße

Andreas

Hallo,

auch wir haben an der Schule vor nunmehr einigen Jahren im pädagogischen
Netz komplett auf Ubuntu umgestellt.

Kurz vor Weihnachten, da war das Gemotze (vor allem hinter meinem
Rücken) am größten,

Bei uns hält sich das - wie immer ebenfalls > 99% hinter meinem Rücken -
selbst nach Jahren noch immer hartnäckig. Es gibt nicht wenige, die
meinen, man könne mit dem System nicht abeiten.

habe ich die Gründe für die Umstellung auf einer GLK
nochmal erläutert, wobei vor allem die wirtschaftlichen (vgl. Holgers
Beitrag) m.E. die fürs Kollegium überzeugendsten waren.

Das wirkt in der Tat, meistens ausreichend für einen bestätigenden
GLK-Beschluss, aber das Gemecker hören die, die für den Verbleib oder
die Wiedereinführung von Windows und MS Office gestimmt haben trotzdem
nicht auf.

Seitdem hat sich die Lage etwas beruhigt und es gab auch zahlreiche
positive Rückmeldungen.

Positive Rückmeldungen bekomme ich so gut wie keine. Eher eine
stillschweigende Akzeptanz oder bei vielen Abfindung damit.

Für mich sehr nervig ist halt immer wieder, dass einige die Anleitungen
einfach nicht lesen (oder zu den angebotenen Einführungsworkshops
kommen) und dann aber schimpfen, wenn es nicht mehr so geht wie bisher
(Stichworte Laptop am Beamer oder Ton über HDMI…), aber das ist wohl
unser Schicksal :wink:

Ja, das ist hier auch so. Ich habe in einer großen, und für wen das zu
"dick" ist in abgespeckten Anleitungen alles mit insgesamt rund 130
Screenshots beschrieben und erklärt, wie was funktioniert.

Ich mache jedes Schuljahr mindestens eine Einführung und Fortbildung
dazu. Kommen tut quasi keiner, und lesen auch nicht.

Das Problem ist, dass es bei uns bis heute nicht dazu kam, dass wirklich
die Mehrheit der KuK ihre Materialien mit LO machen würden. Gefühlt und
geschätzt nutzen > 90% ausschließlich MS Office. Das sieht man auch
daran, welche Dateien getauscht werden. Da ist nie ein odt dabei.

Das geht hier sogar so weit, die Rechner mit LO nicht nutzen zu müssen,
dass ich neulich den Kollegen beobachtete, wie er am Drucker ein
USB-Kabel einsteckte und von seinem Macbook druckte.

Erschwerend kommt bei uns hinzu, dass die Entscheidung zu Ubuntu vor
etlichen Jahren fiel. Ein Großteil des aktuellen Kollegiums kam später
und hat sich nie dazu bekannt. Dementsprechend groß ist die Ablehnung.
Ohnehin merke ich auch bei vielen der jüngeren, nachkommenden KuK (oh
Gott, ich werde alt wenn ich das lese) eine den heutigen SuS sehr
ähnliche Haltung: Ich will, ich mache, ich entscheide, ich lass mir
nichts vorschreiben, ich bin nicht bereit, …

Und seit wir durch den Zusammenschluss mit der WRS sogar rechtlich eine
neue Schule sind, gibt es gar keinen Beschluss mehr dazu.

Da auch die Schulleitungssituation (zwar nicht deswegen, aber dennoch)
sehr schwierig ist, halte ich aktuell eine erneute Abstimmung darüber
nicht für zielführend, wenn nicht die Rolle rückwärts zu MS das Ziel
sein soll.

Viele Grüße
Steffen

Hallo Holger,

Bei mir an der Schule hat es ein halbes Jahr gebraucht, bis die ersten
kamen und gesagt haben, dass sie jetzt verstehen, weswegen wir von MS
Office weg sind.

echt?!? Verstehen oder akzeptieren?

WENN man Zuhause auch Libre Office verwendet, und nicht
OpenDocument Formate von Schülern konsequent ablehnt, dann ist das
nämlich viel Besser als vorher:

Ja, wenn man es nutzen würde. Wenn es ALLE nutzen würden und sich damit
dieser Dokumentenstandard durchsetzen würde.

Da wie gerade schon geschrieben aber bei uns fast keiner der KuK das
macht, akzeptieren die nicht nur MS von Schülern, sondern wollen es sogar.

Alles, was so getauscht wird, 99,5% was an Vertretungsaufgaben geschickt
wird, sind MS-Dokumente.

als wir noch Office 2003 hatte: wo fast
jedes Dokument zerschossen war: weil es “schnellgespeichert” wurde, oder
weil der andere Rechner einen anderen Druckertreiber hatte oder weil es
eine andere MS Office Version oder auch nur ein anderer Patchlevel war.

Also zum einen ist das glaube ich echt nicht (mehr) so. Und wenn doch,
dann wird es akzeptiert.

Jedenfalls, wenn es den KuK wirklich ständig ihre MSO Dokumente in MSO
verhageln würde, dann würden sie sich kaum darüber aufregen, dass das
bei LO (mit ihren MSO Dokumenten) passiert und LO ja “Mist ist”.

Außerdem lieben sie den PDF Export Knopf (ist ja auch super).

Das geht in MSO inzwischen auch.

Men wichtigstes Argument war damals das “verschobene Dokument”: dass das
aufhören würde, wenn man sich an ein freies, von der ISO Zertifiziertes
Dateifomat hänge: so machen wir das doch bei M4 Schrauben auch und auch
DIN A4 gibt es als ISO Standard.

Das haben meine KuK nie kapiert / kapieren wollen.

Ich hab damals auch eine Fortbildungsoffensive gestartet und den
Kollegen anhand von Open Office (inzwischen Libre Office) mal überhaupt
erst Textverarbeitung beigebracht: wie formatiere ich einen Text? Warum
nehme ich Formatvorlagen und rücke nicht mit der Leertaste oder mit Tab ein?
Die magische F11 Taste :slight_smile:

Hm, das würden bei mir wieder nur 2 oder 3 kommen, die insgesamt wenig
PC affin sind und das auch von sich wissen und zugeben. Das sind aber
ohnehin die, die sogar LO nutzen, weil sie mir was glauben.

Die große Masse meint, sie können und wissen alles, aber das (andere)
Programm taugt nix.

Das zweite Argument damals war übrigens das Geld. Wir hatten damals 100
Rechner. MS Office hätte 10 000 EUR gekostet: ohne dass man mitrechnet,
welchen Aufwand es macht, den Mist zu aktivieren.

Das mit dem Aufwand sehen die nicht, interessiert sie auch nicht.

Dass man alle 5 bis 6 Jahre ein neues MS Office braucht, haben alle
verstanden. Also jedesmal wieder 10 000 EUR.
Die Kohle die wir gespart haben, hat unsere Schule aufblühen lassen: das
haben die auch eingesehen.
Inzwischen haben wir in jedem Unterrichtsraum einen Beamer und ein
Laptop (im Schrank).
Auf dem Laptops läuft Ubuntu. Dass wir bei weitem nicht diese
Vollausstattung hätten, wenn wir in den 10 Jahren 20 000 EUR weniger
gehabt hätten, verstehen die Kollegen auch.

Das mit dem Geld ist wohl auch bei uns das, was dann doch mehr noch
verstehen.
Ich sehe aber schon kommen, spätestens wenn wir in 2-3 Jahren dann in
allen Räumen PC, Beamer und Dokumentenkamera haben, zieht das Software
sparen = Geld für Ausstattung Argument leider auch nicht mehr.

Dann will man auf die nächste Stufe der “Glückseeligkeit”.

Was inzwischen auch hilft ist, dass in unserer Nextcloud Colabora Office
integriert ist: also ein Libre Office.

Das sollte ich vielleicht auch endlich mal integrieren, wobei, auch hier
ist mein Kollegium echt exrem. Unsere Schulcloud nutzt außer mir fast
keiner.

Einige haben ihr ganzes Zeugs nach wie vor in Ihrer privaten (Apple oder
sonstwas)Cloud. Die meisten nutzen so was gar nicht.

Dafür wird jeder Mist per E-Mail-Anhang rumgeschickt.

Manchmal habe ich echt das Gefühl, dass wir hier nicht nur geografisch
in der Pampa sitzen und damit manchmal etwas abgeschnitten sind, sondern
dass hier auch noch wie anno dazumal gearbeitet wird.

Und und zu Windows.
Wenn die Probleme mit der Bedienung von Ubuntu haben, dann frag doch
mal, wer alles ein Windows Phone hat oder ein Windows Tablet: und wie
sie es nur geschafft haben, sich dieses komplett andere Bedienkonzept an
zu eignen… Da sind sie plötzlich flexibel.

Zum Erden der KOllegen hilft auch eine Untersuchung von Microsoft zur
Verbreitung von Windows auf “Computing Devices” in der Welt.
14 %, rapide fallend.
Das war 2014.

Das zählt bei den MS Jüngern leider alles nicht. Denn auf 99% aller PCs
(!!!) läuft halt Windows. Und für Mobilgeräte gibt’s MSO Apps. Also
alles gut, ohne sich umgewöhnen oder mal was neues anfangen zu müssen.

Und dass die Unity Oberfläche extrem intuitiv ist und sehr einfach zu
bedienen ist, sehen die Kollegen, die die idiologische Brille mal
abgesetzt haben, inzwischen auch ein. Da höre ich fast gar kein
Gegrummel mehr.

Ich glaube, wenn man da MSO installieren würde (sinnvoll könnte), würden
bei uns die Meisten sich mit Ubuntu sogar arrangieren.

Das schnelle Syncen, einloggen und so Sachen wie der Auswurfknopf für
USB Sticks im Dateibrowser wird sehr positiv aufgenommen. Am meisten
schätzen die Kollegen aber das Einheitliche Image an allen Rechnern
(außerhalb der beiden Computerräume).

Das kann man auch mit Windows haben, halt mit viel mehr Aufwand, was
wieder keinen interessiert.

Bei mir meinen sogar etliche “dann wird das halt von einem Dienstleister
gemacht”. Daher zieht das Geld-Argument immer begrenzter, je mehr die
Schule schon hat.

Als Fazit würde ich sagen: man muss immer freundlich und extrem Geduldig
sein mit den Kollegen. Ich denke, viele haben dem ganzen nur eine Chance
gegeben, weil sie mich als Person schätzen und mein Fachwissen voll
anerkennen.

Tja, ich würde nicht sagen, dass mich meine KuK nicht (größtenteils)
auch schätzen. Ich versuche auch immer zu helfen und Fragen zu
beantworten, wenn es mir grad möglich ist (manchmal muss ich halt erst
mal in den Unterricht). Erst vorgestern hat mir eine Kollegin eine große
Tafel schweizer Schokolade überreicht, weil ich ihr neulich bei einem
größeren Problem geholfen habe (und immer wieder bei kleinen). Das ist
aber eine derer, die von sich selbst sagt, dass sie keine Ahnung hat und
froh ist, wenn sie jemanden hat, der ihr hilft. Sie erkennt damit auch
mein Fachwissen an.

Leider gilt das aber eben nicht für alle. Da gibt es einige, die kommen
z.B. auf mich zu “können wir in Physik nicht mal wie im Lehrerzimmer ein
WLAN machen?”

Ich erkläre ihnen dann, dass das leider nicht so einfach ist, dass man
mal eben irgendwo und irgendwie einen WLAN-Router hinstellt.

Dann bekomme ich als Antwort “Wieso? Daheim hab ich doch auch auf beiden
Stockwerken WLAN”

Ich erkläre dann weiter, dass das in der Schule halt nicht wie daheim
ist und deshalb auch nicht alles wie daheim funktionieren kann oder
machbar ist.

Antwort “Wieso? Da ist doch ein Kabel, da können wir doch einen Router
anschließen”.

Ich bleibe natürlich aufgrund meiner höheren Kenntnis der Sache bei
meiner Meinung und erkläre nochmal, dass das eben nicht wie daheim ist
und er mir das ruhig glauben darf.

Dann kriege ich zu hören, warum ich immer so angepisst reagieren würde,
wenn jemand mit einem Vorschlag käme. Genau so (“der Auer lässt sich auf
nix ein”) streuen die das dann natürlich auch im Kollegium weiter.

Ich finde es schon manchmal frustrierend, muss ich leider gestehen.

Viele Grüße
Steffen

Hi,

[bosse] bosse https://ask.linuxmuster.net/u/bosse
6. Februar

Welche Erfahrungen habt ihr gemacht mit einem solchen Umstieg? Wie
lange dauert die Übergangsphase bis die meisten ihren Frieden damit
gemacht haben, dass Computer nicht automatisch mehr Microsoft bedeutet
und Office nicht automatisch Word?

Rufe das Thema auf
https://ask.linuxmuster.net/t/windows-gewohntes-kollegium-befrieden/1902/1
oder antworte auf diese E-Mail, um zu antworten.

Du erhältst diese E-Mails, weil du den Mailinglisten-Modus aktiviert hast.

Um diese E-Mails abzubestellen, klicke hier
https://ask.linuxmuster.net/email/unsubscribe/a70c1d023bc18124db275495761bd69a03210f1bd19853f108867ec442cef82f.

Vor Jahren (noch deutlich vor meiner Zeit) hat meine Schule den Versuch
gewagt MS Office rauszuwerfen und OpenOffice einzuführen. Wie viele
andere bereits berichtet haben, hat das auch bei uns vielfach zu Unmut
geführt.
Die Gründe hierfür sind vielfältig. Die Unterstützung von proprietären
MS Formaten war damals noch nicht so gut wie sie heute ist. Ergo sahen
alle Arbeitsblätter vermurkst aus. Das ist natürlich in keinster Weise
die Schuld von Open/Libre Office. Es sorgt aber für die unschöne “das
was das IT Team macht funktioniert nicht” Stimmung. Meine Schule ist
also irgendwann wieder zu MS zurückgewechselt.

Seitdem fahren wir beide Installationen. Das Kollegium kann sich
entsprechend aussuchen welches Programm es lieber benutzt.

Ich persönlich halte ja den zwanghaften Wechsel eines Programms nicht
für clever. Ich habe deshalb vor ca. einem halben Jahr angefangen das
Standardformat von MS Office auf den OpenDocument Standard zu ändern.
Alte Dokumente behalten den Dateityp. Neue Dokumente werden mit
OpenDocument Format erstellt. Damit erzeuge ich einen langsamen Wechsel
der im Hintergrund passiert. Das MS Office und LibreOffice Lager können
beide bequem ihre Dokumente bearbeiten und diese sind untereinander auch
noch kompatibel.
Und wenn wir mal vorsichtig in die Zukunft schauen dann ist u.U. am
Horizont abzusehen, dass die kommenden CloudLösungen a la Nextcloud
Collabora Online Office ebenfalls OpenDocument nutzen. Ich bin also an
der Ecke auch bereits zukunftssicher unterwegs.

Hallo Uwe,

Ich persönlich halte ja den zwanghaften Wechsel eines Programms nicht
für clever. Ich habe deshalb vor ca. einem halben Jahr angefangen das
Standardformat von MS Office auf den OpenDocument Standard zu ändern.
Alte Dokumente behalten den Dateityp. Neue Dokumente werden mit
OpenDocument Format erstellt. Damit erzeuge ich einen langsamen Wechsel
der im Hintergrund passiert. Das MS Office und LibreOffice Lager können
beide bequem ihre Dokumente bearbeiten und diese sind untereinander auch
noch kompatibel.

… netter Gedanke: den Weg hat Microsoft aber durch seine furchtbar
schlechte Unterstützung der Open Document Formate (ODF) eigentlich
verstellt: oder ist das mit MS Office >2013 tatsächlich besser geworden?

Und wenn wir mal vorsichtig in die Zukunft schauen dann ist u.U. am
Horizont abzusehen, dass die kommenden CloudLösungen a la Nextcloud
Collabora Online Office ebenfalls OpenDocument nutzen. Ich bin also an
der Ecke auch bereits zukunftssicher unterwegs.

… da brauchst du nicht am Horizont suchen: das sit schon da.
In meinen Nextcloudinstallationen läuft Colabora schon eine ganze Weile.

LG

Holger

Hallo Holger,

… da brauchst du nicht am Horizont suchen: das sit schon da.
In meinen Nextcloudinstallationen läuft Colabora schon eine ganze Weile.

ist das aufwändig zu installieren?

Muss man was besonders beachten?

Hast du eine gut Anleitung?

Viele Grüße
Steffen

[baumhof] baumhof https://ask.linuxmuster.net/u/baumhof Vize-Präsident
8. Februar

Hallo Uwe,

Ulf. Nicht Uwe.

… netter Gedanke: den Weg hat Microsoft aber durch seine furchtbar
schlechte Unterstützung der Open Document Formate (ODF) eigentlich
verstellt: oder ist das mit MS Office >2013 tatsächlich besser geworden?

Kann ich nicht beantworten. Ich persönlich nutze kein MS Office.
Meine Motivation dahinter war aber auch eine Andere. Ich will auch mir
eine bessere Argumentationsgrundlage bauern. Ich versuche das mal zu
erklären.

Ich sehe in der Diskussion folgende Gegebenheiten:
Das MS Lager will bei MS bleiben, aus Gewohnheit und eben weil es
funktioniert (im eigenen Ökosystem).
Das Libre Lager will eine freie Variante aus eben den Gründen warum wir
alle eine freie Variante haben wollen.
MS Office kann in der Standardeinstellung nicht gut mit Libre Office und
Libre Office kann egal in welcher Einstellung nicht gut mit MS Office.

Ich möchte die maximale Freiheit bei der Wahl des zu nutzenden
Programmes offerien. Willst du MS
Office/LibreOffice/OnlyOffice/StarOffice/CloudXYZ Office, nimm es!

Ziel:
Lehrer und Schüler möchten einen möglichst unterbrechungsfreien
Arbeitsalltag. Und sich nicht über merkwürdige Formatierungen oder
Fehlermeldungen ärgern müssen.

Bei einer Forcierung auf den ODF Standard für neue Dokumente sind alle
Punkte berücksichtigt.

Wenn jetzt Microsoft ODF nicht sauber unterstützt ist das aber kein
Problem des IT Supports mehr, dass dieser eine Entscheidung über das
Kollegium hinweg entschieden hat.
Sondern dann torpediert MS die Ziele des Kollegiums. Das ist für mich
ein besserer argumentativer Standpunkt. :wink:

… da brauchst du nicht am Horizont suchen: das sit schon da.
In meinen Nextcloudinstallationen läuft Colabora schon eine ganze Weile.

Ich weiß das NC Colabora Online schon eine ganze Weile unterstützt. Mein
Argument sollte nicht sein, dass Cloudinstanzen vielleicht ODF nutzen.
Sondern das die Cloudprovider die es nutzen, vielleicht Einzug in den
schulischen Alltag finden. Im großen Stil.
Und wenn das soweit ist, hoffentlich Microsoft akzeptieren muss, dass
sie einen ODF Standard sauber supporten müssen.

Hallo Ulf,

Ulf. Nicht Uwe.

… sorry: Uwe hatte den Tread gestartet :slight_smile:

Ich möchte die maximale Freiheit bei der Wahl des zu nutzenden
Programmes offerien. Willst du MS
Office/LibreOffice/OnlyOffice/StarOffice/CloudXYZ Office, nimm es!

Ziel:
Lehrer und Schüler möchten einen möglichst unterbrechungsfreien
Arbeitsalltag. Und sich nicht über merkwürdige Formatierungen oder
Fehlermeldungen ärgern müssen.

Bei einer Forcierung auf den ODF Standard für neue Dokumente sind alle
Punkte berücksichtigt.

… genau aus der Ecke bin ich ja auch gekommen und hab gesagt: wir
nehmen DIN A4 Blätter: weil es ein Standard ist: also nehmen wir bei
Dokumenten den ISO Standard, welcher ODF ist.
Und da hat mit MS einen Strich durch die Rechnung gemacht, weil sie 2010
noch den ODF Standard 1.0 von 2005 unterstützt haben (so irgendwie war
das): und da verschob es wirklich alles.
Also hab ich gesagt: MS Office ist nicht ISO Konform: nehmt (damals)
OpenOffice.
Natürlich hatte MS inzwischen auch weitere Rauchbomben gezündet indem
sie es irgend wie geschafft haben, dass die ISO auch die docx Formate
als Standard anerkannt haben. Dass aber MS Office bis Office 2016 nie
diesen Standard erfüllt hat, das haben die nicht gesagt. Es gab: docx
als Legacy, transitional und strickt. Erst Strickt ist ein ISO Standard.
Der “Salat” auf MS Seite wurde also weiter ausgetreten… und natürlich
konnte nur MS Office den Mist halbwegs richtig anzeigen.

Wenn jetzt Microsoft ODF nicht sauber unterstützt ist das aber kein
Problem des IT Supports mehr, dass dieser eine Entscheidung über das
Kollegium hinweg entschieden hat.
Sondern dann torpediert MS die Ziele des Kollegiums. Das ist für mich
ein besserer argumentativer Standpunkt. :wink:

… ja, ist es: es ist den Leuten nur egal.
Ich hab denen auch gesagt: wenn das ODF nicht korrekt angezeigt wird,
dann wendet euch an den MS Support (oder nehmt ein vernünftiges Programm!).

Ich weiß das NC Colabora Online schon eine ganze Weile unterstützt. Mein
Argument sollte nicht sein, dass Cloudinstanzen vielleicht ODF nutzen.
Sondern das die Cloudprovider die es nutzen, vielleicht Einzug in den
schulischen Alltag finden. Im großen Stil.
Und wenn das soweit ist, hoffentlich Microsoft akzeptieren muss, dass
sie einen ODF Standard sauber supporten müssen.

… ja, man darf ja Hoffen …

LG

Holger

Hallo Steffen,

… da brauchst du nicht am Horizont suchen: das sit schon da.
In meinen Nextcloudinstallationen läuft Colabora schon eine ganze Weile.

ist das aufwändig zu installieren?

Muss man was besonders beachten?

Hast du eine gut Anleitung?

ich hab duckduckgo gefragt und die Anleitung Schritt für Schritt
nachvollzogen… tut.
Knackpunkt ist das Zertifikat, dass Docker auch braucht.
Der Reverseproxy wurde in der Anleitung mit eingerichtet.

LG

Holger

Hallo,

wenn ich es richtig verstanden habe, dann soll ja mit “Ella” (digitale Bildungsplattform) etwas sehr Ähnliches kommen, also spar ich mir die Arbeit und warte ab.

Viele Grüße, Wilfried

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Hallo!

Solange von offizieller und halboffizieller (Fortbildungen etc) Seite .doc verschickt wird, wird sich an dem Gemurre nichts ändern. Erst wenn dort verpflichtend .od(?) publiziert wird, wird der Umstieg der Kollegien möglich. Ich hoffe auf Ella…

LG
Max

Hallo Max,

Solange von offizieller und halboffizieller (Fortbildungen etc) Seite
.doc verschickt wird, wird sich an dem Gemurre nichts ändern. Erst wenn
dort verpflichtend .od(?) publiziert wird, wird der Umstieg der
Kollegien möglich. Ich hoffe auf Ella…

ja, so skeptisch ich mit der Bildungscloud bin (effektive Nutzbarkeit
oder so abgeschottet, dass man keine Workflow damit hat), da hoffe ich
auch - und habe in einer Mail heute ans Kollegium das schon mal
einfließen lassen:

Viele Grüße
Steffen

Hallo Max,

in der “Lebenswelt” gibt es offenbar ein ungeschriebenes Grundrecht mit
Microsoft arbeiten zu dürfen - stets mit der aktuellen Version
natürlich. Viele Unternehmen akzeptieren dies, um innerbetriebliche
Konflikte zu vermeiden, und Behörden sowieso …
Wenn dies so ist, dürfen wir den SchülerInnen dann odt aufzwingen? Ich
denke nein!
Ob wir verpflichtet sind, ihnen für ihre mitgebrachten docx jeweils das
aktuelle MS Office bereitzustellen, oder ihnen sogar Office365 für zu
Hause per FWU-Vertrag zu bezahlen, ist eine andere Frage … Wenn
LibreOffice jedoch die Microsoft-Jünger nicht scharenweise auf die
Barrikaden treiben soll, muss die Arbeit damit so möglich sein, dass man
die damit erstellten Dokumente auch mit MS Office, Softmaker Office,
Abiword weiter bearbeiten kann. Die 2007 gerichtlich erzwungene
odt-Unterstützung von Microsoft ist lausig.
Dankenswerterweise unterstützt Microsoft dieses Anliegen damit, dass sie
ihr doc- und xls-Format vollständig veröffentlicht haben.

Deshalb würde ich sowohl MS Office als auch LibreOffice, Softmaker
Office oder Abiword möglichst so einstellen, dass sie im doc-, xls- oder
ppt-Format speichern. LibreOffice kommt zwar von Version zu Version mit
docx und pptx besser zurecht, aber es bleibt ein Glücksspiel, weil die
Entwickler bei diesen nicht (vollständig?) offengelegten Formaten auf
reverse engineering beschränkt sind (oder zahlen und/oder
disclosure-Vereinbarungen unterzeichnen müssen?).

odt zu fordern halte ich in der nun mal existenenten “Lebenswelt” für
wenig hilfreichen Extremismus.

Gruß Jürgen