LMZ-BW ist Bombe!

lmz-paedml

#1

Liebe Kollegen aus Baden-Württemberg und in aller Welt!

„LMZ-BW ist Bombe!“ - so heißt das doch, wenn jemand/etwas ganz besonders ist?!

Letzten Mittwoch (25.04.2018) war ich auf einer Hausmesse von Indasys in Stuttgart (www.indasys.de), bei der u.a. das Landesmedienzentrum Baden-Württemberg (LMZ) in Person von Herrn Baummann und Herrn Wackler über die pädagogischen Musterlösungen (paedMLen – es gibt 3 davon – Linux-, Windows- und Novell-basiert) des LMZ informiert haben.

Nach Informationen zu Änderungen und Problemen der aktuellen Versionen wurde abschließend ein Ausblick gegeben. Dabei wurde angekündigt, dass in den nächsten 3-4 Jahren eine neue Schulserverlösung entwickelt werden soll, die die bestehenden 4 Lösungen ablösen soll (Herr Baumann sprach von 4 Lösungen des LMZ, da er die Grundschullösung, die der Linux-Lösung entspricht, separat gezählt hat). Konkrete Angaben zur neuen Lösung wurden nicht gemacht, sie soll aber schlank und erweiterbar werden.
Bis zur Fertigstellung sollen die bisherigen Lösungen weiter entwickelt und auch danach noch für 4 Jahre nach dem letzten Major-Release mit Updates versorgt werden. Es wurde von weiteren 8 Jahren Support für die aktuellen Lösungen gesprochen.

Diese 8 Jahre Support können natürlich nur zustande kommen, wenn mit Veröffentlichung der neuen Lösung die alten Lösungen noch ein Major-Release erhalten. Dass dies äußerst unwahrscheinlich ist, muss ich nicht betonen. Vielmehr ist zu erwarten, dass es bis zur Veröffentlichung überhaupt kein Major-Release mehr geben wird, da u.a. Kostengründe sicher eine wesentliche Rolle für diese Entwicklung spielen. Und in diesem Kontext zusätzlich Geld für eine 4. Lösung aufzuwenden, wird kaum Befürworter finden.

Hiermit möchte ich meine Anmerkungen schon beenden, aber es gibt bestimmt noch weitere Erfahrungen und Meinungen. Ich bin gespannt.

Gruß - Rainer


#2

Hi Rainer,

ab jetzt wirst du vom LMZ-Schutz beobachtet.

was mich interessieren würde: Zahlen. Wie teuer waren die PaedMLs bisher, wie teuer sind sie über ihre Laufzeit gewesen? Wie teuer wird die Neuentwicklung?

Und vor allem: Mit dem Geld hätte man vermutlich sehr viele Gema-Verträge abschließen können, die uns Lehrern eine rechtlich unbedenkliche unbeschränkte Video/Mediennutzung erlaubt hätte. Und das LMZ könnte sich endlich auf eine Kernkompetenz zurückziehen: Medien. Schließlich heißt es ja auch nicht Landes-Softwareentwicklung-und-Weiterverkaufszentrum.

Hat das LMZ die linuxmuster.net schon angesprochen und gefragt, ob sie auch die neue Lösung sein will, die man dann in 4 Jahren als “paedML linuxmuster-net” anbieten will?

VG, Tobias


#3

Hallo Tobias,

Hat das LMZ die linuxmuster.net http://linuxmuster.net schon
angesprochen und gefragt, ob sie auch die neue Lösung sein will, die
man dann in 4 Jahren als “paedML linuxmuster-net” anbieten will?

das haben wir am WE schon geflachst. Aber ich denke, wir sind uns einig:
Bitte nicht.

Wobei, die Anfrage, die wir dann “dankend” ablehnen, wäre schon
lustig… wenn das LMZ angekrochen käme um wiederzubekommen, dem sie
selbst den Laufpass gegeben haben.

Viele Grüße
Steffen


#4

Das würde ich mir im Ernstfall tatsächlich gut überlegen: Wenn schon Schulnetzlösungen aus Geldern der öffentlichen Hand von öffentlichen Einrichtungen angeboten werden sollen (dessen sinnhaftigkeit man hinsichtlich BW-Cloud ja auch anzweifeln kann), dann sollte man die Grundsätze einhalten, die man sonst so gerne bei Wahlversprechen verspricht:

  • open-source (lmn: check)
  • ressourcenschonend (lmn: check)
  • open governance model (lmn: check?)

Letzteres hab ich von einem Politiker ehrlich gesagt noch nie gehört, wäre aber entscheidend für ein für/wider die “Musterlösung linuxmuster”. Das LMZ hätte einfach nicht mehr das Sagen, könnte sich aber auch konstruktiv einbringen.
Auf personeller Ebene müssten da vermutlich beim LMZ ein paar Köpfe rollen oder sich ganz tief in den Sand eingraben, dass das ginge.

Die Vorteile lägen für mich auf der Hand: Legitimation (und PR-Support :slight_smile: mit deren Phrasendrescherei und Hochglanzdruckerei)

Der große Nachteil: Die Community sollte zusammengehalten werden.

Es wäre ein Lehrstück.

VG, Tobias


#5

Hallo,

die Zeiträume sind wirklich sehr interessant.

Schauen wir uns also an, wie die paedML 5, die 2014 von der paedML 6
ersetzt wurde, weiter gepflegt wurde.
Der UNterbau (debian 5) der paedML 5 hatte Supportende im Januar 2012.
Die paedML 5.1 wurde 2012 erst veröffentlicht.
Also wäre, nach der Aussage (die damals die selbe war) die paedML 5.1
bis 2016 supportet gewesen.
Es gab weniger als 80 neue Pakete für die paedML 5.1 zwischen 2012 und
2015, danach gar keine mehr.
Und die paedML 7 hat keinen großen und freien linuxserver drunter wie
die paedML5 dalmals, oder die linuxmuster.net Heute: wo man mal schnell
einen Entwickler finden kann, der Security Patches des Nachfolgers
backportet (wie es linuxmuster.net mit der 6.2 macht).
Soviel zum Support: schauen wir uns jetzt die Neuentwicklung an.
2013 wurde mit der Neuentwicklung der paedML 6 begonnen, mit einer
Großen Firma im Rücken, also ganz professionell.
Produkktiv einsetzen kann man die paedML 6 (bzw 7) inzwischen mit
größeren Abstrichen bei den Funktionen.
Das Capture Image funktioniert noch immer nicht ordentlich (hab ich erst
vor 4 Wochen mit einem LMZ Mitarbeiter zusammen getestet: es geht nicht!).

Es gab keinen Migrationspfad von der paedML 5 auf die 6: man konnte nur
die schueler und lehrer.txt konvertieren und einspielen.
Images, Passwörter und Daten waren weg: ganz zu schweigen von
Raumbuchung und anderen Extras.

Man beachte: die paedML 6 wurde vom LMZ als “Nachhaltig” beworben!
Blanker Hohn dem Nutzer gegenüber, wenn sie nach 5 Jahren schon wieder
abgekündigt wird (2013 bis jetzt).

Richtig lustig ist es bei der paedML Windows, deren Version 3 deutlich
länger entwickelt wurde, bis das halbwegs Nutzbar war.

Und vor allem: Mit dem Geld hätte man vermutlich sehr viele
Gema-Verträge abschließen können, die uns Lehrern eine rechtlich
unbedenkliche unbeschränkte Video/Mediennutzung erlaubt hätte. Und das
LMZ könnte sich endlich auf eine Kernkompetenz zurückziehen: Medien.
Schließlich heißt es ja auch nicht
Landes-Softwareentwicklung-und-Weiterverkaufszentrum.

das hast du sehr schön auf den Punkt gebracht.

Hat das LMZ die linuxmuster.net http://linuxmuster.net schon
angesprochen und gefragt, ob sie auch die neue Lösung sein will, die
man dann in 4 Jahren als “paedML linuxmuster-net” anbieten will?

schlank und Erweiterbar würde sehr gut passen… aber Danke: ohne mich.

LG

Holger


#6

Hallo Steffen,

gibt es schon Stimmen von Deiner Schule dazu wo man doch bei Euch gerade die paedML ausrollt?

Gruß

Alois


#7

Hallo Alois,

nö. Weiß ja auch keiner und der SL würde wohl wenn ich das mitteile den Schulnetzberater des LMZ Fragen, der weiß natürlich nichts und das LMZ wird das auf dem Weg auch nicht bestätigen.

Also wird man mir das nicht glauben.

Viele Grüße

Steffen


#8

Hallo zusammen,

na ja, wenn man ehrlich ist, machen die ja nen richtigen Schritt, oder? Warum sollen sie 3 Lösungen entwickeln? Vermutlich haben sie bemerkt, dass sie keine davon richtig hinbekommen. Da finde ich das schon folgerichtig.
Die Art und Weise und der zeitliche Verlauf der Einführung der neuen bzw. das Supportende für die bestehenden Lösungen stehen auf nem anderen Blatt und für Schulen wie bei Steffen, wo gerade erst eine der Lösungen eingeführt wird, ist das schon heftig. Da sollte das LMZ den Arsch in der Hose haben und aktiv drauf hinweisen, dass eine evtl. teure Neuinstallation eines toten Pferdes vielleicht nicht mehr angebracht ist.
Für Steffen bedeutet das zusätzliches Popcorn :wink:

Viele Grüße,
Jochen


#9

Hallo Steffen,

Ich halte es für richtig und wichtig, dass Du auf die Geschichte hin weist, sonst wird man Dir eines Tages den Vorwurf machen Du hättest wissentlich etwas verschwiegen.

Immerhin hat Rainer eine klare Aussage gemacht und bestimmt nicht wenige haben das bei der Veranstaltung gehört. Da kann sich das LMZ schlecht heraus reden.

Gruß Alois


#10

Hallo Jochen,

ich gehe davon aus, dass die bisherige Dreifaltigkeit damit zu tun hat, dass man Produktneutral bleiben wollte. Damit ist es dann vorbei.

Bestimmt wird sich ein Hersteller vordrängeln und ein Super Tuper System zur Verfügung stellen und damit dem Spuk der beiden anderen Systeme den Garaus machen.

Alternativ: Man traut sich das nicht auf einen Hersteller zu setzen und lässt es ganz. Ich sag nur “Schuster bleib bei Deinen Leisten” kümmere Dich um Dein angestammtes Geschäft und mach’s ordentlich.

Gruß Alois


#11

Hallo Steffen,

eine Fördermitgliedschaft des LMZ würden wir bestimmt nicht ablehnen.

Gruß

Alois


#12

Hallo Alois,

eine Fördermitgliedschaft des LMZ würden wir bestimmt nicht ablehnen.

nein, aber glaubst du ernsthaft, das LMZ würde uns einfach Geld als
Fördermitglied überweisen ohne danach mitbestimmen zu wollen?!?

Viele Grüße
Steffen


#13

Hallo Alois,

Ich halte es für richtig und wichtig, dass Du auf die Geschichte hin
weist, sonst wird man Dir eines Tages den Vorwurf machen Du hättest
wissentlich etwas verschwiegen.

tja, das ist so ne Sache. Ich denke nicht, dass irgendwer an der Schule
das in absehbarer Zeit spitzkriegen wird, dass das Pferd, auf das wir
umsatteln, schon beim Schlachter angemeldet ist.

Genau so wenig wird man trotz meiner Beteiligung an diesem Thread davon
Kenntnis bekommen, dass ich da was gewusst habe. Solche Kanäle wie
diesen hier nutzt von denen keiner, die Fragen nur das LMZ.

Andererseits werde ich als Querulant und jemand, der nicht “verlieren”
kann, wahrgenommen, wenn ich weiterhin die Entscheidung mit Argumenten
“torpediere”. Darauf hören wird ohnehin niemand. Dazu ist das eine zu
(macht)politisch motivierte Entscheidung.

Aktuell könnte ich das ohnehin nicht sinnvoll und nachweislich publik
machen, denn die Verwaltung ist seit über einer Woche ohne Internet und
damit ohne E-Mail, und der Schulnetzserver ist ja seit Donnerstag schon
platt gemacht - im Übrigen bislang ohne neues “Lebenszeichen”, von wegen
die Serverinstallation dauert einen halben Tag.

Immerhin hat Rainer eine klare Aussage gemacht und bestimmt nicht wenige
haben das bei der Veranstaltung gehört. Da kann sich das LMZ schlecht
heraus reden.

Das veranlasst aber einen Laden wie das LMZ nicht, einer Schule
gegenüber den Unwissenden zu spielen, zumal ich absolut davon überzeugt
bin, dass der Schulnetzberater hier aus dem Kreismedienzentrum Konstanz
davon definitiv auch tatsächlich nichts weiß.
Das liegt an mangelnder Transparenz des LMZ selbst innerhalb seines
Ladens, aber auch (zumindest teilweise) an den Schulnetzberatern selbst.
80% meiner Fragen, die über die oberflächliche Präsentation der Lösungen
hinaus gingen, konnte er nicht oder erst nach Nachfrage im LMZ
beantworten. Sachkenntnis, um wirklich sinnvoll beraten zu können, sieht
imho anders aus. Das sind in meinen Augen verlängerte Propaganda- und
Verkaufs-Arme des LMZ.

Viele Grüße
Steffen


#14

Vielleicht hab ich’s ja ueberlesen, aber wenn “aus Drei mach Eins” die Ansage ist, dann ist doch auch hier mal zu befuerchten, dass diese “Eins” einen “Standard”-Unterbau bekommt - also aus dem M$-Portfolio, oder?
“Schlank und erweiterbar” sind ja auch nur so Worthuelsen fuer’s Bullshit-Bingo.


#15

Hallo!

Aber das ist ja das schöne! Dank unserer Gründungsväter und -mütter geht das genau nicht! :clap::sunglasses:

Wenn ich das richtig erinnere: Fördermitglieder dürfen zahlen und sonst nichts! Nur ordentliche Mitglieder dürfen mitentscheiden und das können nur reale Personen sein, der Satzung sei Dank!

Aber das sind sowieso nur Gedankenspiele.

LG

Thorsten


#16

Hallo Steffen!

Ich würde mich in der Schule einfach zurück legen und schauen was um mich passiert. (Popcorn)

Falls mich jemand in Bezug auf das Netzwerk fragt, dann würde ich das was Rainer gehört hat, schon weitergeben. Mich wieder zurück legen und genießen. Boah, ich kann doch ein A… sein! :innocent:

Beste Grüße

Thorsten


#17

Macht Euch nichts vor. Linux oder OpenSource an Schulen zu vertreten macht einen zum Außenseiter, zum schrägen Vogel. Als pensionierter Lehrer habe ich diese Rolle sehr lange ausgefüllt. :wink: An meiner Schule war weder Kollegen noch Schülern so recht bewußt was Hypertext ist, geschweige denn dass sie ahnten welche umfassenden Folgen das weltweit hat. Dass Bildungsbürger verlangen mit Werkzeugen zu arbeiten, die sie nicht kennen, und anerkannt haben möchten dass dies auch so in Ordnung sein soll, hätte ich früher für unvorstellbar gehalten. Im öffentlichen Dienst gilt doch die Regel, dass vor jeder Anschaffung ein Vergleich der Kosten verschiedener Anbieter einzuholen ist und dass das günstigste realisiert werden muss. Damit hätte theoretisch Proprietäres gar keine Chance, es sei denn es wäre das einzige Angebot. Linuxmuster.net habe ich mir angesehen. Ich gratuliere zu Eurer Leistung. Sie überzeugt. Und somit drücke ich Euch kräftig die Daumen am Tag der werktätigen Intelligenz.


#18

Hallo Michael!

Danke für deine lieben Worte und das Daumen drücken. Vielleicht passieren ja noch Zeichen und Wunder!

Beste Grüße

Thorsten


#19

Hallo Michael,

Wir erleben zunehmend dass wir Zulauf bekommen. Ganze Kreise installieren Ihre Schulen mit unserem System. Ganz so große Aussenseiter sind wir also nicht.

Die Diskussion um Microsoft (siehe http://www.ardmediathek.de/tv/Reportage-Dokumentation/Das-Microsoft-Dilemma/Das-Erste/Video?bcastId=799280&documentId=50159194 ) treibt immer mehr Menschen dazu nach Alternativen zu suchen. Ich habe das kürzlich auf dem Linux-Präsentations-Day erlebt, dass Besucher nachgefragt haben wie sie Linux ausprobieren können um MS langfristig zu entgehen.

Gruß

Alois


#20

Hallo zusammen,

ich lese hier so ein bisschen mit und frage mich, ob es vielleicht doch sinnvoll wäre die linuxmuster.net der “richtigen” Stelle vorzustellen. Ich fände es klasse, wenn die linuxmuster.net DIE neue Musterlösung werden würde.
Leider weiß ich nicht wer/wo diie richtige Stelle ist.

Gruß,

Mathias