Empfehlung - Einstieg Virtualisierer

Hallo zusammen,

da wir Linuxmuster gerne testen wollen, stellt sich nun die Frage nach dem richtigen Virtualisierer.
Als Standard wird ja XEN empfohlen.
Gibt es als Neuling eine andere EMpfehlung, z. B. Proxmox oder VMWare ESXi?

Gruß

Moin.
Du wirst hier im Forum so viele Meinungen hören, wie es Hypervisor gibt (außer HyperV – den nutzt hier meines Wissens niemand?). Der Standard ist tatsächlich Xen, doch wir benutzen bei uns Proxmox (historisch so gewachsen) und sind damit bestens zufrieden, da es einfach zu verwalten ist. Da ein ganz normales Debian (mit etwas angepasstem Kernel) zugrunde liegt, ist auch keine große Umstellung in Sachen Paketverwaltung notwendig.
Bei Xen hat man .rpm als Standardformat. Dort gibt es alle VMs direkt fix und fertig als Vorlage. Eine klare Empfehlung spreche ich daher nicht aus – es ist und bleibt auch ein bisschen Geschmackssache bzw die “Macht der Gewohnheit”.
Hilft dir wahrscheinlich nur bedingt – aber jm2c
Schöne Grüße,
Michael

Hallo Benjamin,

da wir Linuxmuster gerne testen wollen, stellt sich nun die Frage nach
dem richtigen Virtualisierer.
Als Standard wird ja XEN empfohlen.
Gibt es als Neuling eine andere EMpfehlung, z. B. Proxmox oder VMWare ESXi?

Was meinst du den mit “Einstieg”?
Einstieg in Linuxmuster?
In Virtualisierung?
In Linux generell?

Wenn du schon einen virtualiserer kennst, dann würde ich den benutzen.
Von der Bedienung her geben die sich alle nix (meiner Meinung nach). Ob
das nun XEN, VMWare, Proxmoxx oder (wie ich es nehmen) direkt KVM ist.
Man muss sich halt damit auskennen.
Alle haben Vor und Nachteile und man könnte Stunden darüber diskutieren,
welcher weswegen besser ist.
Ich nehme z.B. KVM: das hat die krudeste Oberfläche: ich finde es aber
am Bedienungsfreundlichsten und es ist sau stabil.
Es ist halt ein Traktor.
Für den Einstieg würde ich das jetzt aber eher nicht empfehlen.

VMware ist schick, bringt aber keine kostenfreie Backuplösung mit (ja,
da kann man mit irgendwelchen scripten rumtricksen … aber dann nehme
ich doch lieber gleich KVM).

Proxmox Fans gibt es hier auch… ich gehöre nicht dazu.

Deswegen würde ich dir wohl XEN empfehlen: aus den gleichen Gründen,
weswegen der Verein es empfiehlt.
Es ist ein professioneller Vollvirtualisierer mit verschiedenen
Oberflächen und Backup kann über die ni-tools nachgerüstet werden.
XEN hat aber inzwischen ähnliche Probleme bekommen wie VMWare und
Proxmox: die Firma dahinter zieht die Daumenschrauben an und erschwert
den kostenfreien Betrieb.

Also: einfache Antwort gibt es nicht.
Die Hürden liegen aber nur im Aufsetzen der virtuellen Maschinen: wenn
das getan ist und das Backup eingerichtet, dann arbeiten sie alle
zuverlässig.

Viele Grüße

Holger

Hallo Holger.
Das kann ich für Proxmox so nicht unterschreiben. Die einzige “Hürde”, die man bekommt, wenn man keine Subscription kauft, ist ein Nag-Screen nach dem Login. Das ist aber mit einem Klick erledigt. Der Zugriff auf die Enterprise-Repositories ist ohne Subscription nicht möglich – man kann aber zwei andere Repositories einbinden. Vor allem ist aber wichtig: Es sind keine Features eingeschränkt!

In Sachen KVM gibt es eine riesige Palette an GUIs (von denen hier aber nur wenige zum Zug kommen): http://www.linux-kvm.org/page/Management_Tools
Schöne Grüße,
Michael

Hallo,

vielen Dank für euer Feedback. Eigentlich wollten wir ja als Schulserverlösung ein kostenpflichtiges Konkurrenzprodukt einsetzen, jedoch reizt mich Linuxmuster sehr. Wir haben aktuell einen nicht verwendeten
ESXi Server.
Nun stellt sich die Frage, diesen verwenden oder auf XEN bzw. Proxmox wechseln.?

Sehe ich richtig, dass ich bei VMWare und Proxmox ja mehrere VMs anlegen muss (Server, Firewall, …),
bei XEN dies automatisch geschieht?

Hi.
Holger hat’s schon richtig geschrieben: Wenn du dich bereits mit dem ESXi-Server auskennst, würde ich dabei bleiben, da man sich im Fehlerfall einfach selbst gut zu helfen weiß und nicht direkt auf dem Schlauch steht.

Bei Proxmox habe ich aktuell ca 12 VMs laufen - auch die Firewall ist hier virtualisiert, wobei ich mittlerweile davon abraten würde und stattdessen (wieder) auf eine dedizierte FW wechseln würde. Der Grund ist einfach die Erreichbarkeit des Systems im Fehlerfall (zB via OpenVPN). Wenn ich freie Auswahl hätte, würde ich eine FW mit OPNSense in Rackbauweise wählen, die direkt mit im gleichen Rack hängt, wo auch der L3-Switch hängt. Es läuft aber auch so wie es jetzt ist im Moment stabil…

Unter Xen werden die ganzen VMs bei der Installation angelegt/“importiert”. Das ist dort das schöne: Die Installation ist soweit vorbereitet und vereinfacht, dass man ruck-zuck ein laufendes System hat.

Unter Proxmox: Installation des Hypervisors dauert gefühlt 10-15 Minuten. Danach muss man sich die VMs anlegen. Mit Bordmitteln kann man die Xen-Images nach Proxmox konvertieren und starten. Das läuft dann auch in relativ kurzer Zeit.

Schöne Grüße,
Michael

Hallo Michael,

naja was heißt auskennen. Ich habe schon einge Male in ESXi einen Server aufgesetzt mehr nicht. Die VMWare-Oberfläche ist mir vertraut.
Die VMWare Lizenz haben wir ja schon, die könnten wir ja auch einfach “auf Halde” legen. Mir geht es nur darum, ein auch für meine in der Systembetreuung befindlichen Kollegen ein einfach zu administrierendes Produkt zu haben.
Deswegen schwanke ich, auch hinsichtlich der Backups, gerade zwischen den folgenden Optionen:

  1. VMWare EXSI verwenden ()
  2. Proxmox (einfaches WebGUI)
  3. XEN (warum wird dies hier als Standard empfohlen?)

PS: Wie sieht es denn mit der kommenden v.7.0 aus? Gibt es hier schon Empfehlungen für den Hypervisor?

Schon einmal hier vielen Dank für eure Hilfe. So eine tolle und hilfreiche Community gibt es für ein Open-Source Produkt in der Schulumgebung selten! Hut ab!

Viele Grüße
Benjamin

Hallo Benjamin,

weils mal freie Software war. Das hat sich aber geändert und das wird vermutlich zur Folge haben, dass linuxmuster.net auf den Fork umsteigen wird.

Gruß

Alois

Hallo Michael,

Das kann ich für Proxmox so nicht unterschreiben. Die einzige “Hürde”,
die man bekommt, wenn man keine Subscription kauft, ist ein Nag-Screen
nach dem Login. Das ist aber mit einem Klick erledigt. Der Zugriff auf
die Enterprise-Repositories ist ohne Subscription nicht möglich – man
kann aber zwei andere Repositories einbinden. Vor allem ist aber
wichtig: Es sind keine Features eingeschränkt!

… ja: so geht es los…
Aber ist auch egal: ich hab mir die proxmox Oberfläche angeshaut
(damals) und war nicht begeistert von dem ganzen Java was da ab ging.
Da hats dann auch regelmäßig Probleme mit der Java runtime gegeben…
Dann liest man immer mal von Problemen nach dem update … nix für mich:
sorry.

LG

Holger

Hallo Holger.

Auch in diesem Punkt kann ich beruhigt feststellen, dass sich seit der Version, die du ausprobiert hast, jede Menge getan hat! Proxmox beruht nicht mehr auf Java. Das ist längst Geschichte. Mittlerweile wird noVNC eingesetzt (default). Es geht aber auch via Spice, so dass man auch Sound/USB usw aus den VMs nach außen leiten kann. Das läuft mindestens seit Version 5.0 deutlich besser als zuvor. Die Java-VMs waren in der Tat langsamer und man war auf eine laufende und passende jre angewiesen. Ist zum Glück Geschichte …

Die Updates laufen wie ein ganz normales Debian-Upgrade. Ich bin problemlos von 4.x nach 5.x gekommen. Im Hintergrund wurde dabei von “Jessie” auf “Stretch” (9.x) gewechselt. Lief sauber durch. Aber wie gesagt: Es soll jeder den Hypervisor nehmen, mit dem er am besten klar kommt. Da gibt es keinen Königsweg :slight_smile:

Schöne Grüße.
Michael

Hi Benjamin,

XEN ist freie Software, XEN != XenServer…

Ich darf an diesen Thread erinnern, in dem Frank mal erklärt, was was ist:

VG, Tobias

1 Like