3D-Drucker-Empfehlung

Hallo Liste,
unsere NWT-Fachschaft darf sich einen 3D-Drucker anschaffen.
Leider hab ich, was 3D-Drucker angeht, keine Ahnung.

Kann mir jemand von euch einen Tip geben oder etwas empfehlen?

Gruß,

Mathias

Hallo Mathias,

wir haben vom Förderverein einen 3D-Drucker finanziert bekommen, den ich wärmstens empfehlen kann: Von FelixPrinters den FelixTec.

Was mir sehr sympathisch ist: die Firma bietet für ihre Produktlinien jeweils “Updates” an - man kauft sich also in die Produktlinie ein und kann dann bei Verbesserungen Hardware-Upgrades nachkaufen (oder den Drucker hinschicken und upgraden lassen). Zudem gibt es praktisch alle Teile nachzukaufen. Es ist vielleicht nicht das billigste Gerät auf dem Markt, aber die Kombination aus Politik, großem Bauraum und sehr guter Qualität hat uns überzeugt.

Der Support war bisher immer sehr freundlich und hilfsbereit. Auf Nachfrage ist auch eine Bestellung auf Rechnung problemlos möglich.

Die günstigste Variante ist der FelixTec als Bausatz (ca. 1100 €) - da ist man aber einige Zeit mit beschäftigt. Hat aber den Vorteil, dass man sich danach sehr gut mit dem Gerät auskennt und bei Problemen weiß, wie man sie behebt.

Die teuere Variante ist der fertig aufgebaute Felix Pro mit Touch-Screen und WLAN (2800 €). Das Gerät kenne ich ebenfalls und damit ist dann Auspacken-Einschalten-Drucken möglich.

In beiden Produktlinien kann man Dual-Head betrieb wählen (haben wir gemacht), aber auch später upgraden. Es gibt es auch noch L/XL-Varianten, die aber deutlich teurer sind.

Die Homepage des Herstellers ist https://www.felixprinters.com

Viele Grüße,
Thomas

Hallo Mathias,

meine “alte” Schule hat den Ultimaker Original in einer AG unter Leitung
eines begabten Studienstufenschülers zusammenbauen lassen und nutzt es
jetzt erfolgreich im Naturwissenschaftlichen Praktikum. Das ging in
Linux und geht in Windows 10.

Gruß Jürgen

Hallo Mathias,

wir haben seit diesem Schuljahr einen Prusa i3 MK3 als Bausatz für 770€ gekauft. Ein Sechstklässler hat teilweise mit Klassenkameraden in mehreren Mittagspausen den Bausatz zusammengebaut und nach einem Selbsttest, bei dem sich rausstellte, dass ein Riemen nicht straff genug eingespannt war, ist das Ding gelaufen.
https://www.prusa3d.de/original-prusa-i3-mk3-ger/
Das Zusammenbauen hat meinen Schülern mehr Spaß gemacht als das Entwerfen und Drucken.
Ich finde den Drucker gut, habe aber keinen Vergleich. Was wirklich praktisch ist, ist die abnehmbare Druckplatte. Die Objekte lassen sich durch “Verbiegen” der Platte leichter lösen und ich nehme die Platte zum Reinigen in die Chemie-Vorbereitung und reibe sie mit Aceton ab. Dann haftet der nächste Druck wieder ordentlich.
Schöne Grüße
Christian

Hallo,

Eine erfahrene Informatiker Kollegin von mir schrieb mir dazu folgendes:

Wenn Geld keine Rolle spielt: Ultimaker. Ansonsten kann ich unseren Craftbot wärmstens empfehlen. Wir haben Modell 2, der neue 3er ist noch besser:

Der hat im Gegensatz zu unserem 2 Druckköpfe, so kann zweifarbig oder mit auflösbarem Stützmaterial gedruckt werden.

Liebe Grüße Christoph Günschmann

Hallo und vielen Dank für Rückmeldungen.
Was mich auch sehr interessieren würde, ist die Software, die Ihr einsetzt.
Läuft die auch unter Linux?

Gruß,
Mathias

Im Grunde ist die Hardware immer recht ähnlich - Motoren und Sensoren, die über eine Board angesteuert werden. Damit läuft eigentlich die meiste einmal konfigurierte Software mit fast jedem Drucker.

FelixPrinters bietet eine kostenpflichtige Software als optionales Zubehör an, die ganz gut sein soll (Simplify3D). Wir haben immer mit der von FelixPrinters angebotenen Variante von RepetierHost (Open Source) gearbeitet - das ging immer problemlos unter Linux wie Windows.

Ist allerdings wie beim Zusammenbau - es sind zwar Profile voreingestellt, aber es schadet nichts, genau zu wissen, was die Einstellungen machen und da ggf. auch dran zu drehen. Nicht jedes Filament ist gleich und man kann seine Druckergebnisse meist nochmal deutlich verbessern, wenn man an den richtigen Stellschrauben dreht.

Neben der Drucksoftware arbeiten wir vor allem mit FreeCad zum Konstruieren von Bauteilen (Open Source, Linux+Windows). Einzelne SuS modellieren auch in Blender.

PS: Ein Beispiel für die Weiterentwicklung des Druckers (von der von uns gekauften V3.1 zur aktuellen 4.1):

  • vorher feste Druckplatte, danach magnetisch befestigte, abnehmbare
  • Beleuchtung hinzugefügt
  • Z-Achsen-Sensor vorher optisch, jetzt erkennt er die Metalloberfläche - wesentlich einfachere Kalibrierung
  • neue HotEnds: vorher Keramik+Metall, jetzt reines Aluminium wie in der Pro-Serie

Neben dem Aspekt der Nachhaltigkeit finde ich sympathisch, dass man mit SuS auch regelmäßig am Drucker arbeitet - auch eine lehrreiche Erfahrung (ein Schüler hat sich z.B. mit unserem 3D-Drucker später Teile für einen eigenen Drucker gedruckt).

Hallo thoschi,

verstehe ich das richtig?
Die meiste Software arbeitet mit den meisten Druckern.

Liefert das CAD-Programm eine Datei, die der Drucker dann ausdruckt?

Gibt es da Fallstricke?

Gruß,

Mathias

Hallo Mathias,

Hallo thoschi!

Das war doch bestimmt nicht der ganze Inhalt deines Posts, oder?

Lieben Gruß

Thorsten

@MachtDochNix Stimmt - das ist das Abgeschneide, wenn man unbedacht per Email antwortet, danke für den Hinweis.

@rettich

So weit ich weiß, arbeiten die meisten FDM-Drucker mit G-Code (einem Standard, der auch z.B. bei CNC-Maschinen zum Einsatz kommt). Die Platinen setzen diesen Code dann in die entsprechenden XYZ-Bewegungen, Filamentvorschub, etc. um.

Auf der Softwareseite muss dieser Code erzeugt werden. Dafür gibt die genannten Slicer, die ein Modell nehmen (z.B. im sehr gebräuchlichen STL-Format) und es in G-Code umwandeln. Dafür müssen ein paar druckerspezifische Parameter bekannt sein (z.B. Schichtdicke, Bauraumgröße, …), die bei besseren Druckern mitgeliefert werden, bei günstigen eben einmal eingegeben werden müssen (wobei die fast immer irgendwo im Netz liegen).

Der Slicing-Prozess ist oft eingebettet in eine Druckersoftware (bei unserem ist das z.B. RepetierHost), in der man die Modelle importieren und graphisch auf dem Druckbett verteilen kann. Diese Software kann auch den Drucker direkt per USB steuern, Druckaufträge starten und beobachten. Alternativ exportiert sie den G-Code auf eine SD-Karte (meist Micro-SD), von der der Drucker auch autark drucken kann.

Wie man sieht, ist bis zum G-Code alles bis auf einige Parameter geräteunabhängig. Ob und welche FDM-Drucker es gibt, die da völlig andere Wege beschreiten, weiß ich nicht - ich vermute aber, das sind dann Speziallösungen, die nicht für den größeren Markt gedacht sind.

Was die “Fallstricke” angeht… Da gibt es wohl einige: Letztens kam eine (vom 3D-Druck faszinierte) Kunstlehrerin zu mir und wollte gerne mal eben “Zahnräder drucken”. Wenn man sich mit CAD auskennt, mag man sich schnell zurecht finden, aber ohne CAD-Vorerfahrung ist es nicht so ohne. 2D-Skizzen erstellen, Aufpolstern, Polster oder Taschen über Skizzen auf Flächen, das ganze genau bemaßt und über Bedingungen eingeschränkt… Inzwischen bin ich drin, aber der Weg dahin war schmerzhaft :slight_smile:

Dazu kommt, dass jenachdem, wie man zum Modell gelangt, die ausgegebene Datei nicht immer gut druckbar ist. Legt man das Modell falsch aufs Druckbett, können durch die Schichtung “Sollbruchstellen” entstehen, sind Körper (z.B. aus Blender) nur über ihre Umrandung modelliert, entstehen “unendlich dünne” Wände, die gar nicht druckbar sind (da meckert dann der Slicer) und aufbereitet werden müssen, damit volumige Körper entstehen.

Auch die Materialwahl ist so eine Sache. Es muss ja nicht immer PLA sein. ABS ist schwerer zu drucken, aber stabiler. Man kann ABS in Acetondämpfe stellen und erhält eine fast keramikartige, glatte Oberfläche. Sollte man aber nicht mit SuS und nur bei guter Belüftung machen :wink: Es gibt Metallfilamente, die Patina ansetzen, man kann zweifarbig drucken oder Stützstrukturen einplanen. Man kann aber auch schon beim Erstellen im CAD-Programm darauf achten, dass Winkel so gewählt werden, wie der Drucker sie (Einstellungen) ohne Stützstruktur druckt (ohne, dass das Filament “hängt”.

3D-Druck ist da echtes “Handwerk” und man lernt aus jedem Druck. Wenn dann irgendwann dieser Workflow von der Skizze über Cad zu einem Objekt" sitzt und man relativ schnell von einer Idee zu einem einwandfreien Objekt gelangt, dass man in der Hand hält - dann ist das schon ein ziemlich irres Gefühl.

Und dieses an SuS weiterzugeben, macht eine Menge Spaß - denn die Objekte müssen nicht kompliziert sein, damit sie dieses Gefühl auslösen.

Viele Grüße,
Thomas

Hallo Thomas, und hallo an alle anderen Ratgeber,

vielen Dank für euren kleinen Crashkurs. Ich bin jetzt schon ein gutes Stück weiter als noch vor ein paar Tagen :slight_smile:

Liebe Grüße,
Mathias

Hallo zusammen,
ich hätte jetzt nochmal eine Frage.

Welches CAD-Programm benutzt ihr? Läuft das auch unter Linux?

Gruß,

Mathias

Hallo Mathias,

wie oben kurz erwähnt: FreeCad (https://www.freecadweb.org/).

Läuft unter Windows und Linux (ppa-Repo, sonst hat man meist eine etwas ältere Version, was zu Problemen führt, wenn man mit Win/Lin parallel arbeitet: ppa:freecad-maintainers/freecad-stable), es gibt viel Übungsmaterial, Tutorials, etc. auf verschiedenen Sprachen.

Ich fand den “Einstieg” (ohne CAD-Vorerfahrung) etwas schmerzhaft :slight_smile: Aber nach ein paar Tutorials fing es an, Spaß zu machen.

FreeCad exportiert in zahlreiche Formate - STL ist eines davon. Bei uns funktioniert der Druck dieser Daten problemlos (und tatsächlich milimetergenau).

Viele Grüße,
Thomas

Hallo Thomas,
vielen Dank für die Info.
Gruß,
Mathias