Smartboard Kalibrierung

Hallo Stefan, hallo Jürgen,

wir haben bei uns einige SmartBoards. Und es ist schon spannend, wie
schwierig der führende Hersteller die Nutzung dieser
"Bildungsrevolution" macht…

Unsere SmartBoards speichern ihre Kalibrierung in der Windows-Registry.
Man kann die alte Linux-Software installieren, aber bei uns funktioniert
es tatsächlich mit dem erwähnten |xinput_calibrator|. Linux erkennt das
SmartBoard als Eingabegerät und die Kalibrierung funktioniert schnell
und einwandfrei. Ich habe damals den letzten Rest “Smart” genussvoll aus
dem Image geschmissen.

Angeblich kann man an der Zahl der Kalibrierungspunkte erkennen, wo
Smart die Kalibrierungsdaten speichert (Board oder Computer, vielleicht
ja auch beides, das eine sticht das andere…?). Technisch kann man auch
trefflich streiten, was sinnvoll ist (ich vermute mal, das Speichern im
Bord macht spezielle Treiber vonnöten - ich weiß gar nicht, ob ich das
will).

Viele Grüße,
Thomas

PS: zum Thema Erfahrungen… Ich bin von unseren “SmartBoards” - gerade
rückblickend - nicht begeistert:

  • spontane Dekalibrierungen (während des Unterrichts!)
  • praktisch keine vernünftige technische Dokumentation
  • ein zäher und am Ende nicht wirklich hilfreicher Support
  • aufgeblähte Software (ich bin mal ein wenig eingetaucht - mehrere
    verschachtelt eingebaute JAVA-Frameworks usw., kenne ich vom
    TI-Nspire… Hochprofessionell!)
  • eine… sagen wir “selbstbewusste” Preispolitik seit dem letzten
    Update (egal, ob man Smartboards besitzt oder nicht - wenn man die
    Software weiter benutzen möchte, zahlt man. Und zwar nicht nach Anzahl
    der Smartboards, sondern nach Anzahl der Klassenräume!).

Kleiner Lichtblick war, dass der Schulträger bei uns wegen des letzten
Punktes entschieden hat, auf eine andere Software zu wechseln.
Allerdings zu einer Konkurrenzsoftware (Hochglanz) - meine Hinweise auf
OpenSankore damals blieben unberücksichtigt (Schulträger-IT auf der
Vorstellungsveranstaltung des alternativen Herstellers - Wochen nach
einer Email, die nie beantwrtet wurde: “Ja, kennen wir - aber das gibt
es doch nur auf Englisch, irgendwas war da” - Danke für’s Gespräch :slight_smile: ).

Hurra - die ganzen Kollegen, die Material im proprietären
SmartBoard-Format abgespeichert hatten. Man kann sie zum Glück entzippen

  • es entstehen XML-Dateien, SVGs (die Tafelaufschriebe) und die
    eingebetteten Medien. Damit kann man notfalls weiterarbeiten…

Hier habe ich zum ersten Mal gegen Widerstände entschieden, dass bei uns
ohne Diskussion nur noch OpenBoard eingesetzt wird. Die Argumente, die
Smart und so ein von oben verordneter Produktwechsel (proprietär ->
proprietär, der vom Konkurrenten versprochene Importfilter fehlt leider
noch, dumdidum) liefern, stechen ganz gut. So kann jeder (Schüler wie
Lehrer) auf jedem Gerät (Tablet, Smartboard, Notebook, zuhause, in der
Schule) die Software nutzen. Und bei allen KLeinigkeiten, die hier oder
da noch verbessert werden könnten - ich warte immer noch auf das
Killer-Argument, wo OpenBoard nicht reicht.

Vor fünf Jahren bin ich mal auf den verschiedenen Didakta-Ständen der
Hersteller gewesen und habe mal wegen Dateiaustausch gefragt. Es war
schon interessant:
Hersteller: "Ja es gibt da ja herstellerübergreifende Standards, IWB und
so."
Ich: "Unterstützen sie den?"
Hersteller: "Nein"
Ich: "Planen sie das?"
Hersteller: “Ähm wissen sie… da versprechen sich die Hersteller ja
insgesamt keinen so großen Vorteil von…”.

OpenBoard-Dateien kann man entpackt direkt im Browser öffnen bzw. als
PDF exportieren - austauschbar ist das auch nicht wirklich, aber das
liegt wohl zuletzt an OpenBoard. Würde aber auch nichts mehr bringen,
der Zug ist wohl abgefahren - und der IWB-Importfilter z.B. bei Smart
ist ein Witz…

Ich würde ja gerne schreiben, dass es mir ein ein Rätsel ist, wie die
Hersteller mit dieser Politik immer wieder durchkommen. Aber letztlich
ist das wohl ganz einfach…