Projekttageplanung mit Moodle-Aktivität "Gerechte Verteilung"

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

am Schuljahresende 24/25 sollen bei uns Projekttage stattfinden. Unsere ca. 600 Schülerinnen und Schüler werden dann aus 30-40 Projekten wählen können.

Gerne würde ich für die Wahl und vor allem die Zuteilung der Schüler zu den Projekten die Moodle-Aktivität „Gerechte Verteilung“ nutzen. Ich bin mir aber nicht sicher, ob der Verteilungalgorithmus bei so großen Projekt- und Teilnehmerzahlen ein Ergebnis liefert. Gibt es dazu Erfahrungswerte an anderen Schulen? Findet die automatische Zuteilung eine Lösung und wenn ja, wie viel musstet ihr händisch nacharbeiten?

Was mich zusätzlich zögern lässt: Wir haben ein Schule@BW-Moodle. Ich glaube, mich an eine Schule aus dem (mittlerweile geschlossenen) Moodle-Forum zu erinnern, bei der die gerechte Verteilung kollabiert ist - vermutlich aufgrund der (damals?) unzureichenden Konfiguration/Provisionierung der Server. Falls jemand also Erfahrung mit Projekttagen in einem Schule@BW-Moodle hat, wäre ich für eine Rückmeldung besonders dankbar.

Viele Grüße
Christian Schaal

Ich schließe mich da an. Wir haben limesurvey mit individuellen Tokens für die Umfrage, ein kleines externes Tool für die Verteilung und diverse Nextcloud-Collabora-Tabellen für die Orga verwendet.
Alles an einem Ort (Moodle bei oder nicht bei @BW) wäre auch für uns eine große Erleichterung. Schule: 1000+ SuS.

Vg, Tobias

Hej,

bei uns wurde das Plugin in den letzten Jahren für die Zuteilung der Projekte genutzt. Auf einen non-Schule@BW-Moodle. Deshalb kann ich über Performanzbefürchtungen nix sagen. Schulgröße ist <800 S:S (4-3zügig)

Der Algorithmus ist ein Optmierungsalgorithmus und liefert deshalb immer ein Ergebnis. Ist halt manchmal für den Einzelnen suboptimal :wink:
Wir haben von den S:S 5 Wünsche abgefragt. Es kam m.W. nicht vor, dass einem Kind gar kein Wunsch erfüllt wurde
Nacharbeit hat man immer, z.B. wenn SuS nicht wählen, oder sich spät entscheiden noch in die Projektleitung eines Faches zu wechseln…

Grüße
Michael

Hallo Michael,

danke für die Rückmeldung. Es beruhigt mich zu hören, dass das Plugin prinzipiell auch mit mehreren hundert Anmeldungen zurechtkommt. Es wäre einfach extrem schade, wenn wir die Schüler erst über Moodle wählen lassen und sich dann der Verteilungsalgorithmus aufhängt.

Danke auch für den Tipp mit den fünf Wünschen. Bisher hatten wir immer nur drei erlaubt, da man bei einer mehr oder weniger händischen Verteilung (unterstützt durch diverse Kalkulationstabellen) mehr kaum händeln kann.

Ich denke, wir probieren es einfach mal mit Moodle. Falls es noch mehr Tipps oder positive Erfahrungen von anderen Schulen gibt, gerne her damit.

Viele Grüße
Christian

Hallo Christian,
mich würde interessieren, ob ihr die Wahl durchgeführt habt und ob es funktioniert hat.

Ich bin etwas konsterniert, hatte mehrere Versuche mit dem Tool auf Schule@BW-Moodle gemacht, allerdings alle in kleinerer Form, sodass es kein Problem war.
Unsere letztendliche Wahl von ca. 65 Projekten mit 1300 SuS ist leider Stand heute nicht möglich, da Tool stürzt schon ab, nachdem ich alle Schüler und Projekte eingepflegt habe. Es lässt sich dann nicht mehr aufrufen. Extrem schade und ärgerlich, dass hier wieder Performance-Einschränkungen das prinzipiell tolle Tool nicht nutzbar machen.

Viele Grüße
Bastian

Hallo Bastian,
wir haben die Wahl durchgeführt und es hat ohne Probleme funktioniert. Der Umfang war aber auch viel kleiner, als bei euch - 261 Schüler und 24 Projekte.

Viele Grüße
Christian

An der Uni Münster lief der Algorithmus mit über 800 Teilnehmenden und 30 Projekten problemlos durch – 600 Schüler sind also kein grundsätzliches Problem. Was bei Schule@BW zum echten Risiko werden kann, ist die Cron-Konfiguration: wenn der Adhoc-Task auf dem Shared-Server zu wenig Laufzeit bekommt, bricht die Berechnung mittendrin ab – das war vermutlich der Grund für den damaligen Kollaps, nicht der Algorithmus selbst. Mehr dazu und zu konkreten Vorbereitungsschritten hab ich hier aufgeschrieben: Moodle Fair Allocation for School Project Days: Scale, Algorithm, and What to Watch on Managed Hosting - Port & Patch

Die Größenordnung sollte kein Problem sein – in der Plugin-Doku wird ein Szenario mit 868 Teilnehmern und 30 Optionen als problemlos beschrieben, das passt gut zu eurem Setup. Dein Schule@BW-Vorbehalt ist nachvollziehbar, aber neuere Versionen von mod_ratingallocate lassen den Algorithmus als Cron-Hintergrundprozess laufen – das behebt genau das alte Timeout-Problem. Details zu Konfiguration und realistischem Nacharbeitsaufwand hab ich hier aufgeschrieben: Using Moodle Fair Allocation for Project Day Planning: Scale, Performance, and Configuration - Port & Patch

Hallo!

Ich mache seit 15 Jahren die Zuteilung bei unseren Projekttagen. Mittlerweile wieder selbst, nicht von einem Algorithmus. Die Gründe:

a) Das Abfragen der Projektwünsche mit Moodle war im Endeffekt nervig. Es geht mit einer (digitalen) Klassenliste über den Klassenlehrer für mich am unaufwändigsten. Die Karteileichen, im Ausland befindlichen, Kranken, befreiten etc. streicht der Klassenlehrer gleich, ohne dass ich hinter Phantomen herrennen muss, die Austausch- und Gastschüler werden ergänzt, alle sind erfasst.

b) Stand bei uns ist meist: 760 Projektplätze für 700 Schüler. Streichst Du da noch die Projekte der KuK, die extra sowas anbieten, dass keiner hingeht, müssen alle Projekte fast voll sein. Da geht es nicht um „gerechte“ Verteilung, sondern um mögliche Verteilung. Ich gehe dann alle Wünsche durch (macht natürich der PC) und schaue, wie oft jedes Projekt gewählt wurde. Die ganz schwachen Projekte werden gestrichen, dann die schwächsten aufgefüllt. Ja, ich weiß, wählt einer einen Exoten, bekommt er den ziemlich sicher. Ist das gerecht? Ich weiß es nicht, für mich aber die einzige Möglichkeit, möglichst viele überhaupt mit Erst- bis Drittwunsch glücklich zu machen.

c) Ich bin im Prozess drin und kann mitmischen: Wir hatten dieses Jahr sehr beliebte Projekte (Lego: 87 Wünsche bei 30 Plätzen, Italienisch kochen: 82 Wünsche bei 10 Plätzen…) und sehr viele SuS hatten die gleiche Kombi bei Erst- bis Drittwunsch. Da bin ich in die häufigsten Klassen gegangen und habe gesagt, wie es aussieht, dass wenn es so bleibt, ich viele nicht glücklich machen kann. Dann kam raus: Vielen war die Gruppe wichtiger als das Projekt. Mehrere Vierer- oder Fünfergruppen haben sich ein anderes Projekt ausgesucht und waren sehr zufrieden damit.

d) Es geht nie auf. Da ich aber viele SuS und KuK kenne, weiß ich, wem ich ggf. noch ein paar mehr Schüler zumuten kann, zumal es dann auch wirklich zumutbare sind. Ich weiß, wen ich ggf. noch ansprechen kann, ob er nicht vielleicht doch ein noch freies Projekt nimmt (z.B. das legendäre „Quäl Dich“ Projekt der Rennradriege), weil ich den Eindruck habe, dass das auch passen würde oder ich es durch Gespräche schon weiß. Ich bin nicht strikt an Klassenvorgaben gebunden, weil ja jeder Schüler anders ist und vielleicht doch passt. Das kann der Algorithmus nicht.

Das kostet mich vielleicht einen Nachmittag, mehr nicht. Für nächstes Jahr hab ich mir mit KI eine kleine Datenbank mit HTML-Frontent bauen lassen, die mir die Einteilung, Statistik und den Listendruck noch vereinfacht. Ob das dann wirklich schneller geht oder meine Zeit nur woanders hängt :slight_smile: wir werden sehen.

LG

Max