Hallo!
Ich mache seit 15 Jahren die Zuteilung bei unseren Projekttagen. Mittlerweile wieder selbst, nicht von einem Algorithmus. Die Gründe:
a) Das Abfragen der Projektwünsche mit Moodle war im Endeffekt nervig. Es geht mit einer (digitalen) Klassenliste über den Klassenlehrer für mich am unaufwändigsten. Die Karteileichen, im Ausland befindlichen, Kranken, befreiten etc. streicht der Klassenlehrer gleich, ohne dass ich hinter Phantomen herrennen muss, die Austausch- und Gastschüler werden ergänzt, alle sind erfasst.
b) Stand bei uns ist meist: 760 Projektplätze für 700 Schüler. Streichst Du da noch die Projekte der KuK, die extra sowas anbieten, dass keiner hingeht, müssen alle Projekte fast voll sein. Da geht es nicht um „gerechte“ Verteilung, sondern um mögliche Verteilung. Ich gehe dann alle Wünsche durch (macht natürich der PC) und schaue, wie oft jedes Projekt gewählt wurde. Die ganz schwachen Projekte werden gestrichen, dann die schwächsten aufgefüllt. Ja, ich weiß, wählt einer einen Exoten, bekommt er den ziemlich sicher. Ist das gerecht? Ich weiß es nicht, für mich aber die einzige Möglichkeit, möglichst viele überhaupt mit Erst- bis Drittwunsch glücklich zu machen.
c) Ich bin im Prozess drin und kann mitmischen: Wir hatten dieses Jahr sehr beliebte Projekte (Lego: 87 Wünsche bei 30 Plätzen, Italienisch kochen: 82 Wünsche bei 10 Plätzen…) und sehr viele SuS hatten die gleiche Kombi bei Erst- bis Drittwunsch. Da bin ich in die häufigsten Klassen gegangen und habe gesagt, wie es aussieht, dass wenn es so bleibt, ich viele nicht glücklich machen kann. Dann kam raus: Vielen war die Gruppe wichtiger als das Projekt. Mehrere Vierer- oder Fünfergruppen haben sich ein anderes Projekt ausgesucht und waren sehr zufrieden damit.
d) Es geht nie auf. Da ich aber viele SuS und KuK kenne, weiß ich, wem ich ggf. noch ein paar mehr Schüler zumuten kann, zumal es dann auch wirklich zumutbare sind. Ich weiß, wen ich ggf. noch ansprechen kann, ob er nicht vielleicht doch ein noch freies Projekt nimmt (z.B. das legendäre „Quäl Dich“ Projekt der Rennradriege), weil ich den Eindruck habe, dass das auch passen würde oder ich es durch Gespräche schon weiß. Ich bin nicht strikt an Klassenvorgaben gebunden, weil ja jeder Schüler anders ist und vielleicht doch passt. Das kann der Algorithmus nicht.
Das kostet mich vielleicht einen Nachmittag, mehr nicht. Für nächstes Jahr hab ich mir mit KI eine kleine Datenbank mit HTML-Frontent bauen lassen, die mir die Einteilung, Statistik und den Listendruck noch vereinfacht. Ob das dann wirklich schneller geht oder meine Zeit nur woanders hängt
wir werden sehen.
LG
Max