OpenSchulportfolio / dokuwiki mit seafile-sync-Dienst verknüpfen -> Kooperation bei Unterrichtsverläufen

#1

Hallo alle zusammen,

hiermit möchte ich eine Idee vorstellen, welche ich seit 3 Jahren bei mir im Betrieb habe und bei der ich mir vorstellen kann, dass diese sehr gut in das Projekt linuxmuster bzw. OpenSchulportfolio passen würde.

Zur Dokumentation von Unterrichtsverläufen habe ich vor 3 Jahren ein dokuwiki mit einem seafile-Server verknüpft. Dabei werden die Unterrichtsverläufe in dokuwiki abgespeichert und die Materialien (Arbeitsblätter, Fotos, etc.) werden mithilfe von seafile zwischen meinem Arbeitsplatzrechner und dem dokuwiki-Server synchronisiert. Somit kann ich alle Materialdateien einfach lokal bearbeiten und trotzdem tauchen die neuen Versionen automatisch in dokuwiki auf. Aus dokuwiki heraus greife ich also immer auf die neuste Version zu, ohne dass mir die Aktualisierung Zusatzarbeit bereitet.

Parallel dazu erstelle ich mit einem script von allen Seiten aller Dateien (office, geogebra, Filme, smartnotebook-Dateien, pdfs, …) Vorschaubildchen und erstelle entsprechende dokuwiki-markup-Code-Schnipsel, die mir das Einbinden in dokuwiki-pages mit entsprechenden Links vereinfachen. Passend zu den Materialverzeichnissen und den Vorschaubildchen-Verzeichnissen erstellt ein script dann eine komplette dokuwiki-pages-Struktur dieser Verzeichnisse, sodass ich innerhalb von dokuwiki durch die Verzeichnisse mit Vorschaubildchen-Ansicht und Code-Schnipsel-Einträgen surfen kann. Alle diese Dateien synchronisiere ich dann mit seafile ebenfalls auf den Server.

Mit OneNote und OneDrive habe ich zwar noch nicht gearbeitet – da fehlen mir einfach einige key-features --, aber meine Idee geht wohl in eine ähnliche Richtung.

Bisher habe ich mit über 3000 Wiki-Markup-Zeilen insbesondere den Unterricht in der Physik-Oberstufe (Niedersachsen) dokumentiert.

(Parallel zum seafile-Server versioniere und verteile ich die Struktur noch zusätzlich mit git, da ich das Projekt ursprünglich mit git gestartet habe.)

Ziel meines Ansatzes ist, dass endlich ein Ausweg aus dem ewigen Rad-Neu-Erfinden von Unterrichtsmaterialien gefunden wird und Lehrer anfangen, beim grundsätzlichen Thema “Unterricht” zu kooperieren. Dabei ist aus meiner Sicht von ganz zentraler Bedeutung,

  • dass die verwendete Plattform einen möglichst großen Mehrwert bietet,
  • dass man gleichzeitig die Hoheit über seine Dateien behält,
  • dass man die Materialdateien einfach (!) bearbeiten kann,
  • dass man ohne große Umwege inspiriert wird (Vorschaubildchen).

Gerade der letzte Punkt der Lehrer-Inspiration kommt m.E. sowohl bei ‘ella@bw – die digitale Bildungsplattform’ als auch bei 'https://www.niedersachsen.cloud/" überhaupt nicht vor. Ohne eine sinnvolle Kooperationsplattform wird die Entwicklung von sinnvollen Materialien z.B. für die Medienbildung jedoch Jahre brauchen.

Hiermit wollte ich die Idee äußern, ob man diesen Ansatz nicht bei linuxmuster.net bzw. dem OpenSchulportfolio aufgreifen möchte. Über eine Rückmeldung würde ich mich freuen.

Viele Grüße

Tobias

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#2

Hallo Tobias,

das ist eine sehr coole Sache! Ein paar Fragen:

Du synchrionisierst die Dateien auf den DouWiki Server und erzeugst da die Billdchen und den Wiki Code? Also:

Dateiablage (Seafile/Nextcloud/Git) -> WikiServer -> MetainfoWikiCode -> Darstellung im Wiki?

Oder wo liege ich da falsch?

Das ganze ist kein Plugin für Dokuwiki, oder? da brauchts Shell Zugriff auf den Wikiserver?

VG

Frank

#3

Hallo Frank,

vielen Dank für die Rückmeldung. Also:

Auf dem Server laufen aktuell drei Dienste dokuwiki, seafile und git.

Dokuwiki beherbergt die Unterrichtsverläufe und eine automatisch per script erstellte wiki-Seiten-Struktur, welche alle meine Materialverzeichnisse abbildet. Dies könnte ich zwar z.B. auch mit dem filelist-plugin erreichen, doch in meinen Verzeichnisansichten werden alle Seiten (!) der jeweiligen Dateien mithilfe Ihrer Vorschaubildchen angezeigt. So kann ich mir aus dem wiki heraus schnell und einfach einen Überblick über die vorhandenen Materialien verschaffen. Außerdem baue ich in die wiki-Seiten noch entsprechende Code-Schnipsel ein, die ich dann per Copy&Paste in die Unterrichtsverlaufseiten einbaue:

{{:thumbs:m-phy:05-06-dauermagnete:dauermagnete-feldlinienbilder-eisenpulver:feldlinien-x-verschiedene-eisenpulver-bilder-erstellen-und-abzeichnen.docx-0.jpg?100|}}\ {{:m-phy:05-06-dauermagnete:dauermagnete-feldlinienbilder-eisenpulver:feldlinien-x-verschiedene-eisenpulver-bilder-erstellen-und-abzeichnen.docx?linkonly|Original}}

Hier wird das Vorschaubildchen der ersten Seite angezeigt und darunter befindet sich ein Link auf die Original-Datei im entsprechenden media-Ordner. Mithilfe dieser Code-Schnipsel wird das Erstellen von Unterrichtsverläufen deutlich einfacher.

seafile dient dazu die Dateien (die Verzeichnisse media und pages) zwischen meinem Laptop, dem dokuwiki und meinem Rechner in der Schule zu synchronisieren. Innerhalb des media-Verzeichnisses liegt die komplette Verzeichnisstruktur meiner Materialdateien und einer analogen Verzeichnisstruktur für die entsprechenden thumbnail-Dateien (siehe obiges Code-Schnipsel). Das pages-Verzeichnis synchronisieren ich, um die Unterrichtsverläufe auch lokal vorliegen zu haben und um die per script erstellten Seiten zum dokuwiki zu transportieren.

Damit deutet sich die Antwort auf Deine Frage schon an:

Die Vorschaubildchen und die Verzeichnis-Seiten erstelle ich aktuell lokal auf meinem Laptop und transferiere sie zum dokuwiki. Mit dem seadrive-client mounte ich das seafile-Repository, sodass ich nicht (mehr) einen lokalen “checkout” durchführen muss. Die Umstellung von einem lokalen checkout zur Verwendung des seadrive-clients führe ich aktuell durch.

Der Plan ist selbstverständlich, diese Aufgabe durch den Webserver ausführen zu lassen, aber dazu wäre es wohl sinnvoll, ein richtiges plugin zu schreiben. Dabei könnte man dann sogar mithilfe des seafile-rest-api gleich eine direkte Verbindung zwischen dokuwiki und seafile herstellen und weitere richtig schöne Dinge machen (z.B. browsen durch die History der Datei).

Bisher war ich vollauf damit beschäftigt, die Strukturen zu entwickeln, die scripte zu programmieren und eine proof-of-concept-kritische Masse an Unterrichtsverläufen mit dem System zu schreiben, sodass erst einmal diese rudimentären Umsetzungen reichen mussten.

Den Shell-Zugriff benötigt man aber trotzdem auch für die Installation des seafile-Servers.

VG

Tobias

#4

Hallo noch einmal,

noch einige Anmerkungen:

  • Das Code-Schnipsel wird noch durch einen rechtsbündigen wrap-Block eingerahmt.
  • Mithilfe des firefox-plugins “open-with” und eines einfachen scripts kann ich außerdem über einen link im wiki direkt lokal eine gewünschte Materialdatei bearbeiten (das script bereitet den Link auf und öffnet die lokale Datei mit xdg-open).
  • Die Vorschaubildchen würde ich auch langfristig mit seafile verwalten, da man dann langfristig auch ältere Versionen eines Unterrichtsverlaufs originalgetreu anschauen könnte. Außerdem ist es grandios, die Vorschaubildchen-Verzeichnisstruktur lokal mit nemo / explorer zu druchforsten und sich so noch einen schnelleren Überblick verschaffen zu können. Ein script für “Ausführen mit” schwebt mir auch schon vor, sodass ich darüber dann auch einen entsprechenden Code-Schnipsel erstellen kann.
  • Das Thema Vorschaubildchen ist auch noch ausbaufähig – z.B. möchte ich unterschiedliche Auflösungen erstellen lassen, sodass das Laden mancher Seiten schneller geht. Aktuell ist die Auflösung so, dass man den Text eines Arbeitsblattes gerade noch so lesen kann.

Ich hoffe, diese Informationen reichen für die technischen Hintergründe erst einmal.

Insgesamt sehe ich den ganz zentralen Punkt in der schnellen und einfachen Inspiration. Das Teilen von Arbeitsblättern ist nicht die alleinige Lösung, da dann jeder noch einmal selber über die Einbettung in den Unterricht nachdenken muss und diese dann tatsächlich entwickeln muss. Erst durch die Lektüre einer konkreten Einbetten von Materialien in einen konkreten Unterricht (mit allen Tipps und Tricks) bringt merkliche Entlastung.

Dabei geht es gar nicht so sehr, um das gedankenlose Nachkocken eines Unterrichtsverlaufs! Durch die Lektüre eines fremden Unterrichtsverlaufs kann der Leser jedoch große Inspiration erfahren und dann Ideen / Teilaspekte übernehmen und in den eigenen Unterricht einbauen. Eine dabei stattfindende Weiterentwicklung wird – wenn man die Unterrichtsverläufe als OER zur Verfügung stellt – dann (wahrscheinlich) zu einer Verbesserung insgesamt führen.

Also: Inspiration und Kooperation sind aus meiner Sicht die Schlüssel zur Arbeitsentlastung und zur Unterrichtsverbesserung. Dazu ist letztlich nur eine sinnvolle und einfache Plattform notwendig, die einen echten Mehrwert darstellt. Und zwar Mehrwert nicht nur in der Theorie, sondern im hoch-dynamischen und stressigen Lehreralltag! Ich meine, dass der vorgestellte Ansatz zumindest in eine gute Richtung weist.

Viele Grüße

Tobias

#5

Hallo Tobias,

ich finde das wirklich interessant was du da machst, aber für mich wäre
es nichts.
Erstmal für mich selbst, weil ich kaum Unterrichtsverläufe oder fertige
Unterrichtsstunden wiederverwende.
Und für meine Kollegen wäre es nichts, weil ich 2 FoBis bräuchte, bis
ich denen erklärt hätte, was da genau vor sich geht… ich selbst mußte
es ja zweimal lesen, bis ich es kapiert hatte.

Also: ich verstehe den Ansatz und finde es immer gut, wenn Lehrer etwas
gegen ihre Einzelkämpfergewohnheiten machen, aber wirklich umsetzen bei
mir an der Schule werde ich das wohl nicht.
Ich bin ja schon Stolz drauf, dass die Englischfachschaft in der
Nextcloud ihr UNterrichtsmaterial geteilt hat und die Mathefachschaft
(die vier Kollegen in der J1) ihre Klausuren so teilen.

Aber selbst das geht manchem über die Hutschnur.
Erst vor 4 Tagen habe ich einer Kollegin zweimal erklärt, weswegen der
Nextcloudclient auf ihrem privaten Rechner andauernd Fehler ausspuckt.
Sie hatt (Englischkollegin) 3 geteilte Ordner in ihrem Nextcloudordner:
das sind die drei, die ihre Kollegen mit ihr geteilt haben. Die werden
auch brav gesynct.
Nun hat sie aber ein Dokument in einem solchen Ordner geändert oder ein
anders dazu gelegt.
Da die anderen Kollegen aberihren Ordner “nur lesen” geteilt haben,
damit niemand ihre Unterrichtsvorbereitung manipuliert, gibt der
Nextcloudclient eine Fehlermeldung, dass ihm die Rechte Fehlen die
geänderte/neue Datei hoch zu laden.
… ich fürchte auch nach der zweiten Erläuterung hatte sie es nicht ganz
geschnallt…

LG

Holger

#6

Hallo Holger,

vielen Dank für Deine Rückmeldung. Drei Gedanken zu diesem Thema:

  1. Es geht mir nicht darum, durch das Schreiben von Unterrichtsverläufen ein Korsett anzulegen. Auch meine ich keine Referendariats-Unterrichtsverläufe.

    Mir geht es darum, die vielen hilfreichen Informationen und Gedanken festzuhalten, welche bei der Bearbeitung von unterrichtlichen Themen eine Rolle spielen, sodass ich mich bei einer Wiederholung davon inspirieren lassen kann und diese Räder nicht wieder neu erfinden muss. Tatsächlich übertrage ich meine papiernen “Unterrichtsnotizen” erst nach dem Unterricht in das wiki, da ich dann gerade diese Informationen als Erfahrungsschatz vorliegen habe.

    Wenn ich mir dann bei einer Wiederholung in 2 Jahren diese Aufzeichnungen anschaue, bin ich viel schneller im Thema wieder drin und kann basierend auf diesen Informationen viel einfacher den aktuellen Unterricht planen. In der Regel wird sich jeder ja solche Notizen auf Papier, im Hirn oder digital machen.

    Von solchen Unterrichtsnotizen, wenn sie denn nicht zu kryptisch niedergeschrieben sind, können dann auch andere Kolleginnen und Kollegen sehr profitieren, da sie eben Anregungen und vielleicht sogar einzelne Unterrichtssequenzen angepasst übernehmen können.

    Mir ging es jedenfalls so, als ich vor meinem ersten Oberstufenphysikkurs von einem sehr erfahrenen Kollegen eine Kopie einer Unterrichtsmitschrift erhalten habe und dadurch um Jahre nach vorne katapultiert wurde. Die nun über diverse Jahre weiterentwickelte Version dieses Unterrichtsgangs in digitaler Form liegt nun in meinem wiki bereit.

  2. Aus meiner Sicht beschreibst Du im weiteren Verlauf Deiner Email eine der Sackgassen, in der sich unser Bildungssystem aus meiner Sicht befindet:

    Viele Lehrerinnen und Lehrer sind über die Maßen damit ausgelastet, den eigenen Unterricht und die vielen anderen Herausforderungen in Schule zu stemmen, sodass sie für Kooperation (Materialaustausch, kollegiale Hospitation, regelmäßige Fach-Dienstbesprechungen zur Unterrichtsentwicklung, …) und für die Entwicklung der eigenen IT-Kompetenzen im Durchschnitt nur minimale Ressourcen zur Verfügung haben.

    Da bei beiden Bereichen (Kooperation und IT-Kompetenzen) nicht nur zeitliche Aspekte eine nicht unwesentliche Rolle spielen – Du deutetest dies ja auch in Deiner Email an --, ist ein konstruktives Herausarbeiten aus dieser Sackgasse eine sehr schwierige Aufgabe. Und genau aus diesem Grund stecken wir wohl immer noch in dieser Sackgasse fest. Im Hinblick auf die sicher nicht abnehmende Arbeitsbelastung wird sich dies wohl auch nicht in absehbarer Zeit ändern – der geübte Umgang der jüngeren Kolleginnen und Kollegen mit ihrem Smartphone sehe ich jedenfalls noch nicht als Anzeichen für einen qualitativen Richtungswechsel, insbesondere wenn man Themen wie Datenschutz, digitale Selbstbestimmung, gläserne Internetnutzer, big data, fake news in Betracht zieht.

    Also Deine Hinweise zur Schwergängigkeit einer Umsetzung innerhalb einer Schule kann ich ähnlich auch für meine Schule bestätigen. Mittlerweile habe ich mich auch davon verabschiedet, eine digitale Kooperation von dieser Seite aufzuziehen. Dass sich Kolleginnen und Kollegen gegenüber einer Inspirationsquelle bei mittelfristiger Entlastung partout verschließen, ist wohl nur im Hinblick auf die Arbeitsbelastung nachvollziehbar. Man könnte es so zusammenfassen: Schritte hin zu einer Arbeitsentlastung werden aufgrund einer Arbeitsbelastung nicht getätigt.

  3. Mein Ansatz zielt aus den oben genannten Gründen in den ersten Schritten überhaupt nicht auf die Umsetzung an einer einzelnen Schule, sondern auf die Kooperation über Schulgrenzen hinweg.

    In Deutschland gibt es ungefähr 3100 Gymnasien, auf ein Fach bezogen also z.B. 3100 Physik-Fachschaften. Wenn sich jetzt in 10% dieser Fachschaften jeweils ein Physik-Kollege findet, der solche differenzierten Unterrichtsnotizen in digitaler Form als OER (!) auf einer Plattform zur Verfügung stellen würde, wäre das schon eine unglaubliche Inspirationsquelle. Die geogebra-Plattform macht es vor! Um die Inspirationen zu kanalisieren, könnte man dann die Nutzer z.B. Sterne verteilen lassen oder man baut Statistikseiten über die häufigsten Aufrufe ein oder …

    Wenn dann noch die Plattform einfach zu bedienen ist, die Arbeitsmaterialien zwischen der Plattform (wie z.B. bei github) und dem lokalen Rechner synchronisiert werden und die Nutzer einen deutlichen Mehrwert haben, werden sich auch die Fachkollegien der eigenen Schule zumindest in Teilen darauf einlassen.

    Es steht und fällt letztlich mit der Bedienung der Plattform, der Einfachheit des Workflows und dem auch daraus folgenden Nutzungsmehrwert.

    Bisher werden die meisten Kolleginnen und Kollegen, welche Unterrichtsnotizen digital verwalten, wohl mit einem Office-Programm oder mit OneNote/Evernote arbeiten. Office-Programme mit eingebauten Hyperlinks auf Arbeitsblätter funktionieren ganz gut, doch der Einbau von Vorschaubildchen zur Inspiration ist damit recht aufwendig. Und eine Kooperation a la wikipedia bzw. geogebra ist damit auch recht schwergängig. Außerdem befinden sich diese Dateien wie Papierordner standardmäßig in einem “zugeblätterten” Zustand, das Öffnen dieser Informationen ist im Vergleich zu einem wiki recht umständlich. OneNote/Evernote sind nicht so verschlossen, doch die Verknüpfung mit den Arbeitsblättern ist schwergängiger – es ist zu aufwendig, zu bearbeitende Arbeitsblätter herunterzuladen, zu bearbeiten und wieder hochzuladen.

    Im Vergleich ist die dokuwiki-syntax vielleicht sogar einfacher, weil man sich auf die wesentlichen Formate konzentriert und kein perfekt formatiertes Dokument erstellt. Ich benutze jedenfalls nur Überschriften, Fettdruck, Kursivdruck, Unterstreichung, Listen, Hyperlinks, farbige Texte, Tabellen und eben meine Vorschaubildchen. Um diese Bildchen mit entsprechenden Links zu den Originaldateien einzubinden, kann man ja auch einen Befehl programmieren: <<einfuehrung-dauermagnete.odt, seite=2>>. Die pdf- / odt-Exportmöglichkeiten verhindern, dass die dokuwiki-Nutzung zu einer Einbahnstraße wird. (Klar wäre es schön, wenn eine Plattform zur Unterrichtsdokumentation noch viel einfacher zu bedienen wäre.)

    Und schließlich geht das OpenSchulportfolio doch auch genau in diese Richtung – meine Idee zielt letztlich auf die Erweiterung hinsichtlich Unterrichtsdokumentation, nur eben nicht an einer Schule sondern in einem größeren Rahmen.

Soweit erst einmal. Ich hoffe, dass dies nicht zu erschlagend war und dass vielleicht einige Anregungen hinsichtlich digitaler Kooperation dabei waren. Wie wahrscheinlich deutlich wird, habe ich mich mit dieser Thematik schon sehr intensiv auseinandergesetzt – die Entwicklung der Idee der Unterrichtsgalerie mit dokuwiki und seafile hat so viel Zeit in Anspruch genommen, dass ich vorher und währenddessen immer wieder rekapituliert habe, ob dies ein sinnvoller Weg für einen Ansatz im großen Rahmen ist.

Über weitere Rückmeldungen würde ich mich freuen.

Viele Grüße

Tobias

#7

Hi Tobias.
Interessante Ideen! Ich stimme dir in vielen Aspekten zu. Es wäre tatsächlich schön, wenn es einen Königsweg gäbe, der aus dieser Sackgasse führen würde.

Ich sehe es mittlerweile so, dass man nicht das ganze Kollegium mit ins “digitale Neuland” nehmen kann. Es wird immer die geben, für die die einfachsten Dinge schon unüberwindbare Hürden sind. Da helfen auch keine monatlichen Fortbildungen mehr – sorry :slight_smile: Meine Hoffnung setze ich auf die jüngeren KuK, mit denen man das Ruder hoffentlich noch drehen kann.

Eine Plattform wie du sie beschreibst, wäre sicher super. Es ist aber tatsächlich so: Neben voller Stundenzahl und dem ganzen anderen Zeug bleibt kaum Zeit für diesen “Luxus” – auch wenn’s letztlich eine Zeitersparnis darstellt. Dass so eine Lösung OER sein müsste, steht für mich außer Frage. Ich frage mich nicht zum ersten Mal, warum jedes Bundesland bzw sogar jeder Schulbuchverlag sein eigenes Süppchen kocht und es keine einheitliche Lösung gibt. So wäre es z.B. ohne weiteres denkbar, dass die Verlage ihre Angebote als moodle-Kurs zum Download/Verkauf anbieten. Warum macht das keiner? Es verlangt ja keiner, dass Inhalte auf OpenSource Plattformen auch kostenlos sind. Stattdessen erscheinen immer wieder neue eigene Online-Plattformen, die oft genauso schnell wieder verschwinden. Entweder weil sie nicht laufen oder nix taugen…

Ein Wiki, wie du es dir vorstellst, sollte ja von Geben & Nehmen leben – und nicht nur vom Nehmen. Die “Gefahr” ist immer, dass nur sehr wenige etwas beisteuern und der Großteil sich einfach nur bedient. Es ist ja auch nicht so, dass es solche Ansätze nicht gibt – aber meistens stehen dann früher oder später kommerzielle Interessen dahinter.
Als ich letzte Woche in Kassel auf der moodle-moot war, konnte man übrigens deutlich merken, dass es an Unis besser als an Schulen läuft: “Die machen das einfach!”. Ich habe Administratoren gesprochen, bei denen täglich bis zu 1000 User gleichzeitig moodle nutzen. Es wird dort offensichtlich schon lange im großen Stil benutzt. Da musste auch niemand mehr von der Sinnhaftigkeit und/oder Notwendigkeit solcher Plattformen überzeugt werden… diese Diskussion ist in Schulen nach wie vor anstrengend und bringt keinen weiter.

Hier noch ein interessanter Artikel passend zum Thema bzw auch darüber hinaus:
https://www.herrdorok.de/digitalisierung-in-schule-und-lehrerausbildung-wird-es-gut-werden/

Schöne Grüße,
Michael

#8

Hallo Michael,

klar, bei der Arbeitsbelastung wird man nur glücklich, wenn z.B. aus den ca. 12000 gymnasialen Physik-Fachkolleginnen und -kollegen zumindest ein kleiner Bruchteil für eine attraktive Basis sorgt.

Kostenlos bzw. ohne Zugangshürden würde ich so eine Plattform auch erst einmal nicht betreiben. Man könnte z.B. ein Punktesystem einführen, wo man durch eigene Beiträge Punkte sammelt.

Dreh- und Angelpunkt ist m.E. trotzdem die Einfachheit der Nutzung einer solchen Plattform. Wenn eine solche Plattform so einfach zu bedienen wäre wie z.B. die geogebra-Plattform oder OneNote / Evernote, dann würde die Kooperation wohl deutlich einfacher an Fahrt aufnehmen. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass man für diesen Zweck mit einer solchen Plattform sogar deutlich einfacher arbeiten kann als z.B. mit einem Office-Programm (oder auch OneNote / Evernote).

Hinsichtlich moodle: Meine (schon angestaubten) Erfahrungen mit moodle ergaben, dass man mit moodle bestimmt gut e-learning-Angebote erstellen kann und sicherlich auch ein wiki betreiben kann. Wer aber diese Angebote alle erstellen soll, sodass sie tatsächlich im Unterricht gewinnbringend eingesetzt werden können, ist immer noch nicht geklärt. Mit erwachsenen Lernern (in der Uni) funktioniert das bestimmt gut, aber mit Mittelstufen-Schüler*innen …? Dafür müssen sich die moodle-Unterrichts-Helden doch wahrscheinlich für viele Wochen in ein Kämmerlein einschließen, um umfassende Unterrichtsangebote zu entwickeln. Und abgesehen davon fehlt mir bei moodle die Möglichkeit der seafile-Einbindung.

Selbstverständlich könnte man für meine Idee aber auch ein anderes wiki-System benutzen.

Also: 1% von 12000, das wäre doch schon einmal eine vielversprechende Nutzerbasis für ein Fach :).

Viele Grüße

Tobias

#9

Wie war das bei Linux: Es konnte nur deshalb erfolgreich sein, weil es offen und für jedemann zugänglich war. Hätte es was gekostet, wäre es in der Versenkung verschwunden.

Was moodle angeht: Es kann alles. Einiges sehr gut und schnell und anderes eher umständlich. Aber ich denke, dass (auch) Schüler sehr schnell eigenes Material für sich oder andere damit erstellen könnten – wenn man sie lässt. Dazu ist kein allzu großes Expertenwissen notwendig. Wenn dann noch Dinge wie H5P (s. anderer Thread) dazu kommen, wird’s sogar ganz schick und ansehnlich.

Schönen Gruß,
Michael

#10

Hallo Michael,

a propos Linux:

Wenn mein System doch schon die Versionsnummer 0.01 erreicht hätte und ich es auf ftp.funet.fi hochladen könnte :slight_smile:! Bis es jedoch soweit ist, ist der Weg durch das Spannungsfeld aus Arbeitsbelastung, Geben&Nehmen, OER, IT-Kompetenzen der Lehrer, komplizierter Technik, Standesdünkel und Schulentwicklung doch noch sehr kompliziert.

Aktuell ist es jedenfalls so, dass einige Kollegen und ich aus diversen Gründen erst einmal in einem geschlossenen Wiki auf die 0.01 hinarbeiten und das auch erst einmal nur für das Fach Physik. Jeder der bereit wäre, die deutliche Mehrbelastung zu schultern und differenzierte Unterrichtsnotizen inkl. entsprechende Arbeitsmaterialien als OER zu entwickeln, wäre aber prinzipiell herzlich willkommen. Im aktuellen (!) Stadium würde dies für einen Interessenten wohl eine Fahrt nach Hannover bedeuten, um sich gegenseitig kennenzulernen.

Die 0.01 ist das erste große Ziel!

Hinsichtlich moodle habe ich keine große Erfahrung. Mit Blick auf das Prinzip

Für jede Aufgabe ein Programm, das diese Aufgabe optimal löst.

und das KISS-Prinzip hatte ich mich letztlich für dokuwiki und seafile entschieden. Vielleicht könnte man auch moodle verwenden; ich hatte jedoch auch die Hoffnung, dass die Entwicklung der entsprechenden Plugins für dokuwiki einfacher wäre.

Während meiner Recherchen hatte ich folgende Produkte in Betracht gezogen und dann aber entsprechend verworfen: openolat, redmine, dvcs, mecurial, git-annex, git-lfs, trac, atlassian, alfreso, xwiki, gitlab, gitblit, phabricator, collabora, nextcloud, onlyoffice, syncthing, coyz, tiddlywiki.

Starke Anwärter waren:

  • atlassian (kostenpflichtig),
  • gitlab (bietet alles und ist eine tolle aber komplexe Software),
  • gitblit (s. gitlab),
  • phabricator (s. gitlab)
  • git-annex (grandiose Software mit tollen Funktionen, aber kaum etwas für den Normal-User),
  • git-lfs in Verbindung mit tortoisegit (gäbe es einen einfachen und sicheren git-lfs-Server – gitlab / gitblit sind doch schon sehr komplexe Systeme und der git-lfs-demo-server hilft mir auch nicht weiter --, dann hätte ich vielleicht mit git-lfs statt seafile genommen).

Auf diesem Hintergrund schrieb ich:

Viele Grüße

Tobias