Lenovo-Thinkpads "onboarding": quick, dirty, smart

Hallo zusammen,

das Land Niedersachsen beglückt die zukünftigen Jahrgänge ja mit Endgeräten. Und auch, wenn die meisten Schulen Ipads gewählt haben werden (ich möchte mich aus pietätsgründen nicht weiter dazu äußern), halten wir die Fahne hoch und sind dann eben mit den Thinkpads unzufrieden, die es als einzige „offene“ Lösung gab.

Ich möchte mit Euch teilen, wie wir die Geräte ins System aufgenommen haben - denn das hat richtig Spaß gemacht!

Der Ablauf im Einzelnen:

  • Rechner-Bios ändern: Secure-Boot aus, Passwort auf „1“ (oder irgendetwas anderes einfaches setzen) → ca. 30 Sekunden
  • per F12 Booten von einem (bzw. in Stapeln von mehreren) USB-Sticks, welche
    • ein Mini-Linux startet (welches ist vermutlich egal)
    • ein Skript automatisch startet
    • die wichtigsten Bios-Einstellungen per ThinkLMI verändert (geiler Scheiß!!): Bootreihenfolge, Bios-Passwort, Schnickschnack
    • die Rechner-Infos ausliest (MAC, WLAN-MAC, Seriennummer, Bios-Version, …)

Nach relativ wenigen Stunden hat man dann z.B. 4 große Stapel mit Notebooks, die alle Linbo-Netboot-Ready sind!

Jetzt startet man für jeden der 4 Sticks auf einem Linux-System ein Python-Skript, welches folgendes tut:

  • Einlesen der Inventardatei auf dem Stick (übergibt man als Parameter)
  • Ausgabe einer linuxmuster-devices-konformen csv zum direkten Anhängen an die devices.csv
  • Ausdruck von Labels (SVG-Vorlage z.B. auch mit Logo) über einen Etikettendrucker (Brother, 36mm) zum direkten Aufkleben samt Barcode in umgekehrter Reihenfolge
  • Einpflegen der Inventardaten als CSV in Koha zur Lernmittelausleihe

Das mit dem Barcode ist nett: ich kann ein Gerät nehmen, einen kleinen Skript-Befehl zum Zurücksetzen eines Rechners eintippen (Abkürzung für linbo-remote) und danach den Barcode mit einem Handscanner einscannen → beim nächsten Booten wird dieser Rechner am Netz zurückgesetzt.

Ich hätte nie gedacht, wie gut wir diese Gerätelieferung in den Griff bekommen. Aber es zeigt eben, was mit „offenen“ Lösungen alles möglich ist. Dass wir bei den ThinkPads in Zukunft per ThinkLMI noch so manches z.B. über Postsync-Skripte basteln oder reparieren könnten… muss noch ein wenig warten :slight_smile:

Viele Grüße
Thomas

PS: Ich verzichte hier auf den KI-augmentierten Quellcode - ich finde ihn weder besonders schön noch habe ich ihn gründlich getestet. Es sollte und musste reichen, dass es „funktionierte“. Wer aber mal in diese oder eine ähnliche Lage kommt, argumentieren möchte, warum "nichts so schnell geht, wie Ipads) oder einfach etwas herumexperimentieren möchte, darf natürlich gerne anfragen.

Tja, das ist ja nun an mir vorübergegangen - und ich habe auch deutlich das Gefühl, dass ich das nicht so gut hinbekommen hätte. Woher hattest du die Idee mit dem Stick?

Weiter viel Erfolg!

Hallo Thomas,

coole Lösung.

Welches Mini-Linux hat Du genommen?

Gruß Brummel

Hallo Brummel,

ich habe Alpine Linux genommen, weil ich noch einen Stick rumliegen hatte und ThinkLMI damit funktionierte und mir schnell genug gebootet hat.

Ich vermute aber, dass das mit so ziemlich jedem Mini-Linux-Stick genau so läuft.

Zunächst wollte ich das ja über einen kleinen PXE-Server realisieren (Raspberry + Switch), das wäre auch irgendwie schick gewesen. Aber dann muss man irgendwie einen Rückkanal für die Inventardaten realisieren, so war es letztlich schneller.

Viele Grüße
Thomas