Erfahrungen zu ONLYOFFICE Desktop als Alternative zu LibreOffice

Hallo zusammen!

Wir verwenden im Schülernetz ausschließlich LinuxMint Clients und bisher LibreOffice. Das ist eigentlich wunderbar, aber es steigt leider (auch bei mir) die Unzufriedenheit mit LibreOffice. Es kommen leider seit Jahren kaum neue Features und inzwischen finde ich, ist LibreOffice in Sachen Benutzerfreundlichkeit, Vorlagenauswahl und Erscheinungsbild den bekannten Office-Suiten der Monopolisten oder diversen Online-Lösungen leider etwas unterlegen. MS-Office, iWork, Canva, usw. sind in der Bedienung intuitiver, sehen schicker aus und machen es dem Nutzer leichter, am Ende mit wenig Aufwand schicke Ergebnisse zu haben.
Ich will damit nicht sagen, dass LibreOffice schlecht wäre - ein Hoch auf die Entwickler! Ich nutze es (vorher OpenOffice) seit fast 20 Jahren ausschließlich und sehr zufrieden und erfolgreich privat wie beruflich. Ich bin damit aber groß geworden und kenne viele der Tricks und Workarounds.

Die Schüler*innen und auch Eltern sehen das Nichtnutzen von MS-Office ja schon kritisch (Vorbereitung auf das Berufsleben und so…) und zunehmend muss ich ihnen zustimmen, dass LibreOffice in oben schon genannten Punkten etwas abgehängt wurde. Im Einsatz in der Schule macht LibreOffice den Schülern (und damit auch mir) leider immer wieder Probleme, vor allem, wenn sie eben zu Hause MS-Produkte nutzen. Die Unzufriedenheit über LibreOffice überträgt sich dann leider auch immer wieder auf Linux und FOS-Software an sich. LibreOffice nimmt hier eine ungünstige Schlüsselrolle ein, weil es ja das meist genutzte Programm ist.

Nun habe ich mich mal wieder nach Alternativen umgesehen. G**gleDocs, 365,…oder andere auch datenschutzfreundliche cloudbasierte Dienste wie NC mit Collabora oder ONLYOFFICE kommen nicht in Frage. Hier scheint aber gerade auch bei den OpenSource-Entwicklern der Fokus zu liegen.

Bleiben für Linux als echte Desktop Alternativen nur WPS-Office (kostenpflichtig), Collabora und ONLYOFFICE. Letzteres scheint mir gerade am vielversprechendsten zu sein, auch wenn die Firma eindeutige Verbindungen nach Russland hat. Das soll hier aber nicht Thema werden. Mich interessieren eure Erfahrungen mit ONLYOFFICE als Desktop Edition im Schulalltag.

Wie ist die Kompatibilität mit MS-Office?

Die Oberfläche scheint etwas langsam zu sein - macht das im Alltag größere Probleme?

Was gilt es sonst zu bedenken?

Vielen Dank schon mal!
Grüße Noah

Abend,
ich wuerde mich da nicht so an MS klammern, wir haben 20 Jahre lang Abschlusspruefungen der Fachinformatiker mit Open- bzw. LibreOffice geschrieben und mussten die Exceltabellen, die mitgeliefert wurden, niemals in irgendeiner Form umschreiben bzw. anpassen. OnlyOffice haben wir auch auf den Desktops, wir nutzen da auch ausschliesslich Linux, ich glaube aber, dass das OnlyOffice keiner wirklich nimmt.
Die Microsoftfanboys wollen Microsoft, da ist es vollkommen egal was man ihnen (ich bleib mal bei den Maennern) anbietet. Wenn man fragt, was sie denn braeuchten, dann kommt „Microsoft“, man redet gegen eine Wand, kriegt nichtmal Argumente fuer den Kauf von Microsoftprodukten sondern nur stupide Aussagen. MS ist wie ein Virus, vollkommen aussichtslos da Alternativen anzubieten.

Installier doch einfach OnlyOffice dazu, die kostenpflichtige Variante wir allerdings teuer, sie locken zwar mit lebenslangen Updates, aber nur fuer die eine Version, soweit ich mich erinnere.

Ich finde uebrigens, dass sich LibreOffice gut weiterentwickelt, irgendwo kann man wohl auch umstellen damit das so aussieht wie MS-Office.

Gruss Harry

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Salut,
ich hab’s mir lange nicht angesehen, aber vielleicht kann auch

was.

Und wenn SuS zu Hause Aufgaben mit MS Office lösen, die ich Ihnen für LO gestellt habe, dann weise ich sie darauf hin, dass sie im Matheunterricht eine Hausaufgabe „Seite 17 , A1 bis A3“ auch in dem Buch lösen müssen, das die Schule ausgegeben hat und nicht in irgendeinem Mathebuch Ihrer Wahl…

Gruß
Sascha

Hallo @nosch ,

Ich arbeite ebenfalls seit Jahre mit LO. Ich kann aber nicht bestätigen, dass sich da nichts tun würde. Es kommt ganz darauf an, wie man es konfiguriert; Man kann LO definitiv besser anpassen als MSO. Ich empfehle der mal die verschiedenen Benutzeroberflächen anzuschauen: Hier am besten die kompakte Symbolleiste verwenden und diese nach deinen Wünschen anpassen. Ich nutze diese aber fast nicht mehr, sondern eher die Seitenleiste bzw. das Kontextmenü.
Auch was Erweiterungen angeht ist LO besser: Ich kann sogar Latex Code einbinden, falls ich möchte: Mathematische Formeln sehen so in Writer besser aus, als auf jedem anderen Textverarbeitungsprogramm.

Was den Unterricht angeht, ist LO zudem das bessere didaktische Werkzeug. Kein anderes Werkzeug lässt sich auf Dateiebene so gut anpassen. Du kannst sogar je nach Datei Menüleiste, Kontextmenü und Symbolleiste anpassen und das je nach Kontext anders. Damit kann ich den Unterricht auf grundlegende Prinzipien ausrichten.

Zu den Problemen/ Elternanforderungen:

  • MS-Office weil im Berufsleben: Mal ehrlich; Wenn Schülys mit Office in der Schule beginnen, dann braucht es noch > 10 Jahre, bis sie im Berufsleben ankommen. Keiner kann mir sagen, dass MS-Office noch so aussieht, funktioniert und geschweige denn kompatibel zu den eigenen Formaten ist wie vor 10 Jahren. Bei Office365 kommt dann noch dazu, dass MS ständig ungefragt Änderungen vornimmt - frag mal in der „Wirtschaft“ nach. Was Schülys jetzt mit egal welchem Programm an Anwenderwissen lernen, werden sie niemals exakt so im Berufsleben umsetzen können. Und viele Unternehmen nutzen mittlerweile vielleicht was ganz anderes wie zum Beispiel Google Docs, welches oft deutlich zuverlässiger läuft.
  • Wechsel zwischen funktionsäquivalenten Produkten: Wenn man die vermittelten und erworbenen Kompetenzen auf reine Produktschulung reduziert (dort klicken um, dann da klicken und anschließend…), statt übergreifende Prinzipien zu vermitteln, dann braucht man sich nicht wundern, wenn der Wechsel nicht funktioniert. Macht man es richtig und nutzt Programm (egal welches) didaktisch sinnvoll, dann finden sich auch die schwächeren Schülys in beiden Welten zurecht. In meinem Unterricht kam es bereits vor, dass Schülys ausversehen das falsche (in dem Fall MS-Office) geöffnet hatten und nichtmal bemerkt haben, dass alles anders aussieht, als die vier Wochen zuvor…
  • Kompatibilität: MS ändert immer Mal wieder selbst ihr Format und ist oft nicht zu 100% rückwärtskompatibel. Dazu hält sich MS manchmal selbst nicht an eigens definierte Standards. Das führt dazu, dass andere Programme und ältere MS-Office Versionen MS-Formate anders darstellen als in der neusten MS-Office Version. Das XML-Format ist außerdem bei LO deutlich besser dokumentiert. Nutze ich also zum Beispiel .odt, dann kann ich mir sicher sein, dass ich auch noch sehr viel später Software finden werde, die diese korrekt darstellt. Zur Not nehme ich einfach eine alte LO-Version. Außerdem muss man wissen, dass das die größten Probleme eher durch Fonts und andere ‚extern‘ vom Betriebssystem eingebundene Komponenten zustande kommt. Deshalb gibt es Veröffentlichungsformate, wie zum Beispiel pdf.
  • Das einzige Kompatibilitätsproblem, dass es wirklich gibt: Verlage und andere Quellen stellen manchmal ausschließlich Dateien in MS Formate zur Verfügung, welche dann teils auch noch technisch schlecht („Leerzeichen“ zum Positionieren, komische Tabellen, Formeln statt Bilder, etc.) gemacht sind und Fonts nutzen die nirgens installiert sind. Diese Dateien zerfetzt es dann ziemlich sicher in nicht MS-Produkten. Ich sehe hier aber eher diese Quellen in der Pflicht endlich für nicht editierbare Inhalte Veröffentlichungsformate zu nutzen und ordentliche Quellformate zur Verfügung zu stellen. Das ist aber vermutlich nicht in deren Interesse (geplante Obsoleszenz).
  • Schicke Ergebnisse: Ja schick oft (insbesondere jetzt mit KI), aber häufig technisch schlecht gemacht (Strukturierungszeichen z. B. „Leerzeichen“ zur Positionierung, überall direkt formatiert, usw.). Ich investiere lieber 5% mehr Zeit und habe dann auch was Sauberes.

Nun zu Onlyoffice (insbesondere als Cloud-Lösung):

  • Wir haben in unserer Nextcloud Onlyoffice integriert. Die Kompatibilität zu MS Formaten ist recht gut, dafür die zu odt-Formaten schlechter. Look&Feel ist an MS-Office angelehnt. Und auch hier nochmal: Meine Schülys haben kein Problem am Rechner LO zu nutzen und in der Cloud Onlyoffice. Die Prinzipien sind die gleichen, auch wenn das Design anders ist und bestimmte Funktionen an anderer Stelle.
  • Falls du dich in Baden-Württemberg befindest: Für Cloud-Office hat man sich dort für Collabora entschieden und überall implementiert. Collabora ist LibreOffice für die Cloud und damit zu 100% kompatibel (im Hintergrund werkelt LO). Mittelfristig werden daher vermutlich auch wir auf Collabora wechseln.
  • Auf IPads nutzen wir Collabora Office, wichtigstes Argument: Das Preis-Leistungsverhältnis.
  • Die Geschwindigkeit egal welcher Cloud-Office Lösung (Collabora oder OnlyOffice) hängt stark von der Hardware ab. Habt ihr entsprechend Leistung am Server (oder Endgerät falls installiert), dann läuft das auch besser. Bei uns läuft OnlyOffice zuverlässig und ist auch nicht langsamer als z.B. Google Docs.

Fazit: Libre LO bzw. Collabora nutzen, statt MS oder andere Alternativen.

  • Das wichtigste Kriterium für die Schule ist: lässt sich das Werkzeug didaktisch sinnvoll nutzen und möglicherweise sogar reduzieren um übergreifende Prinzipien zu vermitteln.
    Die Schule sollte keine kostenlose Produktschulung für egal welches Unternehmen anbieten.
  • Dann kommt das Verfügbarkeitskriterium: Ist die Software für die Schülys auch zu Hause frei verfügbar. In BW ist das LO (da FOSS) bzw. Collabora, da durchs Land für Schülys bereit gestellt.
  • Dann kommt das Preis-Leistungskriterium: Da ist LO einfach nicht zu schlagen. Kostenlos und an manchen Stellen bessere Leistung (insbesondere durch Erweiterungen, da ist sogar KI möglich)
  • Langlebigkeit/Nachhaltigkeit: Meine in LO erstellten Dokumente kann ich auch noch in 20 Jahren nutzen und vermutlich relativ schnell an neue Enwicklungen anpassen. Egal ob die Software LibreOffice dann noch existiert.
  • Und noch Vieles mehr!

Falls du konkrete Beispiele hast, was in LO-Probleme im Vergleich zu MSO macht. Dann teile diese doch mit. Ich bin mir sicher, ich und andere wissen wie diese zu beheben sind; auch was die Intuition angeht.

Lieben Gruß
Simon

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Die Umstellung die Harry meint findet man unter
Ansicht - Benutzeroberflächen - In Registern
dann hat man diese unsäglichen Ribbons (Ihr erinnert Euch, als die rauskamen haben MS Anwender für Geld ein Add-on gekauft, mit dem sie auf Menüs/Symbolleisten zurückstellen konnten…)
Ich habe das jetzt eine zeitlang für mich probiert, weil es ja „moderner“ ist – meinen Arbeitsfluss hemmt es eher und ich habe wieder auf Old-School Menü + Symbolleiste umgestellt, aber das kann an jahrzehntelanger Gewöhnung liegen.
(zurückstellen mit dem Sandwichsymbol oben rechts, dann Benutzeroberfläche - Symbolleisten)

Gruß
Sascha

Hallo zusammen!

Vielen Dank für die Antworten und ich stimme euch fast durchweg zu und fast alles ist mir bekannt - auch die ganzen Konfigurationsmöglichkeiten der Benutzeroberfläche. Insbesondere sehe ich es auch so, dass wir grundlegende Prinzipien vermitteln und keine Produktschulung machen. Ich bin da voll bei euch und argumentiere gegenüber den Kritikys (auch ich mag das Entgendern nach Phettberg sehr! :slight_smile: ) mit euren Argumenten - vielen Dank für die gute Zusammenfassung! Ich stelle auch nicht infrage, dass LibreOffice in vielen Dingen überlegen ist. Wie erwähnt würde ich persönlich auch nichts anderes nutzen wollen und finde auch die Ribbons grauenhaft. Die meisten Schülys wachsen aber dennoch mit Eltern auf, die MS in der neuen Version gewohnt sind. Und die meiste Auseinandersetzung entsteht einfach aus der Gewohnheit. Man will das nutzen, was man kennt bzw. wo man sich zurechtfindet. Hinzu kommt die Problematik der immer noch nicht vollen Kompatibilität, was vermutlich aber nicht an den LibreOffice-Entwicklern liegt…

LibreOffice hat leider auch seine Marotten, die sich seit Jahren nicht ändern. Unsere Schülys machen neben ein wenig Tabellenkalkulation vor allem Writer-Dokumente mit Text und Bildern und Präsentationen.
Dabei ist das größte Problem das Einfügen und Positionieren von Bildern. Ich kenne inzwischen die Tricks, wie ich z.B. drei Bilder gleich groß nebeneinander in Writer einfügen kann oder ein Bild von Text umfließen lasse. Das kostet mich aber einige Klicks und Einstellungen, bis das passt und man muss wissen wie.
Auch in Impress habe ich alle Einstellungsmöglichkeiten (Gitter, an benachbarten Objekten ausrichten, usw.) durch und es lassen sich die Bilder immer noch nicht so schön positionieren wie bei der Konkurrenz oder ONLYOFFICE. Da geht das ohne Anpassung der Grundeinstellungen einfach intuitiv.
Ein weiteres Beispiel ist das Einfügen von Tabellen in Writer. Da muss ich nach dem Einfügen einfach alles selbst einstellen. Keine fertigen Designs, die ich dann anpassen kann.
Und die Templates für Präsentationen sind leider auch nicht der Hit. Es gibt zwar hunderte zum Download, aber die sind dann trotzdem oft altbacken oder unterscheiden sich nur durch den Hintergrund.

Das sind jetzt vielleicht für erfahrene Nutzys keine großen Dinge. Die Konkurenz macht es Anfängys aber einfach einfacher und ich finde es auch gut, wenn Programme möglichst intuitiv funktionieren und man nicht für jede Funktion eine Erklärung braucht bzw. in Menüs suchen muss.

Deshalb zurück zu meiner Frage nach den Erfahrungen mit ONLYOFFICE. Dazu habe ich vernommen und weitere Fragen:

  • Kompatibilität mit LibreOffice nicht 100%, aber zu MS-Office besser - inwiefern?

  • Collabora basiert zu 100% auf LibreOffice > dann ist als Desktop-Variante doch gleich LibreOffice die bessere Option. Collabora Desktop scheint mir LibreOffice in der Ribbon-Ansicht, aber nicht ganz ausgereift zu sein.

Also stellt sich doch die Frage, komplett (in Cloud und auf Desktop) auf ONLYOFFICE zu setzen oder eben LibreOffice am Desktop und Collabora in der Cloud.

ONLYOFFICE Desktop ist kostenlos: Office kostenlos | ONLYOFFICE Desktop Editoren
Parallel anbieten ist eine Option, aber nur, wenn wir dadurch nicht neue Probleme mit der Kompatibilität untereinander bekommen?

FreeOffice habe ich vor kurzem mal privat ausprobiert. Das sieht zwar sehr nach MS-Office aus, hat mich aber in Sachen Kompatibilität mit MS-Office dann doch enttäuscht und dann bleibe ich doch lieber gleich bei LibreOffice.

Am schönsten wäre es, wenn LibreOffice einfach die guten Dinge der anderen noch einpflegen würde und MS voll auf ODF setzen würde…

Viele Grüße
Noah

Hallo Noah,

Was das Design und Vorlagen angeht. Gut da geh ich mit. Nur: Wird man das in Zukunft noch so sehr überhaupt selbst machen … Mal schauen :slight_smile:

Zur Technik:

  • Bild von Text umfließen lassen.: Rechtklick Umlauf… Bei mir weniger Klicks als in MS Office (1. Klick richtiges Band auswählen, 2. suchen 3. Klicken) oder?
    Schülys wissen wie: Ich bringe Ihnen bei, dass immer wenn sie etwas mit einem Ding/Objekt (hier dem Bild) machen wollen sie darauf rechts klicken und dann suchen. Da ich das Kontextmenü entsprechend angepasst habe, finden sie auch schnell nach was sie suchen. Dann müssen sie nur noch wissen, was ein „Umlauf“ ist. Darum kommt man aber nicht drum herum.
  • Tabellenvorlagen: Gibt es auch in Libreoffice. Einfach F11, bzw. in der Seitenleiste bei den Vorlagen. Ob die jetzt so hipp sind wie wo anders, anderes Problem.
  • Präsentationstemplates: Unterscheiden sich in mehr als nur den Hintergründen. Masterfolien sind hier das Stichwort (Äquivalent zu den Format-, Tabellenvorlagen in Wirter). Das Konzept sind hier die Vorlagen an sich. Aber das ist tatsächlich komplex. Ich verstehe, dass wenn ich einfach etwas will, was gut aussieht (ohne selbst erstmal viel gestaltet zu haben), die Konkurenz Kunden fängt :frowning:

Ich stimme zu, die Konkurrenz macht es Anfängys leichter. Aber das ist es dann halt auch was sie bleiben: Anfängys. Sobald man mit deren Produkten mehr machen möchte wirds schnell schwieriger und umständlicher. Aber auch LO hat irgendwann seine Grenzen (wenn aus meiner Sicht auch später als MSO): Eine Abschlussarbeit texe ich dann halt ohnehin lieber, als sie mit einem WYSIWYG Editor zu bearbeiten. :slight_smile:

Wie sieht es denn bei den Schüly/Etlern Erfahrungen mit Feldbefehlen in Serienbriefen, die aus Datenbanken gefüllt werden und so weiter, mit MSO aus? Wie macht man in MSO Seitennummerierungen mit unterschiedlichen Nummernkreisen: Römische Zahlen im Anhang. Nicht ohne zu Googlen und viel Frust!
In LO ist es das selbe Konzept wie bei all den anderen oben beschriebenen Problemen: Vorlagen!

LG
Simon

Hi,

ich kann nur beipflichten. Formatvorlagen zu verstehen ist wichtiger als die Buttons für fett, kursiv und Blocksatz leicht zugänglich im Ribbon-Menü zu haben. Microsoft Office ist da bis heute unrühmliches Beispiel, weil es in allen Versionen nicht mal Absätze von Zeilenumbrüchen unterscheidet (der standardmäßige Zeilenabstand für einen Absatz entspricht genau einem Zeilenumbruch).

Ein bisher noch nicht genannter Aspekt ist die digitale Souveränität Europas von den USA. Die Verbreitung von Office-Produkten von Microsoft und Google (egal ob cloud oder on-premise) wird im Unternehmensumfeld und auch bei Behörden auf absehbare Zeit sinken. Gerade im öffentlichen Diensten ist da aktuell viel Bewegung drin und große Unternehmen haben das auch im Blick. Wenn das genügend Fahrt aufgenommen hat, springt der Mittelstand auch auf. Das Argument der Eltern pro Microsoft verliert also zunehmend Schlagkraft. Davon abgesehen: Nicht jeder Schüler wird zur Fachkraft für Büro- und Organisationsmanagement, d.h. viele Schüler werden in ihrer beruflichen Laufbahn ohnehin mit Fachanwendungen in Kontakt kommen, wo beim Export in andere Datenformate Microsoft Office nur eine Rolle unter vielen spielen wird.

VG
Buster

Ich wüsste ja oft gerne, wie viele dieser Schulys und Eltern eine legale Kopie von MSO haben. In meiner Jugend war die Zahl verschwindend klein (und in Studentenzeit war ich als MINT-Student immer einer der ersten Ansprecherpartner im Freundeskreis, so von wegen, „haste nicht so ne CD…“), sonst hätte MSO auch nie als quasi-Standard verbreiten können.
In meinen Klassen habe ich früher auch immer genau das am Anfang der TK-Einheit abgefragt und die Antwort war…erwartbar…

Hallo zusammen!

Nun hab ich mich noch ein wenig mehr mit ONLYOFFICE auseinandergesetzt und muss leider sagen, dass die Benutzeroberfläche sehr schön aufgeräumt ist und für die Schule alle Funktionen da und wesentlich leichter erreichbar sind. Ein tolles Bedienkonzept und ich könnte mir vorstellen, dass es im Schulalltag super funktioniert und der Funktionsumfang ausreicht. Den Schülys würde auch sicher der Umstieg von oder zu MS-Office leichter fallen.

Aber:

  • keine ausreichende bzw. volle Kompatibilität mit ODF, man müsste also komplett umsteigen und LibreOffice und ODF den Rücken kehren und stattdessen auf die MS-Formate setzen. Das widerstrebt mir sehr!
  • Verbindungen nach Russland
  • unklar, ob es in Zukunft kostenfrei bleibt bzw. Abhängigkeit von einem Unternehmen
  • fortgeschrittenere Funktionen fehlen
  • kaum anpassbar und dadurch unflexibel

Zusätzlich hat obige Diskussion gezeigt, dass FOSS mehr ist, als nur eine passende, benutzerfreundliche Software zu haben. FOSS verfolgt auch noch „höhere“ Ideale und Prinzipien, wie Unabhängigkeit, Freiheit, Nachhaltigkeit, usw. Die sollten wir vermitteln!

Schade, dass man in diesem Fall bei der Benutzerfreundlichkeit Abstriche machen muss, aber das wird sich ja vielleicht auch irgendwann ändern. Weiß jemand, ob da bei LibreOffice Entwicklungen geplant sind?

Und trotzdem interessieren mich weiterhin Erfahrungen mit ONLYOFFICE in der Schule - gibt es wirklich noch niemanden, der ONLYOFFICE Desktop im Schulalltag einsetzt? Wahrscheinlich nur in der Online-Version und in Verbindung mit MS-Office auf Windows-Clients?

Grüße Noah

Ohne Dir widersprechen zu wollen, die Benutzeroberfläche von OnlyOffice ist wirklich sehr aufgeräumt und übersichtlich. Aber extrem unterschiedlich finde ich die von LO jetzt nicht (wenn man letztere ein wenig Richtung MS konfiguriert, was mir natürlich widerstrebt…)

Abend,

Die Diskussion dreht sich im Kreis, hab das Gefuehl, dass Dir an LibreOffice irgendwas nicht passt, dummerweise gibt es hier anscheinend nur Leute, die damit kaum Probleme haben und jede Menge Vorteile sehen und diese auch begruenden. Am Ende scheinst Du das zu akzeptieren, aber dann doch nicht und kommst wieder zurueck zu OnlyOffice.
Ich hatte geschrieben, dass wir es einfach dazu installiert haben, den Lehrern auch gesagt, dass sie das gerne nutzen koennen, hab aber noch niemanden gesehen, der das tut…steht ja nicht Microsoft drauf. Vielleicht nenne ich es einfach mal „Microsoft Office 365 Premium Business Edition“.
Was hindert Dich denn daran das einfach mal zu installieren?

Gruss Harry
P.S. ich seh immer noch nicht wo man bei der Benutzerfreundlichkeit Abstriche machen muss, mir ist aber auch ziemlich wumpe mit welchem Programm ich Texte schreibe, zur Not geht das auch mit dem VI, mach da keine Religion draus.

Hallo Harry, hallo zusammen!

So ist es. Danke für eure Gedanken und Argumente.

Mich interessiert aber weiterhin meine eigentliche Frage nach Erfahrungen zu ONLYOFFICE - speziell von einem breiteren Einsatz in der Schule. Und ich hoffe, dass sich vielleicht noch jemand meldet, der nicht langjähriger LibreOffice Nutzer ist und vielleicht noch eine andere Sicht auf das Thema bringt?!

Die Möglichkeit, ONLYOFFICE einfach als ein zusätzliches Office zu installieren, scheue ich etwas, weil unsere Schülys es bestimmt nutzen würden und wir dann vermutlich noch mehr (Kompatibilitäts-)probleme und Diskussionen hätten. Wenn ONLYOFFICE voll zu ODF kompatibel wäre, würde ich das in Erwägung ziehen. Das ist auch der Hauptgrund, warum es für mich nicht als Alternative in Frage kommt.

Vielen Dank und viele Grüße Noah

Mich interessiert aber weiterhin meine eigentliche Frage nach Erfahrungen zu ONLYOFFICE - speziell von einem breiteren Einsatz in der Schule.

Hallo Noah,
vielleicht sind wir eine solche Schule, die du suchst. Wir verwenden Onlyoffice seit 2021 als Standard-Officepaket auf den schuleigenen PCs und als Online-Office in der Nextcloud. Wir haben dafür eine Enterprise-Lizenz gekauft, die 200 parallele Zugriffe und die Bearbeitung mit mobilen Endgeräten ermöglicht.

Mit den kostenlosen Desktop-Editoren auf den PCs kann man eigentlich alles, was man als normale Lehrkraft in der Schule braucht, problemlos machen. Die meisten Lehrkräfte nutzen in der Schule Onlyoffice, weil es sich beim Doppelklick auf docx- xlsx- und pptx-Datein eben automatisch öffnet. Natürlich murren sie manchmal, aber dafür mit Rechtsklick → Öffnen mit das parallel noch installierte MS Office 2016 zu öffnen, sind sie halt doch zu bequem :grinning:.
Ich habe in den letzen Jahren im Basiskurs Medien, dem Aufbaukurs Informatik in Klasse 7 und jetzt im neuen Fach Informatik und Medienbildung immer Onlyoffice verwendet. Hauptsächlich desswegen, weil die Schüler dann zuhause über die Nextcloud an ihren Dateien weiterarbeiten können. Desktop- und Webanwendung sind in Funktionsumfang, Oberfläche und Bedienung praktisch identisch.

Die Kompatibilität der Desktop-Editoren mit MS Office ist gut, aber nicht so gut, dass eine nahtlose Zusammenarbeit problemlos möglich ist. Privat und für meine Unterrichtsvorbereitung vewende ich OnlyOffice, für meine Verwaltungsaufgaben (Sekretariat und Schulleitung abeiten mit MS Office) aber wieder MS. Die Abläufe sind dort so eng getaktet, dass die eine oder andere Inkompatibilität und Formatverschiebung nicht tolerierbar ist.

Die mobile Android-App (auf unseren Schüler- und Lehrertablets) taugt eigentlich nur als Dateiöffner oder für kleinere Änderungen. Wirklich tiefgreifendes Arbeiten oder die komplette Erstellung von Dokumenten ist damit sehr hakelig.

Etwas besser auf Mobilgeräten funktioniert die Webanwendung (über die Nextcloud-App) aber auch damit möchte ich keine komplexen Dokumente oder Tabellen erstellen. Das liegt aber meiner Meinung nach hauptsächlich daran, dass das ganze gewachsene Konzept Textverarbeitung/Tabellenkalkulation/Präsentation eben auf PCs ausgerichtet ist und nicht auf Mobilgeräte.

Fazit: Man kann auch in der Breite mit Onlyoffice arbeiten. Ob wir das aber das aber auch in zwei-drei Jahren noch tun werden, kann ich nicht sicher sagen, denn:

  • im DAP läuft Collabora
  • im Moodle läuft Collabora
  • in BW Share läuft Collabora
  • Die Fortbildungs- und Unterrichtsmaterialien für Informatik sind in LibreOffice
  • sogar die Abi-Korrekturtabellen gibt es seit zwei? Jahren auch als .ods …

Eine einheitliche Lösung für Schüler, Lehrer und Schulverwaltung wäre mir wichtiger, als das Festhalten an eine bestimmten Software.

Viele Grüße
Christian

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Danke für die ausführliche Schilderung, das ist auch für nicht-Ffragesteller interessant !

Gruß
Sascha

Hallo Christian!

Vielen Dank für deine Schilderung!

Deine Antwort bestätigt letztlich aber auch, dass Collabora und LibreOffice die zukunftssichersten Alternativen zu MS-Office sind.

Da habt ihr’s aber gut…in Bayern sieht das anders aus…

Grüße Noah

Hallo zusammen!

Hatte noch nicht die Gelegenheit, es auszuprobieren, aber vielleicht ist das die Lösung - gerade im richtigen Moment:

Hier noch die offizielle Seite:
https://www.collaboraonline.com/collabora-office/

Grüße Noah

Hallo zusammen!

Jetzt hatte ich Gelegenheit, mich ein wenig durchzuklicken und es geht genau in die Richtung, wie ich es mir gewünscht habe! Man hat MS-Office Register, kann aber die Seitenleiste wie bei LibreOffice einblenden und sogar in eine Kompaktansicht wechseln, mit der man dann eine Menüleiste bekommt. Also werden sich auch LibreOffice Nutzer schnell zurechtkommen.

Leider funktionieren (zumindest in der Linux-Version) einige Funktionen noch nicht - viele Buttons reagieren einfach nicht und ich finde auch keine Möglichkeit in die Grundeinstellungen zu kommen. Ich kann auch nur entweder die Seitenleiste oder die Vormatvorlagen einblenden, usw. Steckt wohl alles noch in den Kinderschuhen:

https://www.collaboraonline.com/blog/collabora-online-now-available-on-desktop/
Für einen produktiven Einsatz muss man wohl noch warten.

Auch die Installation geht bisher nur über einen Download von der Website und dann mit:

flatpak install /Pfad/zur/Datei.flatpak

Grüße Noah

Hallo zusammen!

Inzwischen gibt es eine besser benutzbare Version und Collabora Office ist über Flathub erhältlich:

Und auch in den Apple und MS App Stores ist es inzwischen verfügbar.

Grüße Noah