Bezahlung bei freier Software in Schulen

Ich habe ein Anliegen, bei uns in der Schule / Schulleiter und dann beim Schulträger (Stadt/Landkreis) auch die Finanzierung von Open Source Projekten / Communities hinzuweisen, auch wenn die Antwort „nein“ ist. Formal würde ich das gerne immer wieder ins Bewusstsein rufen, bis es evtl. Früchte trägt.

Geld für Code & Community

Wir profitieren von Software für die wir wortwörtlich nichts bezahlen. Dabei könnten wir freiwillig bezahlen und ich bin dafür dies zu tun. Aus folgenden Gründen:

  • Der Ersteller der Software hat Ausgaben bei Erstellung und Verteilung, die wir nutzen. Aufgrund des freiheitlichen Wesens des Internet aber dafür keine Kosten erhoben werden.
  • Der Ersteller der Software soll aus unserer Sicht gerne die Software pflegen und weiterentwickeln. Da das seltenst im Auftrag passiert, sollten wir aus moralischer Verpflichtung heraus bezahlen.
  • Der Ersteller der Software oder eine Internet-Gemeinschaft aus Nutznießenden pflegt mit Aufwand und Ausgaben aber oft ohne finanzielles Interesse eine Support-Basis, die wir nutzen, direkt oder indirekt. Auch hier ist es seltenst möglich, das auf Auftragswegen zu bezahlen.

Projekte, die bezahlt werden (Beispiel unsere Schule)

  • Wir haben zwei Stellen, an denen wir Dienstleistung und Auftragsarbeiten für Open Source Software bezahlen, die nicht vom Land gestellt wird: Mail und Moodle bei sys-fn, Serverhosting bei Hetzner
  • Eine Stelle, an der man zahlen müsste/könnte, weil eine Firma das anbietet, aber uns kulanterweise erlässt, weil die Kosten untragbar wären, würden sie Geld verlangen: Nextcloud

Projekte, die meiner Ansicht nach bezahlt werden müssten (Beispiel unsere Schule)

Weil es Zig unbezahlte Projekte gibt, die ich jetzt aufzählen könnte, nenne ich mal die für uns naheliegensten, weil groß, prominent und von allen (Lehrern) verwendet, überall gilt: private Spender zahlen typischerweise ca. 12-60€/Jahr

bürokratische Hürden & Kosten

Ich weiß, dass es nicht einfach sein wird, an Projekte aus öffentlichen Mitteln Geld zu überweisen, wenn man keinen Bestellschein ausfüllen kann und es u.a. nur „PayPal“ gibt. Aber ehrlich: Wessen Aufgabe sollte es sein, dieses Problem zu lösen?

Ich habe 11 Projekte aufgezählt. Für 100€ an jedes Projekt würden wir einen nicht nur symbolischen Obulus hinterlassen, der uns einen Bruchteil von den übriggebliebenen Geldern kosten würde. Teuer ist die Arbeitszeit die bürokratischen Hürden zu überwinden. Aber es ist m.A. nach ein Aufwand, den die Stadt einmal machen sollte, weil es einfach richtig ist und es politisch gewollt sein sollte.

Offen für weitere Ideen…

Frage in die Runde:

  • Welche Projekte sind unterstützenswert?
  • Welche Projekte sind nicht unterstützenswert? (siehe Diskussion DHH / omarchy)
  • Welche bürokratischen Hürden haben eure Verwaltungen überwunden?

Aus meiner Sicht fehlt Proxmox und Debian :-).

Die Proxmox-Subskription kann auch eine einfache Möglichkeit sein, das Projekt zu unterstützen.