Alle Drucker immer sichtbar - warum?

Liebe Wissende!

Zu meinem bestehenden Problem, das ich mit dem Cups habe, hat sich folgendes gesellt.

Ich habe in der Schulkonsole nun eingetragen, in welchen Raum welche Drucker sichtbar sein sollen, es werden aber dennoch allen Clients alle Drucker angezeigt.
Hab ich etwas übersehen?

Bitte um Hilfe!

Lg,
Alex

Hallo Alex,

man kann in der Schuko nicht einstellen, welche sichtbar sind (es sind immer alle sichtbar), sondern nur, wer wo drucken darf (ansonsten kommt nix raus).
Bei einer sinnvollen Benennung der Drucker entsteht für die Schüler hier ein Lern- und Konzentrationsfeld (finde ich gut).

Man kann aber auch per postsync ins cups auf den clients nur die Drucker verfügbar machen, auf die man wirklich drucken darf. Diese “Liste” muss man aber separat zur Schulkonsole pflegen. Welche Datei das ist, weiß ich nicht, da ich es nicht mache, aber schau mal im Wiki, ich glaube es ist die /etc/cups/printers.conf.

LG
Max

Hallo Alex,

Zu meinem bestehenden Problem, das ich mit dem Cups habe, hat sich
folgendes gesellt.

Ich habe in der Schulkonsole nun eingetragen, in welchen Raum welche
Drucker sichtbar sein sollen, es werden aber dennoch allen Clients alle
Drucker angezeigt.
Hab ich etwas übersehen?

welches Clientbetriebsystem?
Ubuntu?
Welche Version?

Wenn du Ubuntu hast, dann ist es normal, dass alle Drucker angezeigt
werden: der cups des Clients redet mit dem cups des Servers und bietet
alle gefundenen/freigegebenen Drucker an.
Die Schulkonsole macht Einstellungen über die access.conf von cups: die
steuert das Zugriffsrecht auf den Drucker, nicht das “anzeigerecht”.
Deswegen ist es normal, dass alle Drucker angezeigt werden.
Das ist auch überhaupt nicht schlimm: man soll den Nutzern nicht alles
Denken abnehmen: sonst lernen sie es nicht.

Also ist das bei mir so gelößt:

  1. Drucker heißen wie der Raum in dem sie stehen (das kapiert
    anscheinend jeder ohne Erklärung).
    Also: p155 ist der Drucker in Raum 155, welcher r155 heißt (wir dürfen
    NICHT r155 als Druckerbezeichnung nehmen!)

  2. alle Räume sehen alle Drucker

  3. Default Drucker ist überall der PDF Drucker.

Das zwingt die Leute zum Nachdenken: wer einfach auf drucken drückt,
weil das Zuhause auch so funktioniert, oder weil das Netzwerk magische
Kräfte haben muss um zu wissen, wann ich wo drucken will, der bekommt …
nichts … nur ein PDF im eigenen Homeverzeichnis (welches perfider Weise
zum Quota zählt :slight_smile: ).

An der Stelle fängt er dann entweder nachdenken an, oder er fragt andere
Nutzer.

Am Drucker hängt aber auch ein Zettel:
"Ausdruck nicht da?

  • blinkt der Drucker noch?, dann ist er noch beschäftigt
  • blinkt er nicht mehr, dann stehst du vielleicht vor dem falschen
    Drucker: hast du p155 ausgewählt beim drucken?
  • blinkt er rot: ist noch Papier drin?
    "

Das funktioniert seit Jahren wunderbar.

Es kommen auch nur sehr sehr selten Meldungen wie:" der Drucker ist
kaputt, weil er meinen Auftrag nicht ausspuckt"

Viele Grüße

Holger

Ach soooooo…
Jetzt ist mir das auch klar, warum die Drucker angezeigt werden. Vielen Dank für die Antworten und auch danke für die Tipps im Umgang mit den Kollegen.
Ich denke, ich sollte auch so einen Zettel ausdrucken… :slight_smile:
LG,
Alex

Hallo Holger,

nur ein PDF im eigenen Homeverzeichnis (welches perfider Weise
zum Quota zählt :slight_smile: ).

dem entnehme ich, dass du Pykota einsetzt.

Nutzt du auch den Notifier oder wird einfach nur ohne unmittelbare Info
an die User im Hintergrund Kontingent abgezogen?

Weil… ich hab ja noch immer das ungelöste Problem, dass bei Ubuntu
16.04 bei den meisten meiner Drucker die Bildschirmmeldung nicht
erscheint, sondern am Server-Cups ohne Userinteraktion ein “Cancel” ankommt.

Siehe hier:

Viele Grüße
Steffen

Hallo Steffen,

dem entnehme ich, dass du Pykota einsetzt.

ja, aber mit 14.04 Clients.

du mußt jemand finden der pykota mit 16.04 einsetzt.

LG

Holger

Hallo Holger,

dem entnehme ich, dass du Pykota einsetzt.

ja, aber mit 14.04 Clients.

verrätst du bitte noch, ob du Pykota mit dem Drucknotifier einsetzt, sprich
ob bei dir das Bestätigungsfenster aufgeht, in dem die User aktiv den
Druckauftrag nochmal bestätigen müssen. Oder wird bei dir nur im
Hintergrund Guthaben abgezogen?

Diese Variante habe ich nämlich noch nicht probiert. Und ich müsste um das
Funktionieren zu prüfen auf jedem Druckertyp einmal drucken und zu allen
Druckern laufen, um zu sehen, ob was raus kam.

Mein Problem ist ja, dass das Fenster bei den meisten Druckern
(komischerweise nicht bei allen) unter 16.04 nicht erscheint, da auf dem
Server automatisch “cancel” als Rückmeldung ankommt und der Druckauftrag
deshalb verworfen wird.

du mußt jemand finden der pykota mit 16.04 einsetzt.

Das scheint eben (fast) keiner zu tun, oder er kann trotzdem nichts zu
meinem Problem beitragen. Der einzige bisherige Hinweis verlief erfolglos -
oder ich habe den Eintrag in die Config doch falsch gemacht oder es war ein
Fehler im Hinweis oder …

Viele Grüße
Steffen

Hallo Holger!
Boah, habe ich mich über diesen Satz geärgert. Mit dieser Denkweise kann man auch noch Autos mit Anlasskurbel verkaufen wollen: Nehme den Autofahrern nicht alles ab, sonst werden sie zu schwach.

Warum zeigt der Client Funktionalität an, wo keine ist? Würdest du in einem Onlineshop einkaufen, dass dir bei der Farbauswahl deines Produktes zehn Farben zur Auswahl lässt, nur um dir bei jeder Wahl (bis auf einer) zu melden, dass diese Farbe gerade nicht lieferbar ist? Oder um im Bild zu bleiben, einfach gar nicht liefert!

Aus Ärger entsteht ja auch manchmal Gutes. Ich habe mich hingesetzt und überlegt, wie es gehen könnte:
Man kann in der /etc/cups-browsed.conf Filter definieren. Etwa so:
BrowseFilter NOT name ^R114_Laser
Dies zeigt alle Drucker nicht an, die R114_Laser heißen.

Durch ein einfaches wget kann man abfragen, ob man einen Drucker benutzen darf:

cupsserver=“10.16.1.1"
printurl=”/printers/R114_Laser"
wget -q -O /dev/null http://$cupsserver:631$printerurl
if [ $? -eq 8 ]
then
echo "Drucker nicht erreichbar -> sollte gefiltert werden"
fi

Das könnte man für alle erreichbare Drucker einmal beim Systemstart, wenn das Netzwerk verfügbar ist, machen. Hier wäre ein Systemd script dafür

#cat /etc/systemd/system/cups-browse-filter-setup.service
[Unit]
Description=Filter forbidden Printers.
After=network-online.target
Before=cups-browsed.service

[Service]
Type=simple
ExecStart=/usr/local/sbin/cupsBrowseFilter.sh

[Install]
WantedBy=multi-user.target

Und so könnte das eigentliche Erstellen der Filter aussehen:
Vorbedingung:

mv /etc/cups/cups-browsed.conf /etc/cups/cups-browsed.conf.template

Zuerst alle Drucker auflisten, dann jeden Drucker aufrufen. Wenn auf den Drucker nicht zugegriffen werden kann, wird ein Filter erstellt und der Filter wird die Datei $cupsfilterfile geschrieben. Am Ende wird die Datei /etc/cups/cups-browsed.conf.template nach /etc/cups/cups-browsed.conf kopiert und die Filterliste angehängt.

cat /usr/local/sbin/cupsBrowseFilter.sh

#!/bin/bash
cupsserver=“10.16.1.1"
cupsfilterfile=”/etc/cups/LinuxmusterFilterList.conf"

printerurllist=$(wget -q -O - http://:631$cupsserver/printers | grep ‘HREF="/printers’ | grep -v ‘HREF="/printers/"’ | grep -v ‘HREF="/printers/?’ | awk -F’"’ ‘{print $2}’)
if [ “$printerurllist” == “” ]
then
echo "no printers found."
exit 1
fi

rm “$cupsfilterfile”

for printerurl in $printerurllist
do
printername=$(echo $printerurl | awk -F’/’ ‘{print $3}’)
wget -q -O /dev/null http://$cupsserver:631$printerurl

if [ $? -eq 8 ] 
then
	echo "printer $printername not available!"
	echo "BrowseFilter NOT name ^$printername" >> "$cupsfilterfile"
fi

done

echo -e “Do not edit this file! It will get overwriten!\n\n” > /etc/cups/cups-browsed.conf
echo -e “letzte aktualisierung dieser Datei: $(date)” > /etc/cups/cups-browsed.conf
cat /etc/cups/cups-browsed.conf.template >> /etc/cups/cups-browsed.conf
cat “$cupsfilterfile” >> /etc/cups/cups-browsed.conf

Man müsste avahi opfern. Avahi hört bei GTK2 Programmen wie Firefox nicht auf Filter.
Da es einem mit systemd nicht gelingt avahi vollständig zu deaktivieren, könnte man es so machen:

#cat /etc/avahi/avahi-daemon.conf

use-ipv4=no
use-ipv6=no


In der cups-browsed.conf müsste dann noch hinzugefügt werden:

BrowseAllow server1
BrowsePoll server1

Ehrlich gesagt: Diese Gedanken sind Gefrickel. Das könnte Cupsbrowsed besser alleine machen. Keine Ahnung, warum es das nicht tut. Aber funktionieren würde es. Aber dann würden die User ja nicht mehr denken.
Gruß
Frithjof

Hallo Frithjof,

Deswegen ist es normal, dass alle Drucker angezeigt werden.

Das ist auch überhaupt nicht schlimm: man soll den Nutzern nicht alles

Denken abnehmen: sonst lernen sie es nicht.

Hallo Holger!
Boah, habe ich mich über diesen Satz geärgert.

… das tut mir Leid :expressionless:

War vielleicht etwas überspitzt formuliert.
Ich meine, man sollte nicht alles was man mit technischen Mitteln lösen
kann auch umsetzen, nur damit es den Leuten bequemer ist.
Wie du beschreibst: man kann das schon machen.
Auch mit Windows geht das, indem man scripte ins login integriert, die
Raumbezogen die richtigen Drucker installieren (steht im wiki).
Das ganze ist aber, wie du selber sagst, eine aufwändige technische
Lösung: und damit anfällig und damit der zuverlässigkeit abträglich: und
das führt viel öfter zu Frust: wenn etwas nicht zuverlässig arbeitet.

Ich fahre mit dem Ansatz bisher gut: die user lernen das einmal: und da
es so einfach ist, behalten sie es auch.

So habe ich bisher folgende Effekte: ganz nebenbei:

  • Lehrer sind fähig den gewünschten Drucker im Lehrerzimmer zu wählen
    (da gibte s nämlich 3 S/W Drucker, drei Farblaser und einen großen
    KOpierer zu wählen)
  • Alle User sind fähig, sollte der Drucker im Computerraum nicht
    funktionieren, einfach mal schnell den im Raum nebendran zu wählen und
    die Blätter dort ab zu holen.
  • Alle user sind fähig aus einem Raum, in dem gar kein Drucker steht,
    trotzdem zu drucken, weil sie kapieren, wie man den Drucker wählt und wo
    der dann steht (Drucker heißen wie Raum nur mit p1 p2 usw hinten dran).

Viele Grüße

Holger

Hallo Allerseits,

man kann das Ganze auch etwas lustiger angehen,
falls man eine überschaubare Anzahl an Druckern hat.

Wir haben unsere Kopierer, die auch als Drucker eingebunden sind, personifiziert:

Bisher standen „Romeo“ und „Julia“ treu nebeneinander und haben ihren Dienst verrichtet.
Jeder hatte ein Namensschild auf der Brust und hieß auch im System so.

Mittlerweile wurden sie von „Skylla“ und „Charybdis“ abgelöst.

Es dauerte nicht allzu lange, bis jeder wusste, wo diese Drucker stehen. :slight_smile:

Schönen Gruß,

Sebastian

…und wie wäre es dann mit “Trump” und “Obama”, wenn die Drucker in zwei getrennten Schulbereichen stehen​:wink::thinking::slightly_smiling_face:?
Gruß Christoph G.

Lieber Holger,

der Linux-Client muss alles mindestens so automatisch und komfortabel
wie Windows 10 machen, damit er eine Chance hat, sich dauerhaft zu
etablieren, …

Genau

  • das automatische Finden des richtigen Druckers
  • das Speichern im richtigen Ordner (bei uns wurde __dachboden zugemüllt)
  • der Zugriff auf Externe Medien mit der gleichen Zielsicherheit wie
    der - archaische - Laufwerksbuchstabe in Windows aus jeder Anwendung
    heraus
  • der automatische Start einer DVD mittels start.exe (gerade in
    Windows natürlich sicherheitstechnisch ein Albtraum!)

waren neben dem falschen Anzeigen in Word gruselig formatierter
Dokumente mit proprietären Schriftarten in LibreOffice die Mängel, die
ich als Ursache dafür ansehe, dass er bei uns von der neuen Schulleitung
samt linuxmuster sofort gekickt wurde. Ob sich Probleme der KollegInnen
mit Windows 10 in einer vernetzten Umgebung von selbst lösen oder IServ
diese löst, wird man sehen …

linuxmuster ist ein tolles System, das viel mehr als z. B. IServ für
viel weniger, nämlich kein Geld kann - aber es ist (zunehmend) schwerer
beherrschbar. Dasselbe gilt auch für den Linux-Client, für unseren HULC
jedenfalls. Wir “Experten” sollten da nicht betriebsblind werden und den
informatorisch weniger versierten KollegInnen noch besser zuhören.

Für mich hat sich die Weiterentwicklung von HULC leider erledigt.
linuxmuster darf bei uns noch ein paar Wochen für die paar alten Rechner
weiter laufen, die nicht stark genug für Windows 10 sind, und solange
die WLAN-Authentifizierung durchführen, bis IServ es kann.

Gruß Jürgen

Lieber Jürgen,

ich muss hier einfach mal ein ewig diskutiertes Thema ansprechen: Nämlich genau diese alltäglichen “Desktop-Problematiken”, die anscheinend Dein Kollegium so ärgern.
Ich glaube nämlich, dass auch Windows 7 oder 8 oder 10 Probleme dieser Art bereitet und der über alle Zweifel erhabene Desktop existiert m.E. einfach nicht !
Und ich habe wirklich schon SEHR viel ausprobiert und experimentiert.
Allerdings sind mir einige Unzulänglichkeiten beim HULC ebenfalls aufgefallen (festgefrorenes Outfit, USB-Stick-Problematik), weshalb wir einen selbstkonfigurierten Mate-Desktop einsetzen, der auch schneller und schlanker ist.
Dennoch: In unserem Lehrer-Arbeitszimmer haben wir Windows 10-Rechner und verschiedene Linux-Desktop-Varianten - alle haben ihre spezifischen Probleme und man kann mitnichten sagen, dass Windows die wenigsten davon aufweist.
Aber: Immer, wenn mir die Zeit fehlt, KollegInnen einzuweisen oder Dinge zu erklären, steigt die Gefahr des “Murrens”. Mittlerweile habe ich den Eindruck, dass es vor allem an der persönlichen Zuwendung und Erklärbereitschaft liegt, wenn KollegInnen bestimmte Soft- und Hardware gerne nutzen. Daher versuche ich,auf Kritik am System mit Verständnis zu reagieren. Manchmal programmiere ich etwas für die KollegInnen, manchmal erkläre ich, manchmal sage ich: “Ihr habt recht !” -
Und das führte dazu, dass die überwiegende Anzahl an Rechnern mit Linux ausgerüstet ist und wir auch keine Office-Produkte von Microsoft einsetze und dass das Kollegium dies akzeptiert (!) Die meisten Deiner angesprochenen Formatierungs-und Schriftsatzprobleme sind mit etwas Erfahrung und den Ersatzschriftarten Carlito & Caladea zu lösen.

Also: Ich glaube, man muss für Linux - das für mich unschätzbare Vorteile besitzt - kämpfen, indem man die Probleme des Kollegiums ernstnimmt und lösen hilft. Ideologische Diskussionen halte ich für Zeitverschwendung. Daher betrübt mich auch die LiMux-Niederlage, sie wäre zu vermeiden gewesen, denke ich, und zwar dann, wenn man mehr hingehört und weniger systemübergreifend als technisch-pragmatisch reagiert hätte!

L.G.
Christoph Günschmann

Hallo Jürgen,

  • das automatische Finden des richtigen Druckers
  • das Speichern im richtigen Ordner (bei uns wurde __dachboden zugemüllt)

wie / wieso das?

  • der Zugriff auf Externe Medien mit der gleichen Zielsicherheit wie
    der - archaische - Laufwerksbuchstabe in Windows aus jeder Anwendung
    heraus
  • der automatische Start einer DVD mittels start.exe (gerade in
    Windows natürlich sicherheitstechnisch ein Albtraum!)

waren neben dem falschen Anzeigen in Word gruselig formatierter
Dokumente mit proprietären Schriftarten in LibreOffice die Mängel, die
ich als Ursache dafür ansehe, dass er bei uns von der neuen Schulleitung
samt linuxmuster sofort gekickt wurde.

Oh je, aber ich sehe da auch mal wieder eine Lawine auf mich zurollen.
Ich sitze in einem der von der SL etablierten "Schulentwicklungsteams"
mit dem Titel “Raumkonzept”.

Da war gerade gestern wieder die aktuell vorhandene
IT-/Medienausstattung Thema.

“Die KuK sind unzufrieden, sie benutzen es nicht weil … , wir müssen
die KuK fragen was sie wollen, …”

Ob sich Probleme der KollegInnen
mit Windows 10 in einer vernetzten Umgebung von selbst lösen oder IServ
diese löst, wird man sehen …

Ich denke nicht, dass sich alle Probleme der KuK mit Win 10 und MSO in
einer vernetzten Umgebung lösen, weil das nie 1:1 sein kann wie daheim.

Leider ist es bei uns so, dass die Realschule vor einigen Jahren
entschieden hat (GLK), dass wir das von mir vorgeschlagene Linux-System
im pädagogischen Netz ausrollen, um uns die Lizenz- und
Administrationskosten zu sparen, und das Geld in andere wichtige Dinge
zu stecken.

Den Schritt, das konsequent mitzutragen (also v.a. LO statt MSO für die
Erstellung schulischer Dokumente zu verwenden, um Frust zu vermeiden),
sind aber nur gaaanz wenige KuK mitgegangen.

Dementsprechend ist die Akzeptanz nicht wirklich hoch, es wird
allenfalls “ertragen”.

Dann kam der Zusammenschluss mit der Werkrealschule. Da die Realschule
das wesentlich größere Netz und den dickeren Server hat, und ich mich im
Gegensatz zum damaligen Netzwerkberater der WRS auch deutlich mehr
engagiert gezeigt habe, das Netz weiter zu betreuen, wurden deren Win 7
PCs auch mit Ubuntu überspielt.

Der damalige Netzwerkberater (und noch immer Kollege) der WRS meinte
damals in der Beratungssitzung “Ich bin zwar Windows Anhänger, aber der,
der es betreut, entscheidet”.

Das war damals auch mit der ehemaligen SL abgesprochen. Ein Fehler war,
dass wir das nicht nochmal von der GLK abgesegnet haben (ich könnte mich
jedenfalls nicht erinnern).

D.h. die Akzeptanz unter den ehemaligen WRS-KuK ist noch viel geringer
als unter den RS-KuK, aber eben auch insgesamt quasi nicht vorhanden.

Vielleicht werden die Kosten für die Umstellung und Wartung von
Win-Clients die von der Gruppe angestrebte Abstimmung den Linuxbetrieb
weiter sichern, aber selbst wenn:
Eine echte Akzeptanz nach dem Motto “wir sind da nicht nur aus
finanziellen Gründen dafür” und “wir sind bereit, uns auf das System und
auf LO WIRKLICH einzulassen” werde ich wohl leider nie erreichen :frowning:

Der Unsicherheitsfaktor neue Schulleitung schwebt in absehbarer Zeit
zusätzlich noch über dem Ganzen.

Jedenfalls hat für mich das bei euch (und vielleicht auch bald bei uns)
etwas von dem, was in München stattgefunden hat.

Ich glaube jedenfalls nicht, dass sich nicht auch eine Stadtverwaltung
ohne redmonder Produkte effektiv realisieren lässt.

linuxmuster ist ein tolles System, das viel mehr als z. B. IServ für
viel weniger, nämlich kein Geld kann - aber es ist (zunehmend) schwerer
beherrschbar.

Den Satz verstehe ich nicht:
Was ist an linuxmuster.net schwer(er) beherrschbar als an anderen
Schulnetzwerk-Lösungen? Für wen?

Dasselbe gilt auch für den Linux-Client, für unseren HULC
jedenfalls.

Verstehe ich auch nicht: Warum ist ein Linux-Client (guten Willen
vorausgesetzt) für einen User schwerer beherrschbar als ein Win-Client?

Wir “Experten” sollten da nicht betriebsblind werden

das stimmt natürlich

und den
informatorisch weniger versierten KollegInnen noch besser zuhören.

Hm, natürlich. Aber einfach nur zuhören heißt, man bekommt “Ich will
Windows und Microsoft Office” zu hören.

Man müsste (neben den Kosten) einen Weg finden, die Akzeptanz zu
stärken. Ich glaube nicht, dass eine allgemeinbildende Schule
Anforderungen hat, die sich mit Ubuntu und LO nicht erfüllen lassen.

Leider tappe ich da extrem im Dunkeln, und beneide nach wie vor die
Schulen, bei denen Linux am Client offenbar wirkliche Akzeptanz gefunden
hat (ich meine, dass das u.a. bei Jesko der Fall ist).

Viele Grüße
Steffen

Hallo Christoph,

Ich glaube nämlich, dass auch Windows 7 oder 8 oder 10 Probleme dieser
Art bereitet und der über alle Zweifel erhabene Desktop existiert m.E.
einfach nicht !

klar.

Allerdings sind mir einige Unzulänglichkeiten beim HULC ebenfalls
aufgefallen (festgefrorenes Outfit, USB-Stick-Problematik), weshalb wir
einen selbstkonfigurierten Mate-Desktop einsetzen, der auch schneller
und schlanker ist.

Auch ich kämpfe beim Standard-Ubuntu-Client ab und zu mit solchen
Probleme: (Teil-)Freezes, v.a. Probleme mit LO. Nicht nur, aber v.a auf
den uralten Mören der ehemaligen WRS (auf denen zuvor Win 7 lief -
angeblich problemlos, was ich nicht beurteilen kann).

Aber auch bei USB 3 Frontanschlüssen habe ich immer mal wieder den Fall,
dass Sticks nicht erkannt werden, oder dass LO mal zickt, was natürlich
sofort als Bestätigung der eigenen Ansicht dient, warum man Windows braucht.

Das Problem ist hier halt, dass Linux bei Fehlern auf dem Stick diesen
zu mounten verweigert. Bei Windows funktioniert der Stick oder man
bekommt allenfalls eine Meldung mit dem Vorschlag einer Reparatur.
Das ist für normale User natürlich nachvollziehbarer als ein
"ignorieren" ihres Sticks.

Ob es aus Datenkonsistenzgründen sinnvoll ist, spielt dabei keine Rolle.

Dennoch: In unserem Lehrer-Arbeitszimmer haben wir Windows 10-Rechner

Wir haben auch Win Rechner (Win 7) - im Verwaltungsnetzwerk. Dank
allgemeinem Standardpasswort, dass sich eh keiner abmeldet und nicht
zuletzt, weil es den KuK mehr zusagt, sind die auch viel mehr im Einsatz
als die Ubuntu-Rechner im päd. Netz.

und verschiedene Linux-Desktop-Varianten - alle haben ihre spezifischen
Probleme und man kann mitnichten sagen, dass Windows die wenigsten davon
aufweist.

Das ist mit Sicherheit so, wobei unsere Win 7 Verwaltungsrechner (das
Win an sich) echt zuverlässig laufen. Für meinen Geschmack zu gut :wink:

Aber: Immer, wenn mir die Zeit fehlt, KollegInnen einzuweisen oder Dinge
zu erklären, steigt die Gefahr des “Murrens”. Mittlerweile habe ich den
Eindruck, dass es vor allem an der persönlichen Zuwendung und
Erklärbereitschaft liegt, wenn KollegInnen bestimmte Soft- und Hardware
gerne nutzen.

Das stimmt schon. Aber meine Erfahrung ist halt auch, dass ich jedes
Jahr zu Schuljahresbeginn, und oft auch zum Halbjahr nochmal (nicht nur)
für neue KuK Einführungen und Fortbildungen anbiete, um den KuK das
System näher zu bringen und auf Besonderheiten und Lösungsstrategien bei
Problemen einzugehen, diese Angebote aber fast ungenutzt bleiben, und
zwar sowohl von etlichen neuen KuK als v.a. der etablierten KuK.

Motzen und sich gegenseitig (vornehmlich hinter meinem Rücken)
aufbauschen ist für viele viel bequemer als sich auf was neues einlassen.

Daher versuche ich,auf Kritik am System mit Verständnis zu
reagieren.

Ich versuche das auch, aber immer gelingt das im Stress des Schulalltags
nicht.

Manchmal programmiere ich etwas für die KollegInnen,

Das kann ich nicht …

manchmal
erkläre ich, manchmal sage ich: “Ihr habt recht !” -

aber Änderungswünsche, die ich umsetzen konnte, habe ich natürlich auch
so gut es ging und sinnvoll ist, erfüllt.

Und das führte dazu, dass die überwiegende Anzahl an Rechnern mit Linux
ausgerüstet ist und wir auch keine Office-Produkte von Microsoft
einsetze und dass das Kollegium dies akzeptiert (!)

Wie geschrieben, in der glücklichen Lage bin ich nicht. Es wird von den
Meisten allenfalls notgedrungen toleriert.

Die meisten Deiner
angesprochenen Formatierungs-und Schriftsatzprobleme sind mit etwas
Erfahrung und den Ersatzschriftarten Carlito & Caladea zu lösen.

Das ist das Problem: Mit etwas Erfahrung - das haben viele nicht - und:
Mit etwas gutem Willen - der fehlt zu oft eben auch.

Also: Ich glaube, man muss für Linux - das für mich unschätzbare
Vorteile besitzt - kämpfen, indem man die Probleme des Kollegiums
ernstnimmt und lösen hilft.

Da hast du natürlich Recht. Aber alles lässt sich halt leider nicht
lösen und nochmal: Ohne etwas guten Willen zumindest der Mehrheit des
Kollegiums kommt man trotzdem nicht zur Akzeptanz.

Ideologische Diskussionen halte ich für
Zeitverschwendung.

Ja, das ist ebenfalls wahr. Ideologisch (ob begründet oder nicht) kommt
man nicht weiter.

Daher betrübt mich auch die LiMux-Niederlage, sie
wäre zu vermeiden gewesen, denke ich, und zwar dann, wenn man mehr
hingehört und weniger systemübergreifend als technisch-pragmatisch
reagiert hätte!

In dem Fall von LiMux bin ich nicht mal sicher, ob es am fehlenden
Hinhören lag, oder nicht einfach politisch und lobyistisch motiviert ist.

Viele Grüße
Steffen