Abgelegenes Gebäude mit Internet versorgen: LTE-Router?

Hallo Forum,

wir haben ein eher abgelegenes Gebäude, das mit Internetzugang über WLAN versorgt werden soll. Langfristig gesehen, können da wohl auch Kabel verlegt werden, aktuell ist dieser Weg aber nicht gewünscht. Welche Möglichkeiten gibt es dort einen Internetzugang (ohne Zugnag zur Musterlösung) zur Verfügung zu stellen?

Meine erste Idee wäre ein LTE-Router. Hat schon jemand Erfahrungen damit und kann eine Empfehlung aussprechen? Im Gebäude würden Unifi-AP angebracht werden, die dann ein WLAN aufspannen. Diese könnten dann später mit der Kabellösung (und damit der Musterlösung) verbunden und weiterverwendet werden.

Habt ihr vielleicht noch eine anderen Idee wie ich dieses Problem lösen kann?

Viele Grüße
Dominik

Wie weit ist es denn auseinander? Wir hatten hier jahrelang eine Richtfunkstrecke laufen – das lief über mehr als 3km hinweg einwandfrei bis endlich “schnelles Internet im Boden” verlegt wurde.

Hallo Dominik,

je nach Entfernung könnte auch eine Richfunkstrecke als (vorläufiger?) Ersatz für ein Kabel in Frage kommen.

Grüße,
Sven

ich meine, dass unsere Richtfunkantennen von lancom kamen … hier ein
paar Ansichten:

Unten auf der Seite weitere Infos und PDF-Dateien.
Unsere Antennen sahen damals auch so ähnlich aus.

Hallo zusammen,

daran habe ich ja überhaupt nicht gedacht. Vielen Dank für den Impuls.

Es sind ca. 200 m. Ich finde es auch etwas witzlos, da nicht sofort Kabel zu legen, aber… Danke für die Idee.

Viele Grüße
Dominik

bei 200m kannst du ja noch fast selbst eine Schaufel in die Hand nehmen :slight_smile:

Ja. Es gibt sogar überirdisch einen Kabelkanal, aber…

Hallo Dominik,

200 m mit Twisted Pair geht nicht!! Du musst Glasfaser nehmen oder Richtfunk. Glas ist besser.

Gruß

Alois

Hallo Dominik,

daran habe ich ja überhaupt nicht gedacht. Vielen Dank für den Impuls.
Es sind ca. 200 m. Ich finde es auch etwas witzlos, da nicht sofort
Kabel zu legen, aber… Danke für die Idee.

soweit ich weiß hat die Firma NetzInt sowas schon öfter für andere
Schulen und Firmen umgesetzt: die haben da Erfahrung.
Frag soch mal dort an.

LG

Holger

Hallo Dominik,

Mit Ubiquiti Powerbeams (PBE-5AC-300) für knapp 200 EUR (beide Geräte) kann man eine vernünftige Richtfunkstrecke aufbauen.

Wichtig ist dabei, dass direkte Sichtverbindung besteht. Datenraten von 500-600 MBit/s jeweils in Sende- und Empfangsrichtung sind dabei möglich.

Da die Geräte via PoE mit Strom versorgt werden reicht es ein LAN Kabel nach außen zu führen. Für eine temporäre Installation kann man sogar ein Flachband-LAN-Kabel durch ein Fenster führen ohne zu bohren. (Das Fenster sollte dann nicht täglich geöffnet werden :wink: ).

Ein Richtfunkgerät wird im Accesspoint-Modus (“Master”), das andere im Station-Modus ("Slave) konfiguriert. Die Strecke selbst wird WPA2 verschlüsselt. Generell kann man bei Bedarf sogar mehrere VLANs über die Richtfunkstrecke fahren. Ein Konfigurationsbeispiele (nur 1.) von den Freifunkern aus Mainz:
https://wiki.freifunk-mwu.de/index.php/Howto/Backbone-Client#Einrichten_des_AirOS

Viele Grüße
Christoph

Hallo,

noch ein Hinweis: zumindest früher war es so, dass man Richtfunstrecken
von der Bundes Netzagentur genehmigen lassen mußte …
Ich weiß nicht, ob das noch immer so ist.

LG

Holger

Kommt darauf an was für Hardware und Frequenzbereiche man verwendet.

Die o.g. Powerbeam sendet im 5 GHz-Bereich und darf in Deutschland mit bis zu 500 mW betrieben werden. Dazu einfach bei der Konfiguration Deutschland auswählen. Im 2,4 GHz Bereich ist die maximale Sendeleistung 100 mW.

Hallo alch

Achtung: im 5 Ghz-Bereich werden Kanäle automatisch abgeschaltet, wenn ein Flugzeug vorbei fliegt. Das ist bei uns in der Gegend (Frankfurt) häufig der Fall. Es könnte also zu Unterbrechungen kommen.

Siehe auch:

https://www.wlan-skynet.de/docs/richtfunk/radar.shtml

Gruß

Alois

Hallo Dominik!

Ja. Es gibt sogar überirdisch einen Kabelkanal, aber…

Kannst Du das aber weiter benennen. Sollte es etwas in Richtung
Stromversorgung sein, also 230 V bzw. 400 V sich in diesem Kanal befinden,
dann wäre das kein Grund LWL in diesen zusätzlich mit reinzulegen.

Einer der vielen Vorteile von Glasfaser.

Beste Grüße

Thorsten

Hallo Alois,

Achtung: im 5 Ghz-Bereich werden Kanäle automatisch abgeschaltet, wenn
ein Flugzeug vorbei fliegt. Das ist bei uns in der Gegend (Frankfurt)
häufig der Fall. Es könnte also zu Unterbrechungen kommen.

Siehe auch:

https://www.wlan-skynet.de/docs/richtfunk/radar.shtml

DFS muss da aktiviert sein. Die o.g. ~600 MBit/s wurden wiederholt bei einer Richtfunkstrecke ~10 km vom Stuttgarter Flughafen gemessen. Keine Ahnung ob wir da einfach nur Glück hatten, knapp unter- äh außerhalb vom Radar waren oder ob es mittlerweile besser implementiert ist.

Wobei wir aufgrund der Distanz von 330 m sowieso Kanäle im oberen Frequenzbereich gewählt haben, da diese dort komplett ungenutzt waren.

Das ist u.U. halt das Problem bei 2,4 GHz Strecken, dass diese Bänder einfach durch so viele WLAN Geräte “zugemüllt” sind, wodurch Performance einbußen entstehen.

Beste Grüße
Christoph

PS auch bei unseren anderen Richtfunkstrecken haben wir kein Problem mit DFS. Ich bin jetzt kein Amateurfunker, kann bei Bedarf aber unseren freifunkeigenen Amateurfunker fragen.

Die Erfahrungen die hier mit Richtfunk berichtet wurden kann ich soweit
bestätigen. 900m Funkstrecke. Nach Augenmaß ausgerichtet. 1Gbit Durchsatz.

Damals geholfen um in das Thema reinzukommen hat mir der Podcast von
Freifunk Hamburg über Richtfunk.

Hallo Dominik,

nach dieser Anmerkung würde ich echt zweigleisig vorgehen. Hol Dir 1x ein Angebot für die benötigte Richtfunk-Hardware und 1x ein Angebot um ein Glasfaser-SingleMode-Verlegekabel + Spleißung in den vorhandenen Kabelkanal zu legen (oder habe ich das falsch verstanden). Da könnte es von vorneherein kostengünster + nachhaltiger sein gleich die Kabel zu legen (auch wenn das hier erstmal nicht zu Debatte stand).

Die Nutzung eines LTE-Routers ist zwar kostengünstig, kann bei einer großen Anzahl von Usern schnell spaßlos und zusätzlich teuer werden bzw. der viele Traffic führt schnell zur Erreichung der Obergrenze des Datenvolumens.

Ein letzter Gedanke: Wie sollen die Nutzer ins WLAN kommen? Alle Nutzer das gleiche WPA2-Passwort (keine gute Idee) oder Radius-Auth?

Hallo Tobias,

das Problem liegt darin, dass wir das Kabel nicht selbst verlegen können (Kabelkanal ist 3 m über dem Boden) und uns der Schulträger einen Dienstleister erstmal nicht gestattet. Ich will auch lieber Kabel haben. Unsere Schule ist aber gerade umgezogen, damit das ursprüngliche Gebäude saniert werden kann. Auf absehbare Zeit werden wir auch wieder zurückziehen, so dass solche dauerhaften Installationen (Kabel verlegen) beim Schulträger schwierig zu verkaufen sind.

Der WLAN-Richtfunk (das werde ich jetzt mal probieren) kann auch nach dem Umzug einfach neu ausgerichtet und weiterverwendet werden.

Wir haben WLAN-Authetifizierung über einen Radius-Auth.

Viele Grüße
Dominik