Linuxmuster.net und DS-GVO


#21

Hallo,

Ja, das ist Off-Topic, aber ich möchte dennoch auf der Meta-Ebene noch was dazu sagen:

Möglicherweise tun manche “dieser Leute” das, aber der Köhntopp ist kein solcher, und ich finde es insgesamt fragwürdig, zunächst zu sagen “mit dem mag ich mich nicht beschäftigen” (kann man aus meiner Sicht problemlos tun) und ihn dann ohne weitere Kenntisse in eine Gruppierung in deinem Kopf einzuordnen, die so wie ich dich verstehe nicht sehr positiv besetzt ist (finde ich äußerst fragwürdig).

Aber danke, dass du uns an deinen Vorurteilen teilhaben lässt :wink:

VG

Frank


#22

Er macht das Gleiche wie viele “integere” Personen, da er sich in einem Umfeld bewegt indem man ohne “social media”-Netzwerk kein Gehoer findet, deshalb volles Programm Google+, FB, Twitter, Blog…das macht ja den Wert dieser Personen aus, ohne “likes” und “followers” sieht’s schlecht aus.
Vorurteile hab ich sicher auch, mag das aber trotzdem nicht und wuerde bei dem Spiel auch nicht mitmachen.
Vielleicht sterb ich ja deshalb auch als nichtbeachteter armer Schlucker. :slight_smile:

Edith: Ich wuerde auch niemals auf ein FB-Posting verlinken, welches ich ohne Anmeldung nicht ganz lesen kann, das halte ich (!) fuer nicht serioes, nix kappiert.


#23

Hallo!

Also ich kanns ohne Anmeldung lesen. Oder kapier ich was nicht?


#24

Ich jetzt auch, vielleicht lag’s am Browser, aber der untere Teil war immer von dem “Anmelde”-Zeugs ueberdeckt, lies sich auch nicht wegklicken.


#25

Ich kann den Ärger ja total verstehen. Und die Sorgen um viele gute, existierende Formate.

Aber ich würde dem gerne mal entgegen stellen, dass sich über die Jahre im Netz neben all der Graswurzelblüte eben auch reichlich strukturelle Scheiße gebildet hat. Dass im Hintergrund einfach eine unfassbar beschissene und (Cambridge Analytica lässt grüßen) existentiell gefährliche Scheiße wuchert.

Ich kenne kein Gesetz, bei dem der Gesetzgeber weise und umsichtig genau das richtige getan hätte. Aber ich finde grundsätzlich richtig, dass man sich diesem Bereich annähert und klar wird, dass in der EU eben nicht alles geht, was anderswo keinen juckt (z.B. “unroll.me”).

Wenn jetzt auffällt, dass das eben auch negative Konsequenzen hat, dass darunter (auch) die falschen leiden und es evtl. auch insgesamt (wie Frank schrieb) in Richtung von (aus unserer Sicht) unerwünschten Monopolen gehen könnte, ist ne andere Baustelle, die mir auch (im Übrigen unabhängig von der DSGVO) Bauchschmerzen macht (so Themen wie Netzneutralität, Vectoring, …).


#26

Hallo,

zur Klarstellung: Ich finde nicht die DSVGO an sich Mist, sondern eben nur die Umsetzung: Der (deutsche) Gesetzgeber hätte das meiner Meinung nach konkretisieren müssen, um Rechtssicherheit auch für Menschen herzustellen, die eben keine Rechtsabteilung unterhalten können.

Ganz konkret glaube ich zum Beispiel, dass praktisch keine Schule in BW die Anforderungen im entferntesten erfüllt: Es gibt keinerlei Ressourcen für den Datenschutzbeauftragten und auch von Seiten des Minsteriums gab es ja bis vor Kurzem keine Infos, dass sich da was ändert. Die Verfahrensverzeichnisse reichen da jetzt halt letztlich nimmer, und den Mist auf der Kumi Seite kann ich nur lachend abtun, wer soll das denn machen - umsonst und ehrenamtlich?

Die einfachste Variante wäre natürlich, mal das Wettbewerbsrecht zu ändern und die erste Abmahnung für den Abgemahnten kostenlos oder “Verwaltungsgebührmäßig” (30EUR oder so) zu machen. damit wäre das Geschäftsmodell der “Berufsabmahner” mal weg und damit das Risiko für eine “Grassroot”-Initative praktisch Null weil eben nur noch abgemahnt würde, wo wirklich eine Wettbewerbsverzerrung stattfindet und eben nicht um 1000EUR leicht zu verdienen.

https://epetitionen.bundestag.de/content/petitionen/_2018/_03/_08/Petition_77180.html

Zeichnungsfrist leider schon vorbei, und passieren wirds nicht, weil das ja alles Juristen sind.

Und wenn ich dann so was lese

Im EU-Rat laufen Bemühungen auf Hochtouren, die Urteile des Europäischen Gerichtshofs gegen eine verdachtsunabhängige Protokollierung von Nutzerspuren zu umgehen.

Um Gerichtsurteile zu “umgehen”, die die Bürgerrechte stärken, kann man gerne auch 10 mal ein Gesetz machen, da ist keine Mühe zu groß. Die Menschen, die das betreiben sind aus meiner Sicht verfassungs- und demokratiefeindliche Verbrecher, und deswegen mache ich mir sehr viel weniger Sorgen darum, dass Amazon und Google “alles über mich wissen” als darüber.

Denn wenn diese Daten erst mal gespeichert werden und die AFD dann mal noch ein paar Stimmen mehr hat, dann sind wir nämlich einfach am Arsch.

Rant Ende.

VG

Frank


#27

Sehe ich genau so! Nicht nur in Schule übrigens: ich kenne mehrere Leute mit Online-Shops, die mich auf die DSVGO angesprochen haben (sie hätten da mal was gehört). Wenn ich dann nachfrage, wie die so ihre Kundendaten verwalten und speichern, ist das durchgängig unterirdisch. Also tut es jetzt erstmal ordentlich weh. Wie wenn man zu lange nicht zum Arzt geht…

Was die Menschen angeht - stimmt! Was Amazon und Google angeht - ich kann mehrere Dinge unabhängig voneinander richtig Scheiße finden :wink:

Ach ich weiß nicht: den Ursachen des AfD-Erfolgs mit “Sachverstand” beizukommen ist ungefähr so erfolgversprechend wie einem Verfechter der “Flache-Erde-Theorie” mit Photos und klugen Fragen zu begegenen. Wenn wir am Arsch sind, dann, weil es eben genug Leuten egal ist (und eher nicht, weil sie mit der Qualität einzelner Entscheidungen unzufrieden sind). Perscheid lässt grüßen.


#28

Hai,

Die Ursachen sind mir erst mal egal, ich sehe eben nur, dass die Politiker jetzt eine immer umfassendere Überwachung ausrollen, und eine wie auch immer geartete nicht demokratische Partei später auf diese Daten zugreifen kann - und sich dann noch zu wehren, ist praktisch unmöglich. Stell dir nur einen Augenblick vor, die Nationalsozialisten hätten den Datenberg und die Möglichkeiten geerbt, den die jetztige Bundesregierung der AFD hinterlassen würde: Dann hast du halt dreimal mit einem “Feind der Partei” telefoniert und tschüss.

Es ist unverantwortlich, auch nur die Metadaten auf Halde zu legen.

VG

Frank

P.S.: Nur weil die anderen korrupte Arschgesichter sind, darf man natürlich keine Extremisten wählen. Ist halt die Frage, ob die P.A.R.T.E.I. als extremistisch einzustufen ist :wink:


#29

Das stimmt für sich betrachtet, wenn “die Politik” dann aber auf der einen Seite über Google herzieht und selber Datenberge anhäuft ist das in der Gesamtschau inakzeptabel.


#30

In diesem Sinne finde ich die DSGVO auch bei Blogs sinnhaft: Man muss sich mal klar machen, was man da eigentlich speichert und kann dann auch einiges wegtun, wie wir jetzt auf der linuxmuster-HP.

Wenn es aber am Ende, wie manche befürchten, wirklich dazu führt, dass ich a la “Cookie Popup” bei jedem eingebetteten Video erst mal auf einem Vorschaltpopup einwilligen muss, dass ich damit einverstanden bin dass meine IP zu Youtube oder Vimeo übertragen wird, dann ist das Web eben kaputt.

Und das hätte der Gesetzgeber im Vorhinein klarstellen können.


#31

6 Beiträge wurden in ein neues Thema verschoben: Alles halb so wild - DSVGO für Optimisten


#32

Hallo Frank,

wäre das etwas, was dir helfen könnte?

Soll dir der Verein das Buch bestellen?

LG

Holger


#33

Hallo Holger,

weiß ich nicht. Kann wahrscheinlich nicht schaden, weil da ja mit Mitgliederverwaltung und so weiter schon noch einiges mehr dranhängt als die öffenlichen Präsenzen. Ich bin selber derzeit allerdings so verunsichert, dass ich mich kurzfristig nicht mehr damit befassen will/kann (in den Pfingsferien mach ich Urlaub :slight_smile:) - ich befürchte eben stark, dass das so ähnlich aussieht wie die Handreichungen vom Kumi - voll von Sachen, die ich letztlich einfach nicht umsetzen kann, so sehr ich es wollte. Das frustriert dann eben nur :frowning:

Ich würde noch eine DSE für die Wikis machen, dann warte mwir einfach erst mal ab, wie sich das ganze entwickelt und hoffen eben, dass wir nicht als erste abgemahnt werden. In den kommenden Monaten wird sich dann leztzlich auf die Harte Tour herauskristallisieren, was man tun muss.

Die internen Prozesse können wir dass noch optimieren, wir haben ja einen eher überschaubaren Datenbestand, und bei ein paar Spezialfällen die ich im Hinterkopf habe (communityfeedback) muss man dann vielleicht doch noch einen Anwalt befragen.

Das Heftchen bestell ich mir mal, das schadet nix, das muss nicht der Verein bezahlen.

LG

Frank


#34

Was ist denn eigentlich bei einer Webseite, die ueberhaupt keine Daten erhebt? Keine Logs, keine Statistik, keine third party-Verknuepfungen.
Muss dann ein Pop-up kommen, dass man nichts erhebt?


#35

Ich denke nicht. Du musst Einwilligung einholen, um Daten zu verarbeiten, aber wenn du nix verarbeitest wohl nicht.

Was anderes, was mir gerade durch den Kopf geht:

Wenn ich jetzt eine Webseite betreibe und mit einem unter einem anderen Domainnamen gehosteten, aber ebenfalls von mir selbst betriebenen Piwik Webanalyse mache, muss ich dann einen Vertrag zur ADV mit mir selbst machen? Muss ich dafür notwendig schizophren werden?


#36

#37

An alle DSGVO-Geschädigte,
in der neuesten c’t findet sich ein kleines booklet mit Survival-Rechtstipps (18 Seiten).
Vielleicht eine Hilfe,
Gruß
Christoph Gü


#38

Was hat er denn gedacht, der Herr Schrems? Dass die Megakonzerne mit den Rechtsabteilungen sich irgendwie schrecken lassen?


#39

Das bringt halt nur wenig: Die Rahmenbedingungen sind ja schon immer klar, aber die konkrete Ausgestaltung kann IMHO von einem Laien nicht beurteilt werden.

Und: Der ganze “interne” Kram ist letztlich relativ egal, das kann man nach und nach machen, das meiste sind ja eh nur Zettel, die man dann auf Verlangen vorzeigt.

Wie ich weiter oben schon schrieb, kommt der eigentliche Chilling Effect von den sichtbaren Merkmalen, und das sind vor allem Homepages, Blogs, Foren. Und auch sehe ich die Datenschutzbehörden nicht als Gegner: Wenn die da was sehen und man das fixen kann ist das ja nur gut. (An der Schraube kann vielleicht die Regierung auch nochmal drehen).

Das Problem bleibt das vollkommen unkalkulierbare Wettbewerbsrecht, das von moralisch verdorbenen Abmahnanwälten missbraucht wird, um aus juristischen Formfehlern Kohle zu machen.

Und da bringen halt auch die ganzen Wordpress Checklisten wenig, wenn du noch 8 andere SW im Einsatz hast. (Ob da noch was zu drehen ist, weiß man nicht).

Jetzt muss man halt hoffen, dass wir nicht bei denen sind, die als Anschauungsobjekt (z) dienen :grinning:

VG

Frank


#40